Nordische Kombination: Rydzeks Aufholjagd wird nicht belohnt

Johannes Rydzek in der Loipe in Lathi

Nordische Kombination | Einzel in Lahti

Nordische Kombination: Rydzeks Aufholjagd wird nicht belohnt

Der Nordische Kombinierer Johannes Rydzek hat in Lahti ein famoses Rennen abgeliefert. Für einen Platz auf dem Podest war die Strecke aber 100 Meter zu kurz.

Johannes Rydzek ist im finnischen Lahti haarscharf an seinem ersten Podestplatz in diesem Winter vorbeigeschrammt. Der Oberstdorfer lief am Sonntag (24.01.2021) beim Sieg des Japaners Akito Watabe nach einem Springen von der Großschanze im anschließenden 10-km-Rennen auf den vierten Platz.

Vier Sekunden fehlten am Ende

Rydzek, der mehr als eine Minute nach Watabe gestartet war, fehlten am Ende vier Sekunden auf Platz drei. Diesen rettete Sprungsieger Ryota Yamamoto aus Japan, der seinen ersten Podiumsplatz im Weltcup feierte.

"Es war super, dass Fabi mir helfen konnte. Auf der letzten Runde habe ich alles beherzt reingelegt. Schade, dass es nicht aufgegangen ist, aber es war ein cooles Rennen", freute sich Rydzek, der zudem die halbe WM-Norm erfüllte.

One-Man-Show vorbei

Eine Enttäuschung musste Jarl Magnus Riiber verkraften. Der Überflieger, der den Weltcup in den letzten zwei Jahren dominiert hatte, konnte Watabe auf der Strecke nicht schlagen und wurde Zweiter (+10,8 Sekunden).

Starke Aufholjagd der Deutschen

Die deutschen Kombinierer hatten nach dem Springen nicht die beste Ausgangslage, dafür eine glänzende Taktik.

Rydzek (+1:06 Minuten) bekam schon nach zwei Kilometern Gesellschaft von Fabian Rießle (+1:20 Minuten). Zu dieser Gruppe gehörte auch Terence Weber (+0,45 Sekunden), dessen Stärke auf der Schanze liegt. Gemeinsam machten die drei Deutschen Jagd auf das Spitzentrio.

Yamamoto geht die Kraft aus

Johannes Rydzek, Terence Weber und Fabian Rießle in der Loipe in Lathi

Johannes Rydzek, Terence Weber und Fabian Rießle machen sich auf die Verfolgung.

Watabe und Riiber schienen zu schnell, aber Platz drei lag zwei Kilometer vor dem Ziel in Reichweite, weil Youngster Yamamoto die Kraft ausging.

Rydzek mobilisierte auf der Strecke, auf der er einst alle WM-Goldmedaillen abgeräumt hatte, alle Reserven. Yamamoto spürte schon den Atem des Deutschen, rettete den dritten Platz aber ins Ziel.

Rießle kam als Fünfter (+44,4 Sekunden) an. Geiger holte 13 Plätze auf und lief vom 19. auf den sechsten Platz vor (+55,6 Sekunden).

Weber in den Top Ten, Faisst und Schmid zurück

Weber, bester DSV-Athlet auf der Schanze, fiel auf den zehnten Platz zurück. Manuel Faisst (Baiersbronn) wurde 21., Julian Schmid (SC Oberstdorf) beendete das Rennen als 30.

Frenzel gibt nach "Absturz" auf

Eric Frenzel beim Weltcup in Lahti

Eric Frenzel vergeigte den Sprung, landete bei 101,5 Metern und verzichtete auf den Langlauf.

Eric Frenzel verzichtete nach einem verkorksten Sprung auf nur 101,5 Meter und Platz 42 auf den Lauf. Der einstige König der Nordischen Kombination hätte erst vier Minuten nach Sprungsieger Ryota Yamamoto aus Japan starten dürfen.

Riibers Dominanz hat nachgelassen

Spätestens nach diesem Einzel ist klar, dass die Nordische Kombination in dieser Saison wieder spannend ist. Überflieger Riiber ist weder auf der Schanze noch in der Loipe so dominant wie in den letzten beiden Jahren. In Lahti war er 29 Sekunden nach dem japanischen Sprungbesten gestartet und extrem schnell angegangen.

Nach fünf Kilometern holte er die beiden Führenden ein. Wer jetzt dachte, der Seriensieger der Vorjahre würde locker vorbeigehen, sah sich getäuscht. Watabe verschärfte das Tempo und Riiber konnte überraschenderweise nicht folgen und musste sich mit Rang zwei begnügen.

Gruber mit Herzkranzgefäßverengung im Krankenhaus

Einen Tag nach seinem Comeback musste der österreichische Kombinations-Olympiasieger Bernhard Gruber einen herben Rückschlag verkraften.

Der enttäuschte nordische Kombinierer Bernhard Gruber

Der enttäuschte nordische Kombinierer Bernhard Gruber

Der 38-Jährige, der im letzten Jahr am Herzen operiert werden musste, klagte nach dem Teamsprint über Brustschmerzen und musste im finnischen Lahti ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort wurde eine erneute Herzkranzgefäßverengung festgestellt. Bereits am Abend wurden Gruber zwei Stents eingesetzt. Das gab der österreichische Skiverband ÖSV bekannt.

"Bernhard ist soweit in guter Verfassung und muss nun entsprechend seiner Genesung noch einige Tage im Krankenhaus bleiben", sagte ÖSV-Teamärztin Dr. Ines Berger-Uckermann.

sst | Stand: 24.01.2021, 15:24

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