Kombinierer Rießle läuft von Rang zehn zum Sieg

10-km-Langlauf beim Weltcup in Trondheim

Kombinierer Rießle läuft von Rang zehn zum Sieg

Starke Aufholjagd mit einem spurtstarken Sieger - Fabian Rießle ist in Trondheim zu seinem siebten Weltcupsieg gelaufen. Trotz Disqualifikation von Eric Frenzel konnte das deutsche Team so jubeln.

Team-Olympiasieger Fabian Rießle ist im Weltcup zum 35. Mal auf das Podest gelaufen und feierte seinen siebten Sieg: Beim Weltcup am Mittwoch (14.03.2018) in Trondheim gewann der 27-Jährige den Gundersen-Wettkampf. In einem packenden Schlussspurt verwies er Jarl Magnus Riiber aus Norwegen und Ero Hirvonen aus Finnland auf die Plätze.

Taktisch kluges Rennen von Rießle

Fabian Rießle

Fabian Rießle jubelt im Ziel

Rießle machte sich gleich mit Beginn des 10-Kilometer-Rennens an die Verfolgung. Zur Spitze mit dem Gewinner des Spingers, Go Yamamoto, hatte der Schwarzwälder knapp eine Minute aufzuholen. Weltcupspitzenreiter Akito Watabe war 20 Sekunden entfernt. Auch Watabe machte Tempo, der Japaner schloss nach 3,5 Kilometern zur Spitze auf. Rießle zog eine große Gruppe Verfolger hinter sich her, verschärfte das Tempo aber bei etwa 5 Kilometern und schloss nach rund 6 Kilometern zur Spitze um Watabe und Yamamoto auf.

Watabe und Rießle liefen das Rennen nun von vorn - komplett absetzen konnten sie sich aber nicht. Im Gegenteil. Die Verfolger um den US-Amerikaner Bryan Fletcher kamen noch einmal heran. Nach 8,5 Kilometern hatte sich eine Gruppe von rund 15 Athleten gebildet. Wieder war es Rießle, der die Gruppe sprengte. Beim letzten Anstieg rund 800 Meter vor dem Ziel setzte er sich ab. Diesmal konnten nur Riiber und der Hirvonen folgen. Bis zur Ziellinie, dann explodierte Rießle und lief mit Vorsprung zum Sieg.

Weinbuch: "Er ist unheimlich clever"

Im Ziel klatschte Rießle mit Bundestrainer Hermann Weinbuch ab und sagte erschöpft: "Es war ein schweres Rennen. Ich musste schnell loslaufen um die Lücke zuzulaufen zu Akito. Ich hatte auch einen Super-Ski. Ich bin total glücklich." Das Lob vom Coach hatte er sich verdient: "Er ist unheimlich clever. Er hat viel Erfahrung, eine gute Form. Er ist auf der Zielgeraden sehr schnell, und konnte das in die Waagschlage werfen", sagte Weinbuch.

Frenzel beim Springen disqualifiziert

Während Watabe, Rießle und Co. um die vorderen Plätze kämpften, stand Eric Frenzel frustriert am Rande der Loipe. Der Olympiasieger, der am Dienstag in Trondheim noch gewonnen hatte, wurde Mittag beim Skispringen disqualifiziert. Die Wettkampfjury war mit dem Anzug des Sachsen nicht einverstanden. "Er wollte mit dem gleichen Anzug wie gestern springen. Aber es war ein neuer Kontrolleur da. Das Messen ist alles subjektiv. Dann hat es knapp nicht gepasst", erklärte ein verärgerter Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Rydzek von 34 auf elf

Neben Rießle durften aber noch vier weitere Deutsche starten. Das Quartett Björn Kircheisen, Johannes Rydzek, Manuel Faißt und Vinzenz Geiger erwischte beim Springen unter widrigen Bedingungen nicht die besten Sprünge, verbesserten sich in der Loipe aber teilweise deutlich. Den weitesten Satz nach vorn machte Rydzek, der sich von Rang 34 noch auf Platz elf verbesserte. Faißt lief von 22 auf 20, Geiger von 35 auf 22.

Kircheisen: "Nicht aus dem Affekt handeln"

Kircheisen kletterte von Rang 19 in die Top 10 auf Platz neun. Am Rande des Wettkampfs äußerte sich der Johanngeorgenstädter zudem zu seiner Zukunft in der Nordischen Kombination. Diese sei noch nicht entschieden, sagte er der ARD: "Ich warte mal ab, wie die Saison verläuft. Ich will keine vorzeitigen Schlüsse ziehen und nicht aus dem Affekt heraus handeln, wenn es sich mal nicht so gut anfühlt." Nach der Saison wolle er sich hinsetzen seine Situation analysieren.

Letzter Wettkampf von Bryan Fletcher

Definitiv seinen letzten Weltcup-Wettkampf bestritt dagegen Bryan Fletcher. Der frühere WM-Bronzemedaillengewinner, der in seiner Karriere auch einen Weltcupsieg feiern konnte, schaffte es noch einmal auf Rang sieben. "Viele Sportler kommen ja noch einmal zurück. Für mich wird es aber kein Comeback geben. Ich will meinenletzten Wettkampf und den Tag heute einfach nur genießen", hatte er nach dem Springen am Mittag in der ARD gesagt.

Thema in: Sportschau, 14. März 2018, ab 16.15 Uhr

dh | Stand: 14.03.2018, 16:44

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