Titel, Tränen, Traum-Kür - Winter der Emotionen

Thomas Dreßen feiert während der Siegerehrung auf dem Podium mit der Trophäe für den Sieger in Kitzbühel

Ein Kreuzbandriss und ein schlimmer Sturz - aber auch viele traumhafte Momente

Titel, Tränen, Traum-Kür - Winter der Emotionen

Von Sanny Stephan und Christian Hornung

Dass Deutschland am Ende dieser Saison auf einen Abfahrtssieg auf der Streif zurückblicken kann, hätte wohl niemand erwartet. Wir zeigen die Videos von wunderschönen, aber auch von einigen traurigen Wintersport-Momenten.

Thomas Dreßen wird zur Streif-Legende

"Thomas, Du bist der Hit!" Die ORF-Reporter flippten komplett aus, als ein Deutscher nach fast vier Jahrzehnten wieder ihr Rennen gewann: Thomas Dreßen krönte sich im Alter von 24 Jahren mit einem Husarenritt zum Champion des schwersten Abfahrtsrennens der Welt - er wurde zur Streiflegende.

"Wahnsinn. Das war immer ein Traum", jubelte er anschließend. Und im Zielbereich freut sich auch Felix Neureuther auf Krücken mit. Dreßen: "Was wir für ein Team sind, ist der Hammer."

Denise Herrmann feiert ersten Weltcup-Triumph

Dass Denise Herrmann schnell in der Loipe ist, ist logisch: Bevor sie Biathletin wurde, war sie Langläuferin. In Östersund schaffte sie dann aber erstmals die perfekte Symbiose aus den beiden Komponenten: Mit Startnummer 24 lief die Deutsche zum letzten Schießen auf Stand 24. Und sie behielt die Nerven: Trotz eines Fehlers war sie am Ende nicht mehr einzuholen, erfüllte damit auch die Olympia-Norm und meinte: "Mit dem Träumen beginnt alles. Es fühlt sich einfach perfekt an."

Sturz beendet Richard Freitags Tourneehoffnungen

Richard Freitag hatte die Chance auf den Sieg bei der Vierschanzentournee. Doch das dritte Springen am Bergisel in Innsbruck wird ihm zum Verhängnis: Er stürzt nach einem Sprung auf 130 Meter im ersten Durchgang nach der Landung. Auf das Abschlussspringen in Bischofshofen verzichtet er: "Für mich gibt's jetzt erstmal eine kurze Physioauszeit - Beine gerade biegen und weiter geht's." Bundestrainer Werner Schuster macht der Jury in Innsbruck schwere Vorwürfe, aber nicht alle Athleten sind auf Freitags Seite: Kamil Stoch beispielsweise hat die Sache anderes gesehen.

Claudia Pechstein läuft Bahnrekord in Stavanger

Die Olympischen Spiele 2018 waren in der großen Karriere von Claudia Pechstein kein Highlight, aber der Weltcup in Stavanger zeigte, zu was für außergewöhnlichen Leistungen die 46-Jährige fähig ist: In 6:56,60 Minuten pulverisierte sie den Bahnrekord. Ihre Laufgegnerin hätte übrigens wie so viele ihrer Konkurrentinnen auch ihre Tochter sein können: Isabelle Weidemann aus der Schweiz war zu diesem Zeitpunkt 23.

Christian Neureuther über seinen Kreuzbandriss

"Keine so guten Nachrichten" hatte Felix Neureuther Ende November für seine Fans - das war noch ziemlich untertrieben. Es war eine Horror-Diagnose: Bei einem Trainingssturz in den USA hatte sich Neureuther das Kreuzband im linken Knie gerissen. Dabei sollte es seine Saison werden - und seine Olympischen Spiele! Nach der OP in Innsbruck träumte er zunächst noch vom rechtzeitigen Comeback, doch die Hoffnung bestätigte sich nicht.

Traum-Kür von Aljona Savchenko und Bruno Massot

"We dit it! We dit it!" Bruno Massot hatte die Augen weit aufgerissen, es war eine Mischung aus unfassbarer Freude und totaler Erleichterung, als er Aljona Savchenko diese Worte entgegenschrie. Die Olympia-Kür der beiden Paarlauf-Virtuosen war eine für die Ewigkeit des Eiskunstlaufens. Es waren viereinhalb Minuten traumhafter Schönheit und Perfektion, auf einer Ebene mit dem legendären Bolero der Eistanz-Legenden Jayne Torvill und Christopher Dean - und eben der war auch der Choreograph von Savchenko/Massot. Nur Vierter waren sie nach dem Kurzprogramm, weil Massot den Dreifach-Salchow nur doppelt sprang, doch sie kamen zurück und gewannen Gold. Die Weltrekord-Wertung von 159,1 Punkten toppten sie dann noch bei der WM in Mailand und holten nochmal Gold - eine Traum-Saison mit einer Traum-Kür.

Stand: 25.03.2018, 19:29

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