Langläuferin Hennig überzeugt auch beim brutalen Kletter-Finale

Yulia Stupak (l.), Jessica Diggins und Ebba Andersson (r.)

Tour de Ski

Langläuferin Hennig überzeugt auch beim brutalen Kletter-Finale

Die diesjährige Tour de Ski ist Geschichte. Erstmals war eine US-Amerikanerin die Beste. Auch Katharina Hennig glänzte und überzeugte beim brutalen Schlussakt der Prestige-Tour.

Jessie Diggins hat als erste US-Amerikanerin überhaupt die Tour de Ski gewonnen. Die erfahrene 29-jährige Langläuferin nutzte die Abwesenheit der Norwegerinnen am Sonntag (10.01.2021) zu ihrem größten Einzelerfolg. Diggins lief in allen acht Etappen in die Top Ten und lieferte auch beim extrem herausfordernden Wettkampf auf der Abschlussetappe über 10 km Freistil zur Alpe Cermis in Val di Fiemme eine starke Leistung ab.

Andersson feiert ersten Weltcupsieg

Ebba Andersson kämpft sich den Hang hoch

Ebba Andersson kämpft sich den Hang hoch

Bei der Kraxelei war nur Ebba Andersson aus Schweden schneller als Diggins. Für Andersson war es der erste Weltcupsieg überhaupt. In der Gesamtwertung schob sich Andersson noch auf den dritten Platz vor. Zweite in dieser Endabrechnung war die Russin Julia Stupak.

Hennig beendet Tour de Ski als Achte

Auch Katharina Hennig, die eine starke Tour de Ski lief, überzeugte im Kletter-Finale. Nach zehn kraftraubenden Kilometern kam die beste deutsche Langläuferin nur 1:23,6 Minuten nach Andersson als Achte ins Ziel. Auf diesem Rang beendete die Sächsin auch die Gesamtwertung der Tour de Ski.

Knapp eineinhalb Monate vor der Heim-WM in Oberstdorf präsentierte sich die Oberwiesenthalerin in guter Form. Mit Ausnahme des Auftaktrennens hatte sie es immer unter die Top 15 geschafft. Mit dem zweiten Platz bei der sechsten Etappe war ihr sogar der Sprung auf das Podium und die beste Weltcup-Platzierung ihrer Karriere gelungen.

"Ich wollte so gut wie möglich hochgehen, dass ich das als Achte schaffe, hatte ich nicht gedacht", freute sich Hennig im ZDF.

Fräbel mit starkem Schlussakt

Ein starkes Finale legte auch Antonia Fräbel hin. Sie landete auf dem 14. Platz - und kam nur knapp zwei Minuten nach der Tagessiegerin ins Ziel. Pia Fink wurde 19., Julia Preußger lief als 33. ins Ziel.

Die Quälerei der Alpe Cermis wurde allen Athletinnen zumindest mit Weltcup-Punkten versüßt. Anders als früher bekam jede, die oben auf dem Berg ankam, mindestens fünf Weltcup-Punkte.

Gefürchteter Anstieg

Jessie Diggins (r) aus den USA und Siegerin Ebba Andersson aus Schweden

Am Ende nach dem Anstieg: Jessie Diggins (r) aus den USA und Siegerin Ebba Andersson aus Schweden

Die Alpe Cermis ist traditionell der Schlussakt der Tour de Ski. Nach 6,3 Kilometer Anlauf auf einem relativen flachen Teil folgen 3,7 Kilometer mit 425 Höhenmetern und einer durchschnittlichen Steigerung von zwölf bis 14 Prozent. Dazu warten als besonderes "Schmäckerchen" drei extrem steile Passagen mit bis zu 28 Prozent.

Schwedin beste Sprinterin

Das Rote Trikot der besten Sprinterin und damit 6.000 Schweizer Franken ergatterte die Schwedin Linn Svahn, die eine Tour mit Höhen und Tiefen erlebte und nach einem positiven Corona-Test, der sich als falsch erwies, sogar einige Stunden um eine weitere Teilnahme an dem Top-Event zittern musste.

Kurioser Unfall der Top-Favoritin bei der Tour de Ski

Nach der Absage der norwegischen Läuferinnen galt Frida Karlsson bei der Tour de Ski als Favoritin. Ein kurioser Unfall ließ die Siegträume der 21-jährigen Schwedin aber platzen. Beim Versuch, Fitnessübungen in ihrem Hotelzimmer zu absolvieren, brach der Türrahmen heraus und Karlsson knallte auf den Boden. Ihre Blessuren beeinträchtigten sie derart, dass sie die Tour de Ski abbrechen musste.

sst | Stand: 09.01.2021, 13:36

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