Deutsche Staffel kämpft bei Norwegen-Sieg lange um Bronze

Eine Frau feiert bei dem Zieleinlauf

Nordische Ski-WM

Deutsche Staffel kämpft bei Norwegen-Sieg lange um Bronze

Von Sanny Stephan

Die deutsche Langlaufstaffel hat nach einigen enttäuschenden Auftritten ein starkes Staffelrennen hingelegt und lag bis zum letzten Wechsel auf dem Bronzeplatz. Norwegen gewann, Schweden erlebte ein Debakel.

Laura Gimmler, Katharina Hennig, Pia Fink und Victoria Carl haben das 4x5-km- Staffelrennen bei der Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf am Donnerstag (04.03.2021) als starke Fünfte beendet.

Gold sicherte sich Norwegen vor Russland (+ 26,6 Sek.) und Finnland (+ 46,2 Sek.). Titelverteidiger Schweden erlebte ein Desaster. Nach dem Kompletteinbruch von Charlotte Kalla platzten die Medaillenträume. Schweden landete auf Rang sechs.

Teamchef "zufrieden"

Langlauf-Teamchef Peter Schlickenrieder verlieh den deutschen Wachsern nach dem Staffelrennen "die Goldmedaille" und freute sich im ZDF mit seinen Mädels: "Wir sind sehr zufrieden. Die Mannschaft reift und ist noch jung. Sie haben alles rausgeholt und sind ein starkes Rennen gelaufen."

Gimmler erfüllt Startaufgabe

Startläuferin Laura Gimmler, die mit einem Top-Ten-Platz im Sprint für einen guten Start in die WM sorgte, hielt sich lange gut in der Spitzengruppe, erst beim letzten Anstieg musste sie etwas abreißen lassen und übergab 13,4 Sekunden nach Tschechien, das überraschend vor Norwegen als Erstes zum Wechsel gekommen waren, als Siebte an Katharina Hennig. "Laura hat es gut gemacht. Was sie kann, hat sie herausgeholt", lobte Langlauf-Teamchef Peter Schlickenrieder im ZDF.

Laura Gimmler: "Eines Tages kommen wir um die Medaille nicht mehr herum" Sportschau 04.03.2021 02:18 Min. Verfügbar bis 04.03.2022 Das Erste

Hennig führt Deutschland auf Medaillenrang

Mehrere Frauen auf Langlauf-Ski

Hennig, beste deutsche Läuferin und nach Wachsproblemen zuletzt besonders motiviert, ging schnell an und zog überraschend an Schweden mit Charlotte Kalla und den Kanadierinnen vorbei. Während Kalla komplett einbrach, drehte Hennig auf und führte die Verfolgergruppe an. Ganz vorn liefen Russland, Norwegen und Tschechien. Der Rückstand zu den Top-Nationen Russland und Norwegen wuchs, doch die tschechische Läuferin wurde von der Verfolgergruppe um Hennig eingefangen.

Fink hält Bronze-Traum am Leben

Schweden war nach dem Klassikteil abgehängt (+ 1:39,0 Minuten) und der Kampf um Bronze eröffnet. Diesen hatte die deutsche Mannschaft beim zweiten Wechsel inne. Hennig schickte Pia Fink als Dritte ins Rennen - dicht dahinter folgten die Amerikanerinnen, die Finnen und die Schweiz. Eine dieser vier Nationen würde Bronze gewinnen. Das stand zu diesem Zeitpunkt schon fest. Gold und Silber waren da bereits an Norwegen und Russland vergeben.

Eine Frau im DSV-Outfit auf Langlauf-Ski

Aus der Vierer-Verfolgergruppe wurde schnell eine Dreiergruppe, weil die Schweiz abreißen lassen musste. Fink blieb dagegen dran, fuhr vor allem in der letzten Abfahrt beeindruckend und schickte Schlussläuferin Viktoria Carl als Dritte knapp vor der USA (+ 2,8 Sek.) und Finnland (+3,4 Sek.) auf die letzten fünf Kilometer.

Carl gegen Diggings und Pärmäkoski machtlos

Mehrere Frauen liegen erschöpft im Schnee

Die Thüringerin Carl bekam es auf ihrer Runde mit der schnellen Jessie Diggings (USA) und der Finnin Krista Pärmäkoski zu tun. Schlickenrieder ahnte schon, "dass das verdammt schwer werden wird", aber "Vicky kann dagegenhalten". Und das tat Carl auch - bis zum Anstieg in der zweiten Runde. Dort musste Carl abreißen lassen und beendete das Rennen als Fünfte. Pärmäkoski setzte sich im Sprint gegen Diggings durch und jubelte über Bronze.

sst | Stand: 04.03.2021, 14:10

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