Langlauf-Star Johaug setzt sich die Krone auf - Gimmler überrascht

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30 km Frauen, klassischer Stil

Langlauf-Star Johaug setzt sich die Krone auf - Gimmler überrascht

Von Sanny Stephan

Therese Johaug hat am Samstag (6.3.2021) bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf ihr 14. WM-Gold eingefahren - mit dem größten Vorsprung der Weltmeisterschaftsgeschichte in einem Frauen-Rennen. Die 32-Jährige setzte sich im Rennen über 30 Kilometer im klassischen Stil schon sehr früh ab und feierte überlegen ihr viertes WM-Gold in Oberstdorf.

Johaug, die trotz des großen Vorsprungs auf die Tube drückte und wie entfesselt lief, gewann in 1:24,56 Stunden. Dahinter tobte ein Kampf um Silber und Bronze. Heidi Weng setzte sich auf der Zielgeraden gegen Frida Karlsson (Schweden) durch und bescherte Norwegen einen Doppelsieg. Ebba Andersson (Norwegen) ging als Vierte leer aus. Weng hatte satte 2:34,2 Minuten Rückstand auf Weltmeisterin Johaug.

Gimmler feiert zweites Top-Ten-Ergebnis

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Jubelt wie Therese Johaug: Laura Gimmler freut sich über ihren zehnten Platz.

Aus deutscher Sicht setzte Katharina Hennig lange das Glanzlicht, am Ende war aber überraschend Laura Gimmler als starke Zehnte die beste Deutsche - und das in ihrem ersten 30-km-Rennen. "Ich bin total sprachlos. Ich habe mir das Rennen gut eingeteilt und am Ende immer wieder Starterinnen vor mir eingesammelt. Das hat mich motiviert", sagte Gimmler, die aus Oberstdorf kommt, glückselig im ZDF.

Nordische Ski-WM - die Stimmen des 30-km-Massenstarts der Frauen in Oberstdorf Sportschau 06.03.2021 07:05 Min. Verfügbar bis 06.03.2022 Das Erste

Konkurrenz chancenlos

Das Rennen begann mit Volldampf. Die Top-Favoritin Johaug und die Schwedin Andersson liefen sofort vornweg. Zu den Tempomacherinnen gesellte sich etwas überraschend auch Weng. Das Führungstrio riss nach vier Kilometern die erste Lücke. Dahinter kämpfte die Verfolgergruppe um Hennig um Anschluss.

Gold nach fünf Kilometern klar

Johaug hielt das Tempo extrem hoch und machte sich nach fünf Kilometern auf und davon in Richtung 14. WM-Goldmedaille. Weng und Andersson mussten abreißen lassen. Der Vorsprung der überragenden Läuferin wuchs Sekunde um Sekunde (+30,7 s/7,6 km). Gold war nach einem Drittel des Rennens schon vergeben. Nach zehn Kilometern hatte Johaug fast eine Minute Vorsprung.

30 km Langlauf: Johaug feiert souveränes Gold

Sportschau 06.03.2021 01:00 Min. Verfügbar bis 06.03.2022 Das Erste


Hennig in starker Fünfergruppe

Mehrere Athletinnen während eines Rennens

Dahinter formierte sich eine Gruppe von fünf Läuferinnen, zu der neben neben Weng und Andersson auch Teresa Stadlober (Österreich), Frida Karlsson (Schweden) und Katharina Hennig gehörten. Die beste deutsche Langläuferin hielt sich in dieser flotten Fünfergruppe glänzend und spielte immer wieder die Lokomotive. Der Abstand nach hinten - u.a. auf die Olympiazweite Krista Pärmäkoski aus Finnland betrug gut zehn Sekunden und wuchs stetig bis auf 30 Sekunden an.

Nach 15 Kilometern muss Hennig abreißen lassen

Hennig hielt sich bis zur Hälfte des Rennens in dieser schnellen Gruppe gut, musste dann aber abreißen lassen und kam auch in der Abfahrt nicht mehr an das Quartett heran. Innerhalb von wenigen Metern verlor die 24-Jährige fast 15 Sekunden und kam auch nach dem Skiwechsel nicht näher. Stattdessen bekam die Erzgebirglerin neue Begleiterinnen und lief ab km 20 gemeinsam mit fünf Läuferinnen, zu denen u.a. Pärmäkoski gehörte.

Sturzpech wirft Hennig weiter zurück

"Katha hat attackiert wie eine Große und muss dem Tempo jetzt etwas Tribut zollen. Das ist aber ganz normal", sagte Langlauf-Teamchef Peter Schlickenrieder im ZDF, der auf eine Top-Ten-Platzierung hoffte. Und um diese kämpfte die Läuferin aus dem Erzgebirge tapfer, wurde aber von einem Sturz ausgebremst. Hennig konnte der gestürzten Yana Kirpichenko aus Russland nicht ausweichen und fiel gut sechs Kilometer vor dem Ziel in den Schnee - zum Glück ohne Verletzungsfolgen.

Katharina Hennig stürzt in der Abfahrt Sportschau 06.03.2021 00:21 Min. Verfügbar bis 06.03.2022 Das Erste

Gimmler zieht auch Hennig vorbei

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Laura Gimmler (l.) hielt sich lange im Mittelfeld und machte auf den letzten Metern viele Plätze gut.

Bei Hennig war aber die Kraft weg, und knapp vier Kilometer vor dem Ziel wurde sie überraschend von ihrer Teamkollegin Laura Gimmler, die sich die Kräfte besser eingeteilt hatte, überholt. Gimmler hielt sich lange auf den Plätzen um Rang 20 auf, pirschte sich aber auf den letzten Kilometern auf ihrer Heimstrecke nach vorn und feierte nach dem Sprint (10. Platz) als Zehnte im 30-km-Rennen erneut ein Top-Ten-Ergebnis. Hennig quälte sich dagegen ins Ziel und wurde noch bis auf Platz 18 durchgereicht.

Laura Gimmler: "Ich bin total sprachlos, damit habe ich nicht gerechnet."

Sportschau 06.03.2021 00:35 Min. Verfügbar bis 06.03.2022 Das Erste


Gutes Gesamtergebnis

Eine Frau im DSV-Anzug auf Langlauf-Ski

Pia Fink beendete das 30-km-Rennen als 24.

Auch Sofie Krehl (22.) und Pia Fink (24.) lieferten auf dem langen Kanten, in dem es fünf Mal auf den brutalen Burgstall hochging, ein engagiertes Rennen und kamen unter den besten 25 ins Ziel.

Stand: 06.03.2021, 14:00

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