Das Skispringen wird in der Kombi immer entscheidender

Norwegens Riiber ist momentan die Nummer 1 - Johannes Rydzek und Eric Frenzel sind ihm auf den Fersen

Weltcup in Norwegen

Das Skispringen wird in der Kombi immer entscheidender

Von Sanny Stephan

Die erfolgsverwöhnten deutschen Kombinierer sind mit sechs Podestplätzen an zwei Weltcup-Wochenenden gut in die Saison gestartet. Alles in Butter ist aber nicht, weil ein Norweger die Messlatte ganz hoch legt und die Deutschen eine kleine Baustelle haben.

Das Skispringen war schon zu Beginn des letzten Winters das Sorgenkind der deutschen Nordischen Kombinierer. Auf der Schanze lief es lange nicht rund. In der Vorbereitung wurden deshalb die Sinne geschärft. Es wurde an der Technik gefeilt, am Absprung und am Material. Mit bisher mäßigem Erfolg. Konstant gute Sprünge gelangen den erfolgsverwöhnten DSV-Assen noch nicht. Und so müssen die Jungs von Bundestrainer Hermann Weinbuch in der Loipe regelmäßig Aufholjagden starten. Johannes Rydzek lief am Sonntag zum Weltcup-Abschluss in Lillehammer nach einem verkorksten Springen vom 17. auf den dritten Platz vor. Für Eric Frenzel reichte es nach Rang 28 im Springen als Elfter am Ende nicht mehr für die Top Ten.

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"Die Deutschen haben kein Sprungproblem"

"Ich würde nicht sagen, dass die Deutschen ein Sprungproblem haben. Vielmehr haben sich die anderen Nationen beim Springen verbessert. Das Niveau hat sich sehr weit nach vorn entwickelt. Der entscheidende Part in der Nordischen Kombination wird in diesem Jahr das Springen sein", ist sich Torsten Püschel, ARD-Experte in der Nordischen Kombination, sicher. Bereits in den ersten Saisonrennen habe sich gezeigt, dass die guten Springer im Vergleich zu guten Läufern im Vorteil sind. In der Loipe lassen sich missratene Sprünge nur schwer ausbügeln, weil die besten Springer einfach schon zu weit weg sind, so Püschel.

Zum Sprungtraining nach Lillehammer

Zu den besten Springern gehörten die Deutschen bisher meist nicht. "Wir haben uns zwar im Springen verbessert, aber weil sich auch die anderen an der Spitze verbessert haben, haben wir nicht so viel aufgeholt wie erhofft", gibt Weinbuch zu. Um auf der Schanze besser zu werden, reisen die Deutschen noch einmal nach Lillehammer. In der Wettkampfpause bis zum Weltcup in Ramsau kurz vor Weihnachten kehrt die Mannschaft zum Sprungtraining an die Schanze nach Norwegen zurück. "In Mitteleuropa sind die Bedingungen dafür einfach zu schlecht", erklärt Sprungtrainer Ronny Ackermann.

Das Laufen bleibt die Schokoladenseite

Eric Frenzel

Eric Frenzel - stark in der Loipe und mit Luft nach oben auf der Schanze.

An der Laufform gibt es dagegen nichts zu meckern. Neben Rydzek haben auch die anderen drei Kombi-Olympiasieger von Pyeongchang Frenzel, Rießle und Vinzenz Geiger bereits gezeigt, dass mit ihnen auch 2018/19 wieder zu rechnen ist. Allen voran Frenzel bewies mit zwei zweiten Plätzen in Lillehammer eine starke Frühform und ist als Zweiter der Gesamtwertung besser als im letzten Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Insgesamt glückte den DSV-Kombinierern in dieser Saison bisher "erst" ein Saisonsieg, dazu zwei zweite und drei dritte Plätze. In anderen Sportarten würde man über solch eine Bilanz jubeln. In der Nordischen Kombination nicht. Erfolg verwöhnt eben.

Riiber überragt alle

Dass es nicht mehr erste Plätze waren, liegt vor allem an einem: Jarl Magnus Riiber. Der Norweger war in seinem Heimrennen unschlagbar. Er gewann alle drei Wettbewerbe in Lillehammer und führt die Gesamtwertung klar an. Der steile Aufstieg des Jungstars überrascht Püschel nicht. "Er ist in dieser Saison endlich von Verletzungen verschont geblieben. Dass er überragend springen kann, hat er schon in den letzten Jahren immer wieder gezeigt." Riiber fliegt zwar nicht mehr allen davon, aber er springt unheimlich stabil. Das ist sein Erfolgsgarant. Dazu ist er auch im Laufen mittlerweile absolut konkurrenzfähig. Das bekam auch Frenzel zuletzt zu spüren, als er den Schlussspurt gegen Riiber verlor und seinen 44. Weltcup-Sieg um die Winzigkeit von 0,1 Sekunden verpasste. "Er ist auf dem Weg ein kompletter Kombinierer zu werden", sagt Püschel. Riiber ist aktuell vor allem einer, an dem sich die Deutschen die Zähne ausbeißen müssen.

Thema in: B5 Sport, 02.12.2018, 12.15 Uhr

sst | Stand: 03.12.2018, 15:42

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