Die häufigsten Fragen unter #fragsportschau – Hier kompakt beantwortet

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FAQ #fragsportschau

Die häufigsten Fragen unter #fragsportschau – Hier kompakt beantwortet

Immer wieder erreichen uns über den Hashtag #fragsportschau Fragen von Zuschauern und Usern zum Wintersport. Hier haben wir die häufigsten Fragen zusammengestellt - sortiert nach Sportart.

Skispringen

Wie wird die Weite im Skispringen gemessen?

Die Weite wird mit Hilfe der sogenannten Video-Weitenmessung bestimmt. Dabei filmen vier Kameras die Landezone der Schanze. Die Bilder, die sie aufnehmen, werden alle in einen Raum zum sogenannten "Operator" übertragen, einer Person, die die Bilder auswertet. Er oder sie benötigt eine spezielle Lizenz, um diese Aufgabe ausführen zu können. Der Operator bestimmt die Weite auf dem Bild, auf dem zu sehen ist, wie der Skispringer zum ersten Mal mit beiden Skiern den Boden berührt. So kann der Operator die gesprungene Weite bis auf einen halben Meter genau messen.

Zusätzlich gibt es die Weitenmesser, also Personen, die die Weite des Springers ebenfalls messen, falls das technische System versagt. Die Weitenmesser sind im Abstand von einem Meter am Rande der Schanze postiert und geben an, wenn ein Athlet in ihrem Weitenbereich gelandet ist.

Wo wird die Weite gemessen?

Grundsätzlich gilt, dass gemessen wird, wenn beide Skier den Boden vollständig berühren. Bei einer Telemarklandung ist der Messpunkt dann die Mitte zwischen der Ferse des vorderen Fußes und der Spitze des hinteren Fußes. Bei einer Parallel-Landung wird die Mitte der Füße genommen. Sollte ein Springer einbeinig landen, wird ebenfalls die Mitte des Fußes herangezogen und zwar zu dem Zeitpunkt, wo der Skier vollständig am Boden ist.

Wie werden die Weitenpunkte berechnet?

Jede Schanze hat einen sogenannten Kalkulationspunkt. Bei einer Normalschanze liegt er in der Regel bei 90 Metern, bei einer Großschanze bei 120 Metern. Erreicht ein Springer diese Weite, bekommt er 60 Weitenpunkte. Für jeden Meter mehr oder weniger gibt es zusätzliche Punkte oder Abzug. Bei kleineren Schanzen sind das 2,0 Punkte pro Meter, bei Großschanzen 1,8 Punkte.

Wie wird die Kompensation für Wind und Anlauf berechnet?

Das variiert je nach Schanze. Ein Gate (oder Balken, früher: Anlaufluke) weniger Anlauf bringt etwa 3,5 bis 4 Punkte. Die Berechnung für den Wind erfolgt auf Grundlage einer komplizierten mathematischen Formel. Hier wird mit einem Mittelwert aus allen Werten gerechnet, die während des Sprungs gemessen wurden. Als Faustregel gilt, dass ein Windunterschied von 0,1 Meter/Sekunde etwa einen Punkt ausmacht.

Wie bekommen die Springer Gatepunkte, wenn der Trainer den Anlauf verkürzt?

Wenn der Trainer eine Anlaufverkürzung für seinen Springer anordnet, bekommt dieser pro Gate 3,5 bis 4 Punkte mehr. Allerdings nur, wenn er mit verkürztem Anlauf 95 Prozent der sogenannten Hillsize-Weite schafft. Bei einer Großschanze mit einem Hillsize von 140 Metern müsste er also mindestens 133 Meter springen, sonst verfallen die Zusatzpunkte.

Sehen die Skispringer eigentlich auch irgendwie die grüne "virtuelle" Linie?

Ja! Seit einigen Jahren wird die grüne Linie, die die Führungsweite anzeigt, direkt auf den Hang projiziert. So können sowohl die Skispringer selbst, als auch die Zuschauer im Stadion sehen, wie weit der Athlet springen muss, um in Führung zu gehen.

Was bedeuten die roten Linien im Aufsprunghang?

Die obere markiert den Kalkulationspunkt. Das ist die Weite, für die ein Springer 60 Weitenpunkte bekommt. Die untere rote Linie markiert den "Hillsize“, übersetzt also die Größe des Hügels. Überspringt ein Athlet diese Linie, muss die Jury zusammentreten und über eine Anlaufverkürzung beraten.

Wie groß sollte der optimale Kniewinkel beim Absprung sein?

Der Kniewinkel öffnet sich im optimalen Fall auf 140 bis 155 Grad. Das gelingt aber nur selten.

Gibt es ein Mindestalter, um an einem Skisprung-Weltcup teilnehmen zu dürfen?

Die FIS schreibt in ihrem aktuellen Reglement vor, dass Skispringer ein Mindestalter von 15 Jahren haben müssen, um an internationalen Wettkämpfen teilnehmen zu dürfen.

Wieso werden so häufig Athleten wegen ihres Anzugs disqualifiziert, obwohl es doch bereits vor dem Start Kontrollen gibt?

Das liegt daran, dass bei unterschiedlichen Springen Kontrollen an unterschiedlichen Standorten stattfinden. Bei manchen Wettkämpfen wird oben an der Schanze geprüft, ob der Anzug regelkonform ist. Bei anderen finden die Kontrollen nach dem Sprung am Auslauf statt und es kommt sogar auch vor, dass oben an der Schanze als auch im Auslauf kontrolliert wird. Wird bereits oben am Anlauf festgestellt, dass der Anzug nicht regelkonform ist, wird der Athlet disqualifiziert, darf den Wettkampf also gar nicht erst bestreiten. Wird ein Athlet nachträglich disqualifiziert, heißt dass, das bei der stichprobenartigen Kontrolle nach dem Wettkampf ein Regelverstoß vorliegt.

Warum haben die Anzüge unterschiedliche Farben?

Unterschiedliche Farben sind zulässig. Bei den Skispringern ist manchmal auch Aberglaube dabei. Wichtig aber: Die Skisprunganzüge müssen aus demselben Stoff gefertigt sein.

Wie sind die Vorschriften zu den Anzügen?

Ein Anzug muss eng am Körper anliegen und überall aus dem gleichen Stoff bestehen. Bei jeder Beanspruchung leiden die Anzüge und können sich weiten.

Skispringen - das Reglement zu den Anzügen Sportschau 01.12.2019 01:03 Min. Verfügbar bis 01.12.2020 Das Erste

Warum haben einige Skispringer schwarze Klappen an ihrem Helm?

Das ist ein modifizierter Helm mit schwarzem Wangenschutz. Die deutschen Skispringer verblüfften damit bei der Vierschanzentournee 2017/18 die Konkurrenz. Ein solcher Helm könnte aerodynamische Vorteile haben. Zudem kann er verhindern, dass sich ein Skispringer bei einem Sturz das Gesicht auf dem Hang aufreißt. Teilweise springen Richard Freitag und Co. noch immer mit dem Wangenschutz.

Richard Freitag

Richard Freitag

Wie ist die Wertung, wenn schon im 1. Durchgang abgebrochen werden muss?

Dann gibt es keine Wertung.

Was passiert, wenn sich im 1. Durchgang zwei Skispringer Platz 30 teilen, da punktgleich?

Beide ziehen in den 2. Durchgang ein. Ausnahmsweise gibt es dann 31 statt 30 Starter.

Wieviel Schnee kommt noch bei der Anlaufspur zum Einsatz? Ist das mittlerweile nur noch Keramik?

Zumeist wird Eis benutzt. Es gibt aber auch Anlaufspuren mit Keramik-Noppen und einem Bewässerungs- und Kühlsystem.

Warum mag nicht jeder jede Schanze?

Die Schanzen haben unterschiedliche Profile, eine ist höher, die andere ist flacher. Dadurch gibt es unterschiedliche Flugkurven. Jeder Springer hat einen anderen Sprungstil und kommt deswegen auf der einen Schanze besser zurecht als auf der anderen.

Was passiert wenn sich im Teamspringen ein Springer im ersten Durchgang verletzt?

Wenn sich ein Athlet im ersten Durchgang verletzt, ist es möglich, dass das Team zu dritt weiterspringt.

Wie steht es um Harrachov?

Bereits seit November 2018 sind alle fünf Sprungschanzen im weltberühmten Skigebiet an der tschechisch-polnischen Grenze gesperrt. Ende Oktober 2019 hat der tschechische Verband die Ausrichtung der Skiflug-Weltmeisterschaft 2024 in Harrachov offiziell abgesagt. Ob es am Čertová Hora jemals wieder Springen geben wird, bleibt weiter unklar.

Wann kommt Andreas Wellinger zurück?

Skisprung-Olympiasieger Andreas Wellinger hat sich beim Training im österreichischen Hinzenbach einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen und fällt für den kompletten Winter 2019/20 aus. Die Operation ist Wellinger zufolge gut verlaufen. Wellinger erklärte: "Ich habe in meiner Karriere schon einige Rückschläge weggesteckt und weiß, damit umzugehen."

Stand: 29.11.2019, 17:16

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