Bolschunow gewinnt WM-Gold gegen Norwegen

Skiathlon - Bolschunow schnappt sich Gold vor Norwegern Sportschau 27.02.2021 00:32 Min. Verfügbar bis 27.02.2022 Das Erste

Nordische Ski-WM

Bolschunow gewinnt WM-Gold gegen Norwegen

Der Seriensieger der Saison hat auch bei der WM zugeschlagen. Im Skiathlon von Oberstdorf setzte sich Alexander Bolschunow durch. Dabei glich das bis zuletzt spannende Rennen eher einer norwegischen Meisterschaft.

Alexander Bolschunow hat den Skiathlon bei der WM in Oberstdorf gewonnen. Nach 15 Kilometern in der klassischen und 15 Kilometern in der freien Technik verwies der Russe die Norweger Simen Hegstad Krüger (+1,1 Sekunden) und Hans Christer Holund (+1,7 Sekunden) auf die Plätze. Auch die Ränge vier bis sechs gingen an die norwegische Mannschaft.

Verhaltener Beginn

Anders als im Frauenrennen blieb das Feld zunächst zusammen. Nicht nur die Russen um Bolschunow oder die Norweger mit Titelverteidiger Sjur Röthe und Johannes Hosflöt Kläbo zeigten sich vorn, auch Finnlands Klassik-Spezialist Iivo Niskanen und der Schweizer Olympiasieger Dario Cologna waren an der Spitze zu finden.

Bolschunow läuft alles von vorn

Auf der schweren Strecke von Oberstdorf entwickelte sich der Skiathlon aber zu einem wahren Ausscheidungsrennen. Zur Halbzeit und dem Wechsel vom Klassik- in den Skatingstil war die Spitzengruppe nur noch 20 Läufer groß. Auf den ersten Kilometern in der freien Technik fielen weitere Athleten ab. Übrig blieben alle fünf Norweger, der in Norwegen trainierende Brite Andrew Musgrave und eben Bolschunow.

Skiathlon der Männer - die Analyse von Miriam Neureuther Sportschau 27.02.2021 01:05 Min. Verfügbar bis 27.02.2022 Das Erste

Der lief das restliche Rennen von vorn, verschärfte immer wieder das Tempo, konnte aber zunächst nur Musgrave abschütteln. Zweieinhalb Kilometer vor dem Ziel mussten dann aber Sprintweltmeister Hosflöt Kläbo, Titelverteidiger Röthe und Emil Iversen passen. Dann trat Holund an. Fast schien es, als ob Bolschunow seiner langen Führungsarbeit Tribut zollen musste, doch der Russe kam noch einmal heran, konterte am letzten Anstieg vor dem Ziel und holte sich das WM-Gold.

DSV-Läufer müssen früh abreißen lassen

Die deutschen Starter hatten nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Wie bei den Frauen war das Material für die Klassikstrecke nicht das allerbeste. Teamchef Peter Schlickenrieder hielt sich während des Rennens mit einer Beurteilung zurück, meinte aber: "Wir haben sicherlich nicht den ganz guten Stieg".

Am längsten hielt sich noch Lucas Bögl im Feld. Beim Wechsel auf die Skatingstrecke betrug sein Rückstand jedoch schon fast eineinhalb Minuten. Am Ende sprang ein 29. Platz heraus. Jonas Dobler wurde 36. und Friedrich Moch bei seinem WM-Debüt 38. Besonders schwer erwischte es den Massenstartspezialisten Florian Notz. Er musste auf dem Klassikteil früh abreißen lassen und landete mit über sieben Minuten Rückstand auf Platz 48.

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"Top 30 bei der WM, da waren wir schon mal weiter, und das haben wir, das habe ich auch drauf", sagte ein sichtlich unzufriedener Bögl nach dem Rennen: "Wir hatten ein bisschen Pech mit dem Material", meinte er, verwies aber darauf, dass er letztlich selbst für die Wahl des Ski verantwortlich sei.

"Ich war froh, als der Klassikteil vorbei war", sagte auch Friedrich Moch. Da habe es ihn "weit nach hinten weggespült", bekannte der 20-Jährige: "Auf der Skatingstrecke habe ich mich besser gefühlt. Am Ende hat es aber nicht mehr für ganz so weit nach vorn gereicht wie erhofft."

Skiathlon seit 2005

Der Skiathlon hat sich aus den früheren Verfolgungsrennen entwickelt. In den 1990er-Jahren gab es an einem Tag ein Klassikrennen und einen Tag später einen Skatingwettbewerb, bei dem die Abstände aus dem Vortag mit auf die Strecke genommen wurden. Seit 2005 wird der Skiathlon in seiner heutigen Form ausgetragen. Erster Weltmeister war der Franzose Vincent Vittoz. Mit Axel Teichmann (2007 in Sapporo) trug sich auch ein Deutscher in die Siegerlisten ein.

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dko | Stand: 27.02.2021, 14:45

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