Coletta Rydzek aus Deutschland auf der Strecke

Langlauf | Tour de Ski

Rydzek auch im Klassik-Sprint der Tour beste Deutsche

Stand: 01.01.2022, 13:40 Uhr

Den zweiten Sprint-Finaleinzug innerhalb von vier Tagen hat Langläuferin Coletta Rydzek zwar verpasst. Am Samstag in Oberstdorf war sie dennoch beste Deutsche. Bei den Männern gab es eine deutsche Saison-Premiere.

Im Klassik-Sprint der Tour de Ski ist Coletta Rydzek im Halbfinale ausgeschieden. Die Oberstdorferin musste sich am Neujahrstag (01.01.2022) in ihrem Semifinale mit dem sechsten und letzten Platz begnügen. Die 24-Jährige, die bereits bei den Freistilsprints am Dienstag (28.12.2021) überzeugen konnte, wurde als Zwölfte beste Deutsche. Bester der deutschen Männer war Janosch Brugger, der im Viertelfinale ausschied und 26. wurde.

Rydzek: "Tour ist jetzt für mich beendet"

Rydzek war trotz ihres Halbfinal-Ausscheidens glücklich: "Das neue Jahr beginnt wie das alte aufgehört hat. Das freut mich, dass sich die harte Arbeit bezahlt macht. Die Kurven bin ich sehr gut gefahren. Und auch die Zielgerade habe ich gut gemacht", sagte sie nach dem Rennen.

Zudem kündigte sie ihren Ausstieg aus dem Etappenrennen an. "Die Tour ist jetzt für mich nach den zwei Sprints beendet. Jetzt kommt noch einmal eine kleine Erholungsphase. Und dann werde ich noch einmal die Sprint-Weltcups als Training für Olympia nutzen."

Frauen: Neprjajewa gewinnt und übernimmt Gelb

Den Tagessieg bei den Frauen holte sich Natalja Neprjajewa. Die Russin setzte sich in einem spannenden Finale bei Sonnenschein in Oberstdorf mit einem unwiderstehlichen Doppelstockschub auf den letzten Metern noch gegen die Schwedin Johanna Hagström (+ 0,32 Sekunden) durch.

Platz drei ging an die Finnin Johanna Matintalo (+ 0,86 Sekunden). Mit ihrem Sprint-Sieg übernahm die 26-jährige Neprjajewa auch die Führung in der Tournee-Gesamtwertung.

Männer: Klaebo dominiert und siegt

Bei den Männern feierte Gesamt-Spitzenreiter Johannes Hoesflot Klaebo einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Der Norweger, der die Qualifikation und alle Zwischenfinals gewann, setzte sich im Finale überlegen gegen seine beiden Landsmänner Erik Valnes (+ 0,37 Sekunden) und Paal Goldberg (+ 3,35 Sekunden) durch.

Alexander Bolschunow, Klaebos russischer Konkurrent in der Tour-Gesamtwertung, verpasste das Finale um 0,2 Sekunden. Dadurch vergrößerte sich der Rückstand des Vorjahressiegers in der Gesamtwertung.

Hennig scheidet unglücklich im Viertelfinale aus

Aus dem deutschen Team hatten es insgesamt fünf Athletinnen und Athleten von der Qualifikation ins Viertelfinale geschafft. Hier schieden aber vier aus. Katharina Hennig scheiterte als Vierte ihres Viertelfinales, Sofie Krehl als Fünfte und Katherine Sauerbrey als Sechste ihres Laufs.

Pech hatte dabei Hennig, die als Zehnte noch beste Deutsche in der Qualifikation war. Sie konnte einem Sturz von Jessie Diggins (USA) zwar gerade noch ausweichen. Aber Hennig verlor bei dem Ausweichmanöver so viel Zeit, dass sie im Kampf um die ersten beiden Plätze ihres Viertelfinales nicht mehr eingreifen konnte.

Drei-Minuten-Strafe für Karlsson

Diggins verlor durch ihren Sturz und durch das Ausscheiden das Gelbe Trikot der Tour-Spitzenreiterin. Frida Karlsson wurde als Sturz-Verursacherin auf Rang sechs des Laufs gesetzt und zusätzlich mit einer Drei-Minuten-Strafe für das Gesamt-Klassement bestraft. Damit dürften die Ambitionen für die Tournee-Wertung der bisher Siebtplatzierten ebenfalls geplatzt sein.

Brugger: Premiere und Endstation Viertelfinale

Keine Chance auf das Halbfinale hatte dagegen Janosch Brugger, der als erster der DSV-Männer in dieser Saison die Qualifikation eines Sprint-Weltcups überstand. Der Junioren-Weltmeister von 2017 in dieser Disziplin belegte in der Qualifikation noch Rang 17.

Im Viertelfinale hatte Brugger dann aber gegen die starken Konkurrenten Alexander Bolschunow aus Russland oder Jovian Heidiger aus der Schweiz keine Chance und wurde nur Viertelfinal-Sechster.

Brugger: "In Val di Fiemme alles möglich"

Nach dem Rennen analysierte der 24-Jährige: "17. im Prolog zu werden war richtig gut. Das hat mich positiv gestimmt. Im Viertelfinale war mein Plan, relaxter anzugehen und Körner zu sparen. Bis zum finalen Anstieg hat das super funktioniert. Als dann vorn die Post abging, war ich aber etwas kraftlos."

Als Gesamt-26. verpasste Brugger seine vollständige Olympia-Qualifiaktion. Über 15 Kilometer am Donnerstag (30.12.2021) war der Schluchseer als Elfter bereits zur halben Quali gelaufen.

"Jetzt gilt es, das Loch wieder zu füllen mit Pasta, und dann geht es nach Val di Fiemme. Nach Val di Fiemme gehe ich mit einem lachenden Auge. Da war ich letztes Jahr Sechster im Massenstart klassik, da ist alles möglich. Ich hoffe, dass ich dort meine Olympia-Quali vollmache", sagte Brugger.

Bei den Freistil-Sprints am Dienstag (28.12.2021) waren die deutschen Männer noch komplett in der Quali ausgeschieden.

Erkältung: Gimmler beendet Tour

Die Tour de Ski beenden musste unterdessen eine weitere deutsche Langläuferin: Wie der DSV am Samstagvormittag bekannt gab, stieg Laura Gimmler wegen einer Erkältung aus dem Etappenrennen aus.

Das Programm der Tour de Ski
DatumWettbewerbeAustragungsort
28.12.2021Sprint der Frauen und MännerLenzerheide (Schweiz)
29.12.202110 km der Frauen / 15 km der MännerLenzerheide (Schweiz)
31.12.2021Massenstart 15 km Männer / 10 km FrauenOberstdorf (Deutschland)
01.01.2022Sprint der Frauen und MännerOberstdorf (Deutschland)
03.01.202210 km Massenstart der Frauen / 15 km Massenstart der MännerVal di Fiemme (Italien)
04.01.20229 km Massenstart der Frauen und Männer (Final Climb)Val di Fiemme (Italien)

Quelle: Dirk Hofmeister

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