Hackl sieht olympischen Gedanken in Gefahr

Georg Hackl

Kritik am IOC

Hackl sieht olympischen Gedanken in Gefahr

Der dreimalige Rodel-Olympiasieger Georg Hackl hat die Entwicklung der Olympischen Spiele kritisiert. Insbesondere den olympischen Gedanken sieht der "Hackl Schorsch" in Gefahr.

Der 52-Jährige wünscht sich, dass sich das IOC wieder auf die Werte besinnt, die den olympischen Gedanken ausmachen. "Ich sehe die Entwicklung sehr problematisch. In freiheitlichen Gesellschaften hat die olympische Idee offensichtlich Probleme, noch Anklang zu finden", sagte Hackl.

"Das kann doch nicht sein"

Demonstration von Olympiagegnern in München

Demonstration von Olympiagegnern in München

Der heutige Diplom-Trainer hätte gerne noch einmal Olympia in Deutschland gesehen. "Unter bestimmten Voraussetzungen ist es sicherlich einen Versuch wert, aber das muss die Bevölkerung mehrheitlich wollen." Dass die Bürger nach der verlorenen Abstimmung für Olympia 2018 gegen eine erneute Bewerbung gestimmt haben, findet Hackl noch immer schade: "Aber man muss sich auch fragen, warum haben sie das? Die Skepsis gegenüber dem Event und seiner Auswüchse ist zunehmend zu spüren. Das IOC verdient an TV- und Werbe-Einnahmen Milliarden. Dann kann es doch nicht sein, dass der Steuerzahler des Veranstalterortes dafür geradestehen muss. Das ist einfach nicht mehr in Ordnung und den Menschen auch nicht zu vermitteln."

"Lillehammer war perfekt"

Hackl, der an fünf Winterspielen teilnahm, bezeichnet die Olympischen Spiele in Lillehammer 1994, wo er seine zweite Einzel-Goldmedaille gewann, als perfekt. "Das schöne Wetter, die Begeisterung der Norweger - das Gesamtbild hatte Postkarten-Idylle. Dieser Gigantismus, dem Spiele inzwischen unterliegen, war noch nicht so spürbar", sagte der ehemalige Weltklasse-Rodler.

Norwegen: Keine Mehrheit für neue Olympiabewerbung

Zu Hackls Worten passt eine aktuelle Meinungsumfrage, die gerade in Norwegen durchgeführt wurde. Rund ein Drittel der Befragten sprachen sich dort gegen eine neuerliche Olympiabewerbung aus. Die Wintersport-Nation hatte zuletzt mit Blick auf die Spiele 2022 den Versuch unternommen, Olympia nach Norwegen zu holen. Damals scheiterte die Bewerbung vorzeitig, weil die Regierung die nötigen Staatsgarantien verweigerte.

dpa/sid | Stand: 12.02.2019, 10:32

Darstellung: