Langlauf - so läuft die kommende Saison

Langlauf im klassischen Stil

Saisoncheck

Langlauf - so läuft die kommende Saison

Die Weltcupsaison für die Langläufer beginnt Ende November in Ruka. Höhepunkt der Saison ist die Nordische Ski-WM in Oberstdorf. Wer sind die Favoriten? Wie stehen die Chancen für die deutschen Athleten? Unser Saisoncheck.

Saisonauftakt

Der Weltcup der Langläufer startet am 27. November in Ruka. Auf dem Programm stehen drei Rennen: Sprint klassisch, 15 (Herren) bzw. 10 Kilometer klassisch (Damen) und eine Verfolgung Freistil über 15 bzw. 10 Kilometer.

So lief die vergangene Saison aus deutscher Sicht

Die Herren konnten vergangene Saison nicht so richtig punkten. Bester Deutscher im Gesamtweltcup war Lucas Bögl als 35., Jonas Dobler als 54. war zweitbester DSV-Athlet. Bögl landete zweimal unter den Top Ten, Dobler einmal.

Bei den deutschen Frauen überzeugte vor allem Katharina Hennig. Die 24-Jährige schaffte es über 10 Kilometer in Val di Fiemme bei der Tour de Ski sogar als Dritte auf das Podest. Es war der erste Podestplatz für eine deutsche Langläuferin in einem Distanzrennen seit 2015. Als Gesamt-18. war die Oberwiesenthalerin beste Deutsche.

So lief die Vorbereitung

Ohne den dreifachen deutschen Meister Thomas Wick und Steffi Böhler starteten die Langläufer ihre Saisonvorbereitung. Beide beendeten ihre Karriere. Coronabedingt verliefen die ersten Trainingseinheiten für das DSV-Team schwierig. "Im Frühjahr gingen uns viele Schneekilometer ab durch den Corona-Lockdown", sagt Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Zwar konnten seine Sportlerinnen und Sportler allein oder in Kleingruppen trainieren. Aber Krafttraining, Laufband oder Übungen in der Oberhofer Skihalle könnten nicht echte Loipen-Kilometer ersetzen.

Schlickenrieder befürchtet deshalb auch, dass sein Team beim Weltcupstart noch Rückstand hat - etwa gegenüber den Skandinaviern oder den Russen. Bis zum 6. November wird im schweizerischen Davos trainiert. Nach einer Regenerationswoche geht es am 12. November ins finnische Muonio, um sich an die Schneebedingungen in Skandinavien zu gewöhnen. Dort finden dann auch Testrennen statt, bei denen entschieden wird, wer in Ruka an den Start geht. "Es sollen die besten Sechs am Start stehen," so der Bundestrainer.

Die Top-Favoriten

Gesamtweltcup-Sieger Alexander Bolschunow ist auch dieses Jahr wieder der Top-Favorit auf die Siege. Seine größten Konkurrenten sind die Norweger um ihren Top-Star Johannes Hoesflot Klaebo. Und auch bei den Damen scheint alles klar zu sein: Die Norwegerin Therese Johaug präsentierte sich vergangene Saison in hervorragender Verfassung und gewann den Gesamtweltup mit großem Vorsprung auf ihre Teamkollegin Heidi Weng.

Wer kann Bolschunow und Johaug stoppen?

Der Langlauf-Weltcup startet in die neue Saison. Können Bolschunow und Johaug ihre Erfolge wiederholen? Wer sind die Favoriten und Favoritinnen?

Therese Johaug jubelt im Ziel des Skiathlons in Lillehammer (07.12.2019)

Therese Johaug (NOR): Die Norwegerin war letzte Saison kaum zu stoppen. Johaug gewann mit einem Vorsprung von 811 Punkten auf ihre Teamkollegin Heidi Weng den Gesamtweltcup. Auch bei der Tour de Ski deklassierte sie die Konkurenz. In diesem Winter wird wohl wieder kein Weg an der 32-Jährigen vorbeiführen.

Therese Johaug (NOR): Die Norwegerin war letzte Saison kaum zu stoppen. Johaug gewann mit einem Vorsprung von 811 Punkten auf ihre Teamkollegin Heidi Weng den Gesamtweltcup. Auch bei der Tour de Ski deklassierte sie die Konkurenz. In diesem Winter wird wohl wieder kein Weg an der 32-Jährigen vorbeiführen.

Heidi Weng (NOR): Die 29-Jährige musste sich oft mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Diese Saison liegt ihr Fokus voll und ganz auf der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf. Dafür wird Weng wohl auch die Tour de Ski ausfallen lassen, um Kräfte zu sparen.

Natalia Neprjajewa (RUS): Sie konnte letzte Saison den zweiten Platz bei der Tour de Ski verteidigen. In Oberstdorf gelang der Russin ihr zweiter Weltcup-Sieg im Sprint. Am Ende belegte sie den dritten Platz in der Gesamtwertung. Die 23-Jährige könnte für eine Überraschung gut sein.

Alexander Bolschunow (RUS): Der Russe gewann unter anderem die Tour de Ski und den legendären 50-km-Lauf am Holmenkollen. Für seine Leistungen wurde er mit dem ersten Gesamtweltcup-Sieg in seiner Karriere belohnt. Wenn Bolschunow seine Form in die neue Saison mit nimmt, zählt der 23-Jährige wieder zu den Top-Favoriten.

Johannes Hoesflot Kläbo (NOR): Der größte Gegner im Kampf um Siege für den Russen dürfte der dreimalige Olympiasieger Kläbo sein. Der Norweger konnte bereits zweimal den Gesamtweltcup für sich entscheiden und überzeugte auch bei der letzten WM in Seefeld mit drei Titeln.

Deutsche Chancen

Bei seinem Amtsantritt im April 2018 hatte Schlickenrieder noch Edelmetall als Ziel ausgegeben. "Den Wunsch, eine Medaille zu holen, hat jeder Athlet - und auch der Teamchef", sagt Schlickenrieder rund zweieinhalb Jahre später zwar. "Realistisch" glaubt er aber nicht daran, dass seine Langläuferinnen und Langläufer im Februar und März aufs Podest laufen können. "Die WM 2021 kommt glaube ich tatsächlich zu früh. Wir brauchen Zeit."

Zwar sei speziell das Frauenteam eine "aufstrebende Mannschaft". Aber im deutschen Langlauf werde derzeit eben nur "in kleinen Schritten vorwärts marschiert." Und der Bundestrainer ergänzt: "Man muss ganz ehrlich sagen: Wir gehören nicht zu den Topfavoriten auf eine WM-Medaille." Perspektivisch hält er dennoch an seinen Plänen fest, die deutschen Langläufer wieder zu Podestanwärtern zu formen: "Es geht vorwärts, es geht bergauf."

Höhepunkte

Der erste Saisonhöhepunkt ist die Tour de Ski, die vom 1. bis 10. Januar stattfindet. Das große Highlight für die Langläufer sind aber die Nordischen Skiweltmeisterschaften, die vom 23. Februar bis 7. März in Oberstdorf ausgetragen werden. Die Saison endet am 21. März in Peking.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Die Langläufer werden nach derzeitigem Stand einen vollen Weltcup-Kalender vorfinden, einzig die Wettbewerbe in Lillehammer (4. bis 6. Dezember) mussten bisher abgesagt werden. Kurz vor Weihnachten soll auch das City-Event in Dresden (19./20. Dezember) steigen.

Allerdings ist fraglich, ob auch überall Zuschauer die Athleten anfeuern können. Der erste Weltcup in Ruka wird wohl ohne Fans stattfinden. Die Organisatoren bei der WM in Oberstdorf hoffen dagegen auf Publikum: Man plane mit "mindestens 2.500 Zuschauern im Skisprungstadion" und "2.000 + X im Langlaufstadion", sagte Moritz Beckers-Schwarz, einer der Geschäftsführer der Nordischen Ski-WM GmbH, im November. "Wir haben das Thema Pandemie sehr ernst im Blick und gehen kein Risiko in dem Ganzen."

Stand: 18.11.2020, 12:21

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