Mörderischer Schlussanstieg und kein deutscher Etappenort

Lucas Bögl

Tour de Ski

Mörderischer Schlussanstieg und kein deutscher Etappenort

Die "Tour de Ski" muss in diesem und im nächsten Winter ohne deutsche Station auskommen. Und auch für 2022 deuten sich Probleme an. Die Vorfreude ist dennoch groß. Vor allem auf die Schlussetappe.

Lucas Bögl neigt zum Masochismus. "Meine Lieblingsetappe ist der harte Schlussanstieg", sagt Deutschlands derzeit bester Skilangläufer vor der Tour de Ski, die am Samstag (28.12.2019) im Schweizer Lenzerheide anfängt und am 5. Januar hoch über dem italienischen Val die Fiemme endet. 3,7 Kilometer lang, 425 Höhenmeter, drei 28 Prozent steile Passagen - die mörderische Rampe bleibt das Alleinstellungsmerkmal der Serie, die in ihre 14. Auflage geht.

Oberstdorf steigt 2022 wieder ein

Diese Schlussetappe ist das Alleinstellungsmerkmal der Tour de Ski, die ansonsten nach 13 Jahren an Schwung verloren hat. Gelaufen wird nur auf Strecken in der Schweiz und Italien. Der Versuch, Vaduz in Liechtenstein zu gewinnen, scheiterte in einer Bürgerbefragung zur Finanzierung.

Deutschland ist außen vor bzw. wollte außen vor sein. Oberstdorf beteiligt sich wegen der WM 2021 in diesem und im nächsten Winter nicht, steht aber laut Andreas Schlütter, dem Sportlichen Leiter im Deutschen Skiverband, 2022 wieder bereit.

Die Tücken des Termins

2022 könnte für die "Tour de Ski" eine echt Herausforderung werden. Da die Olympischen Winterspiele in Peking schon am 4. Februar beginnen, dürften sich viele Athleten frühzeitig ins Höhentrainingslager begeben, vermutet Schlütter. Der eigentlich attraktive Termin zwischen Weihnachten und Dreikönig hat auch schon jetzt seine Tücken. "Zu der Zeit vermieten die Hotels ihre Zimmer lieber für zwei Wochen an Urlauber als an zwei Tagen für Sportler", sagte Schlütter. Für die Rennen an Silvester und Neujahr im italienischen Toblach wohnt das DSV-Team 15 Kilometer vom Wettkampfort entfernt.

Norweger Top-Favoriten - DSV verzichtet auf Zielvorgaben 

Wenn sich auch ein Überflieger quält: Johannes Hoesflot Klaebo in Val di Fiemme.

Wenn sich auch ein Überflieger quält: Johannes Hoesflot Klaebo in Val di Fiemme.

Sportlich dürften wieder die Norweger die erste Geige spielen. Erste Anwärter auf die Gesamtsiege sind die in der Saisonwertung führenden Therese Johaug und Johannes Kläbo. Die deutschen Skilangläufer gehen ohne konkrete Platzierungsziele in die Serie. "Bei den Jungs geht's in erster Linie um die Gesamtwertung und allgemein ansprechende Einzelleistungen, bei den Mädels um gute Leistungen vor allem in den Spezialdisziplinen", erklärte Teamchef Peter Schlickenrieder.  

Schlickenrieder - Kein Saisonhöhepunkt

Anders als in früheren Wintern ohne WM oder Olympia deklariert der DSV die Tour in diesem Jahr nicht als Saisonhöhepunkt. Die Weltcups in Lahti und Oslo Ende Februar und Anfang März nennt Schlickenrieder als "sportlichen Höhepunkt" dieser Saison, weil sie genau ein Jahr vor der Heim-WM liegen und damit ein Gradmesser für die Belastungssteuerung durch den Winter sind.  

Die einzelnen Etappen

Lenzerheide (SUI)

  • 28.12., 12:45 Uhr: Damen, Masstenstart, 10 km Freistil im TV und Ticker
  • 28.12., 14:15 Uhr: Herren, Masstenstart, 15 km Freistil im TV und Ticker
  • 29.12., 09:05 Uhr: Damen/Herren, Qualifikation Sprint Freistil
  • 29.12., 11:20 Uhr: Finals Sprint Freistil im TV und Ticker (Frauen) und Ticker (Männer)


Toblach (ITA)

  • 31.12., 12:30 Uhr: Herren, 15 km Freistil im Ticker
  • 31.12., 15:00 Uhr: Damen, 10 km Freistil im Ticker
  • 01.01., 11:40 Uhr: Damen, Verfolgung 10 km klassisch im Ticker
  • 01.01., 13:00 Uhr: Herren, Verfolgung 15 km klassisch im Ticker

Val di Fiemme (ITA)

  • 03.01., 13:15 Uhr: Damen, Massenstart, 10 km klassisch im Ticker
  • 03.01., 15:15 Uhr: Herren, Massenstart, 15 km klassisch im Ticker
  • 04.01., 09:00 Uhr: Damen/Herren, Qualifikation Sprint klassisch
  • 04.01., 11:25 Uhr: Damen/Herren, Finals Sprint klassisch im Ticker
  • 05.01., 13:15 Uhr: Damen, Verfolgung, 9 km Freistil (Final Climb) im TV und Ticker
  • 05.01., 15:15 Uhr: Herren, Verfolgung, 9 km F (Final Climb) im TV und Ticker


Aufgebot

Damen

  • Victoria Carl (SC Motor Zella-Mehlis)
  • Pia Fink (SV Bremelau)
  • Antonia Fräbel (WSV Asbach)
  • Laura Gimmler (SC Oberstdorf)
  • Katharina Hennig (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal)
  • Sofie Krehl (SC Oberstdorf)


Herren

  • Lucas Bögl (SC Gaißach)
  • Janosch Brugger (WSG Schluchsee)
  • Jonas Dobler (SC Traunstein)
  • Sebastian Eisenlauer (SC Sonthofen)
  • Valentin Mättig (Bertsdorfer SV)
  • Florian Notz (TSV/SZ Böhringen Römerstein)

dpa/sst | Stand: 27.12.2019, 15:46

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