Eisschnellläuferin Pechstein sagt zwei Rennen ab

Einzelstrecken-WM

Eisschnellläuferin Pechstein sagt zwei Rennen ab

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein wird bei der WM in Inzell nur zwei Rennen bestreiten. Ihre für die ersten beiden Tage geplanten Starts sagte die 46-Jährige ab. Ihre Teamgefährtinnen bedauern diese Entscheidung.

Claudia Pechstein

Pechstein sagte am Eröffnungstag der Heim-Weltmeisterschaften der Eisschnellläufer in Inzell ihre WM-Starts über 3.000 Meter am Donnerstag und in der Team-Verfolgung am Freitag ab. Die Berlinerin wird somit nur die 5.000 Meter am Samstag und den Massenstartlauf am Sonntag bestreiten. Die erneute Gerichtsentscheidung gegen sie am Dienstag nur zwei Tage vor WM-Beginn sei "an die Substanz" gegangen, begründete Pechstein ihre Entscheidung, es sei "kaum noch zu ertragen, was mir als Folge der skandalösen Unrechtssperre von 2009 alles zugemutet" werde.

Kein deutsches Trio für Teamverfolgung

Durch den Verzicht Pechsteins bekommt der WM-Gastgeber jetzt allerdings kein Frauenteam für die Verfolgung zustande. "Das ist sehr schade. Aber ich habe von vorherein gesagt, wir haben nur diese drei Frauen. Und wenn da eine ausfällt, kann das Team nicht starten", sagte der verantwortliche Trainer Daan Rottier. Er räumte aber auch ein, dass das Trio wahrscheinlich keine Medaillenchance gehabt hätte. Auch Pechsteins Teamgefährtinnen Roxanne Dufter und Michelle Uhrig zeigten sich traurig, dass nun kein deutsches Trio in der Teamverfolgung am Start steht. "Ich bedauere das sehr. Bei einem Weltcuprennen hätte man das leicht verkraftet. Aber eine WM, das ist schon etwas anderes", unterstrich die Inzellerin Dufter.

Berufung abgelehnt

"Die sportliche Situation wird überschattet von der persönlichen Situation. Was bleibt ist unser Unverständnis, eine solche Gerichts-Entscheidung unmittelbar vor einer WM mitzuteilen", erklärte DESG-Sportdirektor Matthias Kulik.

Die fünfmalige Olympiasiegerin hatte am Dienstag ein früheres Urteil des EGMR in Straßburg zu ihrer einstigen Sperre akzeptieren müssen. Das Gericht wies ihre Berufung gegen das Urteil vom 2. Oktober ab. Pechstein hatte reklamiert, vor dem Sportgerichtshof CAS wegen fehlender Öffentlichkeit kein faires Verfahren gehabt zu haben. Das hatte ihr der EGMR im ersten Urteil eingeräumt, die Unabhängigkeit des CAS aber nicht infrage gestellt.

Thema in: B5 aktuell am 07.02.19, 16.55 Uhr

Stand: 07.02.2019, 13:47

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