Ski-Weltverband FIS suspendiert russische Langläufer

Dopingverdacht

Ski-Weltverband FIS suspendiert russische Langläufer

Kehrtwende beim Internationalen Skiverband FIS: Die wegen vermeintlichen Dopings für Olympia gesperrten russischen Langläufer dürfen auch im Weltcup nicht antreten. In der vergangenen Woche hatte die FIS noch grünes Licht für einen Start gegeben.

Die russischen Langläufer um Sotschi-Sieger Alexander Legkow sind ab sofort nicht mehr bei FIS-Rennen startberechtigt, teilte der Skiverband am Donnerstag (30.11.2017) mit. Als Grund für die nun doch erfolgte Suspendierung nannte die FIS die am Montag veröffentlichte schriftliche Urteilsbegründung der zuständigen Oswald-Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Fall Legkows.

FIS: "Systematische Verschwörung"

"Die FIS ist beunruhigt über das Ausmaß der systematischen Verschwörung, um positive Tests russischer Athleten bei den Olympischen Spielen in Sotschi zu verhindern, wie es in der IOC-Entscheidung im Detail und mit überzeugenden Beweisen dargestellt ist", heißt es in einer Stellungnahme. Das IOC hatte Legkow sowie Jewgeni Below, Maxim Wylegschanin, Alexej Petuchow, Julia Iwanowa und Jewgenija Schapowalowa Anfang November lebenslang in allen Funktionen für Olympia gesperrt. Das Sextett streitet jegliches Fehlverhalten ab und kündigte bereits den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS an.

Sportler "höchstwahrscheinlich" beteiligt

Das Anti-Doping-Panel der FIS befand, dass es aufgrund der 46-seitigen Urteilsbegründung der Oswald-Kommission "höchstwahrscheinlich" sei, dass die Sportler an der systematischen Verschwörung teilgenommen hätten. Die Athleten hätten das Recht auf ein ordentliches Verfahren und eine persönliche Anhörung, bevor eine finale Entscheidung getroffen werde. Am vergangenen Wochenende waren Below und Wylegschanin noch beim ersten Weltcup in Kuusamo an den Start gegangen, hatten aber Podestplatzierungen verpasst.

Bisher 22 Athleten gesperrt

Insgesamt hat die Oswald-Kommission bisher 22 russische Athleten lebenslang für Olympia gesperrt. Auch der Bob- und Skeleton-Weltverband IBSF und die Internationale Biathlon-Union IBU haben bei den in ihrer Verantwortung liegenden Fällen Suspendierungen ausgesprochen.

IOC-Entscheidung über Olympiateilnahme am Dienstag

In der Urteilsbegründung im Fall Legkows hatte die Oswald-Kommission den McLaren-Report, der Russland über Jahre ein institutionalisiertes Dopingsystem attestiert, anerkannt und von einer "Verschwörung" gesprochen. Zudem stufte sie Whistleblower Grigorij Rodtschenkow als "glaubwürdigen Zeugen" ein. Das IOC entscheidet am kommenden Dienstag über einen Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang.

sid | Stand: 30.11.2017, 19:13

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