Frenzel im "Wohnzimmer" zurück in die Spur?

Vor dem Seefeld-Triple

Frenzel im "Wohnzimmer" zurück in die Spur?

In Seefeld kann eigentlich nur ein Kombinierer gewinnen. Eigentlich. Eric Frenzel reist mit vier Siegen beim "Triple" als "König" an. Doch an diesem Wochenende wäre ein Sieg eine kleine Überraschung, aber vor allem ein Dosenöffner für Olympia.

Denn Frenzel ist auf Fehlersuche. Irgendetwas stimmt beim Springen bei dem fünffachen Gesamtsieger in der Nordischen Kombination nicht. Frenzel versucht alles. Er arbeitet mit den Wissenschaftlern vom Institut für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig intensiv an der Perfektionierung der Anfahrtshocke, ließ sich in Potsdam von einem Spezialisten untersuchen, warum er die gewünschte Kraft beim Absprung nicht entwickeln kann. Es wurde etwas gefunden - ob es der Stein der Weisen ist, muss Seefeld zeigen.

An Frenzel führte bisher kein Weg vorbei

Auf diesen Anlagen in dem kleinen, feinen Örtchen in Tirol fühlt sich Frenzel wohl. Drei Einzelkonkurrenzen stehen vom Freitag bis Sonntag (Live im TV & Livestream bei sportschau.de) an. Danach wird der "Seefeld-König" gekürt. In den vergangenen vier Jahren setzte sich stets Frenzel die Krone auf. Als Favorit geht er in diesem Jahr nicht an den Start. Dazu waren seine bisherigen Leistungen einfach zu durchwachsen.  

In Seefeld die Lockerheit holen

Eric Frenzel beim Training in Seefeld

Eric Frenzel beim Training in Seefeld

"Natürlich reizt es mich, auch zum fünften Mal in Seefeld zu gewinnen", sagt Frenzel. Doch in erster Linie will und muss er an seiner Olympia-Form arbeiten. "Seefeld hat mir und uns als Mannschaft schon immer gelegen. Wir sollten uns hier die Lockerheit und das Selbstverständnis für den Saisonhöhepunkt holen", sagt Frenzel und spricht damit Bundestrainer Hermann Weinbuch aus der Seele. Denn genau dies fehlt den deutschen Kombinierern in dieser Saison. Noch. Die Norweger haben sich in Mannschaftsstärke nicht nur an die DSV-Asse herangekämpft, sie haben sie sogar überholt.

Kombinierer verspüren keine Panik

"Selbstvertrauen kann man sich nicht im Training holen. Das geht nur über Wettkampferfolge. Da müssen wir wieder hin", fordert Weinbuch. Er zweifelt nicht daran, dass seine Jungs um Seefeld-Dauersieger Frenzel das Potenzial haben, genau dann zurückzuschlagen, wenn es darauf ankommt. "Solche Siege wie in der vorigen Saison sind nicht zu wiederholen. Damit haben wir aber in der Öffentlichkeit eine enorme Erwartungshaltung aufgebaut, und nun ist eine gewisse Enttäuschung und Panik zu spüren. Aber nicht bei uns", so Weinbuch. Ihm und dem Trainerstab ist es in den zurückliegenden Jahren immer gelungen, die Athleten beim Jahreshöhepunkt in Topform an den Start zu bringen. Seefeld ist dafür ein ganz wichtiger Meilenstein.

Thema in: Wintersport im Ersten, 26.01.2018, 16.00 Uhr

sst/dpa | Stand: 25.01.2018, 10:03

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