Langläufer starten mit Minitour in den Winter

Weltcup in Finnlad

Langläufer starten mit Minitour in den Winter

Im finnischen Norden starten am Wochenende die Langläufer in den Weltcupwinter. Die Favoriten kommen wieder aus Norwegen, auch wenn es dort einen prominenten Ausfall gibt. Das deutsche Team zeigt sich optimistisch.

Mit einer Minitour im finnischen Ruka starten die Langläufer am Wochenende in die neue Weltcupsaison. Auf dem Programm stehen von Freitag bis Sonntag ein Klassik-Sprint, ein Lauf über 10 bzw. 15 Kilometer ebenfalls in der klassischen Technik und zum Abschluss ein Verfolgungsrennen über 10 bzw. 15 Kilometer in der freien Technik.

In einer Saison ohne Titelkämpfe dürften die Höhepunkte die Tour de Ski zum Jahreswechsel sowie eine neu eingeführte Skandinavien-Tour mit sechs Wettkämpfen in Schweden und Norwegen Mitte Februar sein. Aus deutscher Sicht fügte Bundestrainer Peter Schlickenrieder noch die Weltcups in Lahti und Oslo hinzu, weil sie Ende Februar und Anfang März genau ein Jahr vor der Heim-WM liegen. "Emotionaler Höhepunkt" solle der Weltcup auf den WM-Kursen von 2021 in Oberstdorf Ende Januar werden.

Johaug Top-Favoritin – Weng zeigt sich stark

Top-Favoritin in den Distanzrennen ist wieder die Norwegerin Therese Johaug. Die 31-Jährige, die im Sommer ein wenig auf Abwegen war und sich in der Leichtathletik den Landesmeistertitel über 10.000 Meter geholt hat, präsentierte sich beim letzten Test am vergangenen Wochenende in Beitostölen (Norwegen)  in beängstigender Form. Im Klassik-Rennen nahm sie der zweitplatzierten Heidi Weng (Norwegen) über eine Minute ab. In der Skating-Technik kam Weng, die im Sommer ein top besetztes Skiroller-Rennen gewonnen hatte, bis auf 31 Sekunden heran.

Östberg verpasst Auftakt

Ingvild Flugstad Östberg

Ingvild Flugstad Östberg

Die Gesamtweltcupsiegerin des vergangenen Winters Ingvild Flugstad Östberg wird zum Saisonbeginn fehlen. Der norwegische Verband untersagte ihr einen Start, nachdem sie einen Gesundheitstest nicht bestanden hatte. Ihr Trainer sagte im norwegischen Fernsehen, Östberg habe im Sommer zu viel trainiert, an eine Trainingseinschränkung habe sie sich nicht gehalten.

Neprjajewa und die Schwedinnen

Die härteste Konkurrenz für die Norwegerinnen kommt aus Russland, Schweden und den USA. Die Gesamtweltcup-Zweite Natalja Neprjajewa hatte zuletzt mehrere Vorbereitungsrennen in Finnland gewonnen und steht an der Spitze des russischen Aufgebots. Das allerdings arg geschwächt ist, da gleich vier Frauen aus dem alten Weltcupteam eine Babypause einlegen, darunter auch Julia Belorukowa und Anastassija Sedowa aus der Bronzestaffel der WM in Seefeld. Bei den Schwedinnen deutet sich immer mehr eine Wachablösung an. Bei den letzten Test-Wettbewerben in Gällivare musste sich Charlotte Kalla der 20-Jährigen Frida Karlsson geschlagen geben. Ihre Ansprüche meldeten zudem die US-Amerikanerinnen Jessica Diggins und Sadie Bjornsen an.

Neuer Stern bei den Sprinterinnen

Im Sprint hat Norwegen mit Ane Appelkvist Stenseth einen neue Siegläuferin. Die 24-Jährige wies beim Sprint von Beitostölen die Konkurrenz klar in die Schranken, inklusive der Olympiasiegerin Maiken Caspersen Falla. Schwedens Stina Nilsson hatte zuletzt mit Schulterproblemen zu kämpfen, sie will aber in Ruka starten. Ob sie in Form ist, ist noch ungewiss.

Klaebo gegen Bolschunow

Bei den Herren lässt der Winter wieder ein Duell zwischen dem Norweger Johannes Hoesflot Klaebo und Alexander Bolschunow erwarten. Während der Russe in seinem Team unangefochten an der Spitze steht, musste Klaebo beim letzten Test andere vorlassen, wie etwa Didrik Toenseth und Simen Hegstad Krüger.  

In einem Interview mit einer Schweizer Zeitung zeigte sich Klaebo jedoch optimistisch. Er habe im Sommer sein Training umgestellt, sei vom Sprinter- ins Allrounder-Lager gewechselt und habe erstmals in der Höhe trainiert.

Cologna will Podestplätze

Einer, den Klaebo neben Bolschunow in diesem Winter auf der Rechnung hat, ist Dario Cologna. Der Olympiasieger aus der Schweiz will nach einem Jahr ohne Podestplätze wieder auf dem Treppchen stehen, am liebsten, wie er sagt, bei der Tour de Ski. Beim Test in Gällivare vor einer Woche ließ er zumindest die schwedische Spitze hinter sich. Der 33-Jährige blickt aber wie auch Klaebo bereits in Richtung Peking 2022.

Deutsche Athleten optimistisch

Auch das deutsche Team fährt mit Optimismus nach Ruka. "Die Vorbereitung in Muonio verlief sehr gut" erklärte Bundestrainer Peter Schlieckenrieder. Zugleich warnte er vor überzogenen Erwartungen: "Wir bestreiten den Weltcupauftakt diesmal aus dem Training heraus. Der ein oder andere wird deshalb eine gewisse Müdigkeit mit in die Rennen ziehen." Auch hätten Katharina Hennig, Julia Belger und Sofie Krehl Schulterprobleme. Hennig, die im letzten Jahr mit fünf Top-Ten-Plätzen beste Distanzläuferin des DSV war, freut sich dennoch. Die Schulter schränke sie zwar im Training ein, sagte die Thüringerin, aber bisher habe sie das kompensieren können. Sprinterin Laura Gimmler meinte: "Die Strecke liegt mir, da kann ich ordentlich Gas geben. Ich freue mich schon sehr darauf!"

Bei den Männern ruhen die Hoffnungen zunächst auf den einzigen Sprinter im Team, Sebastian Eisenlauer. Der Sonthofener erklärte, er habe den Sommer über "mit einer hohen Qualität und einem sehr guten Gefühl" trainiert. Auch Lucas Bögl lobte das Training. Das Ziel in Ruka sei ein solider Einstieg.

Startzeiten in Ruka

Freitag, 12:30 Uhr: Sprints Frauen und Männer: Livestream auf sportschau.de und Ticker
Samstag, 09:45 Uhr: 10 km klassisch Frauen: Wintersport im Ersten, Livestream und Ticker
Samstag, 11:30 Uhr: 15 km klassisch Männer: Wintersport im Ersten, Livestream und Ticker
Sonntag, 10:10 Uhr: 10 km Verfolgung Frauen: Wintersport im Ersten und Ticker
Sonntag, 11:25 Uhr: 15 km Verfolgung Männer: Wintersport im Ersten und Ticker

Das Aufgebot des DSV

Damen

  • Victoria Carl (SC Motor Zella-Mehlis)
  • Pia Fink (SV Bremelau)
  • Antonia Fräbel (WSV Asbach)
  • Laura Gimmler (SC 1906 Oberstdorf)
  • Katharina Hennig (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal)
  • Sofia Krehl (SC Oberstdorf)

Herren

  • Lucas Bögl (SC Gaißach)
  • Janosch Brugger (WSG Schluchsee)
  • Jonas Dobler (SC Traunstein)
  • Sebastian Eisenlauer (SC Sonthofen)
  • Andreas Katz (SV Baiersbronn)
  • Thomas Wick (SC Motor Zella-Mehlis)


dko | Stand: 27.11.2019, 14:11

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Langlauf | Weltcupstand Damen

NameP
1.Therese Johaug2508
2.Heidi Weng1697
3.Natalia Neprjajewa1356
4.Astrid Jacobsen1289
5.Ingvild Flugstad Östberg1110

Langlauf | Weltcupstand Herren

NameP
1.Alexander Bolschunow2221
2.Johannes Hoesflot Klaebo1726
3.Paal Golberg1311
4.Simen Hegstad Krüger1260
5.Sjur Röthe1257
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