So will Schlickenrieder die Langläufer auf Kurs bringen

Kati Wilhelm, Peter Schlickenrieder und Dieter Thoma beim Fotoshooting

Langlauf

So will Schlickenrieder die Langläufer auf Kurs bringen

Von Vera Siebnich

Nach der enttäuschenden letzten Saison stehen bei den deutschen Langläufern alle Zeichen auf Neustart. Mit Peter Schlickenrieder hat der DSV einen neuen Cheftrainer verpflichtet, der die Mannschaft vor allem auf die Heim-WM 2021 vorbereiten soll. Mit Axel Teichmann ist noch ein früherer Spitzenklasse-Läufer im Boot.

Dass der DSV als eine der ersten Nationen mit Teichmann einen eigenen Trainer für Technik und Athletik engagiert, hängt auch mit den Entwicklungen der letzten Jahre zusammen. Der Sport hat sich weiterentwickelt, die Technik hat sich verändert. "Der Doppelstockschub im Klassischen ist ja nahezu revolutionär", sagt Schlickenrieder.

Darauf hat das Trainerteam mit speziellen Trainingseinheiten reagiert, die viel Raum für eine individuelle Betreuung der Athleten geben. Dazu gehört nicht nur spezielles Schneetraining, sondern auch eine besondere Mischung aus Technik- und Krafttraining auf dem Laufband. Ein großer Aufwand bei 15 Topathleten, der sich aber lohnt, meint der neue Bundestrainer, der in den letzten Jahren als ARD-Experte nah am Team war und jetzt lobt: "Die Mannschaft hat einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht."

"Das Team soll sich gegenseitig helfen"

Doch Peter Schlickenrieder hat noch vieles vor. Sein Ziel ist es, dass die Mannschaft ihr Potenzial auf den Punkt optimal abrufen und ausschöpfen kann. "Meine Hauptaufgabe ist es, ein Team zu formen, das sich gegenseitig hilft, das eine Feedbackkultur lebt, mit dem man besser werden kann." Doch um auf den Punkt fit zu sein, ist vor allem richtige Vorbereitung wichtig. Im Sommer spielte deshalb die Wahl des richtigen Trainingsortes eine entscheidende Rolle. Das Team hat sich lange mit der Auswahl des Ortes für die Trainingslager beschäftigt – und mit Muonio, das im finnischen Teil Lapplands etwa 200 km nördlich des Polarkreises liegt, den perfekten Platz gefunden.

Wunderschöne Natur - Muonio in Finnland

In dieser finnischen Idylle bereiteten sich die deutschen Langläufer vor.

Der Ort bot im Gegensatz zu den meisten anderen Trainingsorten optimale Bedingungen, um sich auf die kommende Saison vorzubereiten. Das hieß, am Team als solches zu arbeiten und an der individuellen Entwicklung jedes Athleten, auch abseits der Loipe. Dass, sagt Schlickenrieder, sei auch ein deutlicher Unterschied zur Arbeit in den vergangen Jahren, die "ganzheitliche Entwicklung des Athleten zum mündigen Athleten."

Peter Schlickenrieder arbeitet auf Oberstdorf hin

Das langfristige Ziel ist klar: Zur Heim-WM 2021 in Oberstdorf soll alles passen. Doch der Weg dahin ist noch lang. Auch deshalb gibt der Bundestrainer keine festen Ziele für die kommende Saison aus, sondern will vor allem, dass die Athleten sich individuell immer weiter verbessern. "Ich werde mich jetzt nicht nur danach richten, ob man jetzt die Top 10 oder Top 6 schafft." Den Saisonhöhepunkt, die Weltmeisterschaft in Seefeld, sieht Peter Schlickenrieder daher auch noch unter einem anderen Aspekt.

Das Ziel sei es, "die Höhepunktplanung optimal zu gestalten", also auf den Punkt die beste Leistung abrufen zu können. Denn so soll es dann in knapp zwei Jahren auch in Oberstdorf laufen. Das Saisonziel formuliert Peter Schlickenrieder deshalb auch eher allgemein. Er sei zufrieden, "wenn jeder einfach die drei, vier Prozent Leistungsentwicklung drauflegt, die man sich eigentlich erarbeiten kann, pro Jahr."

Das Langlauf-Team – eines der jüngsten im Weltcup

Antonio Fräbel

Antonio Fräbel - Nachwuchsläuferin mit viel Talent

Damit das klappt, setzte der Trainer gerade im Damenteam auf eine Mischung aus erfahrenen Langläuferinnen wie Sandra Ringwald und jungen Athletinnen wie Viktoria Carl. Wenn sein Team an diesem Wochenende in Ruka an den Start geht, wird es mit einem Durchschnittsalter von 23,7 Jahren trotzdem eines der jüngsten sein. Zu den jüngeren Athleten gehört auch Antonia Fräbel vom WSV Ebertsgrund. "Die hat bis jetzt eine tolle Saison hingelegt", sagt Schlickenrieder. Ob sie es aber letztlich schafft, sich in der Weltcupmannschaft durchzusetzen, wird sich zeigen.

"Die Skandinavier bisschen ärgern"

Sportlich ist das Team dennoch in allen Disziplinen gut aufgestellt, findet der Bundestrainer. Gerade in den Staffelwettbewerben und den Teamsprints könnten sowohl die Damen als auch die Herrenmannschaften durchaus Chancen haben. Den Gesamtweltcup sieht der Bayer, wie bereits in den letzten Jahren, fest in skandinavischer Hand.

Deswegen sei das für seine Mannschaft im Moment auch kein Thema. Einen kleinen Hoffnungsschimmer sieht der Bundestrainer aber dennoch. Wenn jeder kontinuierlich weiter an sich arbeite,  "dann denk ich mir, kann man auch die Skandinavier das eine oder andere Mal ein bisschen ärgern."

Stand: 20.11.2018, 11:42

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