Langläufer Dürr wieder auf freiem Fuß

Johannes Dürr

Doping

Langläufer Dürr wieder auf freiem Fuß

Mit seinen Aussagen über Dopingpraktiken hatte der österreichische Langläufer Johannes Dürr die jüngsten Ermittlungen rund um einen Erfurter Sportmediziner ausgelöst. Doch auch gegen ihn wird ermittelt. Zwischenzeitlich war er festgenommen worden.

Der Kronzeuge in der jüngsten Doping-Affäre, Johannes Dürr, ist wieder auf freiem Fuß. Der österreichische Ski-Langläufer war am Dienstag (05.03.2019) festgenommen worden, weil gegen ihn der Verdacht des Sportbetruges besteht.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Hansjörg Mayr, erklärte, Dürr habe die Haftanstalt wieder verlassen können, "da nach dem derzeitigem Ermittlungsstand nicht anzunehmen ist, dass er auf freiem Fuß die Ermittlungen beeinträchtigen würde".

Vorwurf: Dürr soll Mittelsmann gewesen sein

Wie die Innsbrucker Ermittler weiter mitteilten, steht Dürr in Verdacht, andere Sportler an den Sportmediziner Mark S. aus Erfurt vermittelt zu haben. Zudem habe er eingeräumt, bis zuletzt Eigenblutdoping betrieben zu haben.

Laut Staatsanwaltschaft bestritt Dürr den Vorwurf, Mittelsmann gewesen zu sein. Auch dass er sich durch sein Dopen unrechtmäßig bereichert habe, bestritt Dürr. Er habe schließlich für eine finanzielle Unterstützung auch jeweils entsprechende Leistungen erbracht.

Ermittlungen gehen weiter

Die Staatsanwaltschaft kündigte an, ihre Ermittlungen fortzusetzen. Unter anderem will die Behörde prüfen, welche Rolle Dürrs Crowdfunding-Projekt spielt. Der Österreicher will damit nach eigenen Angaben sein Comeback finanzieren.

Dürr löste mit Aussagen in ARD Ermittlungen aus

Dürr, der bei den Olympischen Spielen 2014 überführt worden war, hatte sich im Januar in einer ARD-Dokumentation umfangreich zu Dopingpraktiken geäußert. Seine Aussagen hatten die jüngsten Ermittlungen und die Razzien bei der Nordischen Ski-WM ausgelöst, bei der auch fünf Langläufer zwischenzeitlich festgenommen wurden.

Dürr hatte später erklärt, er habe auch konkrete Namen genannt. Ärger droht ihm vom Österreichischen Ski-Verband. Der Biathlon- und Langlauf-Chef Markus Gandler kündigte am Wochenende im ORF an, er wolle Dürr verklagen, weil dieser behauptet habe, bei seinem Doping auch vom Personal des ÖSV unterstützt worden zu sein.

Dürr: "Habe der Staatsanwaltschaft Namen genannt" Sportschau 27.02.2019 00:59 Min. Verfügbar bis 27.02.2020 Das Erste

Geheimsache Doping: Die Gier nach Gold – Der Weg in die Dopingfalle Sportschau 17.01.2019 45:21 Min. Verfügbar bis 17.01.2020 Das Erste

Achter Sportler gesteht Doping

Unterdessen hat mit dem Esten Algo Kärp ein weiterer Langläufer Doping mit Eigenblut eingeräumt. Der 33-Jährige hatte wie seine estnischen Teamkollegen Karel Zammjärv und Andreas Veerpalu über ihren früheren Trainer Mati Alaver Kontakt zum inzwischen in Untersuchungshaft sitzenden Erfurter Arzt Mark S. Kärp ist der achte Sportler, der in diesem Zusammenhang Doping gestanden hat.

Thema in Das Erste, Sporschau am 07.03.2019, 16:10 Uhr

red | Stand: 06.03.2019, 11:38

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