Nach Zoff um Trainer - Joel Dufter bald Niederländer?

Erwägt einen Wechsel ins Ausland: Joel Dufter.

Eisschnelllauf-WM

Nach Zoff um Trainer - Joel Dufter bald Niederländer?

Verliert das deutsche Eisschnelllaufen seinen besten Sprinter? Nach der Ausbootung von Sprint-Bundestrainer Danny Leger erwägt Eissprinter Joel Dufter einen Wechsel ins Ausland.

Seit seiner Jugend trainiert der 25-Jährige unter Leger, sicherte sich vor drei Wochen EM-Bronze im Sprint-Mehrkampf. Schon nach seiner EM-Medaille hatte Dufter gegenüber der Sportschau Interesse an ausländischen Teams geäußert. Jetzt liebäugelt der beste deutsche Sprinter mit einem Wechsel in die benachbarte Niederlande: "Mir fehlt mein Bezugstrainer, der mich zehn Jahre begleitet hat." Im Nachbarland gebe es eine Vielzahl idealer Trainingspartner, sagte er im ZDF. "Die Dichte dort ist sehr groß. Da könnte man noch einige rausholen."

Der Reiz sei auf jeden Fall da. "Ich will künftig nach einem neuen Konzept trainieren, brauche ein stärkere zweite Runde auf den 1.000 Metern", sagte der Inzeller, der bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaft in Heerenveen vom 11. bis 14. Februar neben Langstreckler Patrick Beckert aus Erfurt die deutschen Medaillen-Hoffnungen trägt.

Eisschnelllauf - Athleten sind froh, überhaupt eine WM zu haben

Sportschau 10.02.2021 02:16 Min. Verfügbar bis 10.02.2022 ARD Von Holger Gerska


Erfurter Behr trainiert Dufter bei der WM

Lange hatte sich Dufter mit dem Abschied von seinem Heimtrainer Leger zum 31. Dezember 2020 nicht abfinden wollen. Er hatte daher gemeinsam mit drei weiteren Eissprintern einen offenen Brief formuliert, in dem er scharfe Kritik an der Führung der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft äußerte. Inzwischen hat er die Situation zähneknirschend akzeptiert. Bis zum Weltcup vor zehn Tagen trainierte er noch nach Plänen von Leger und wird jetzt bei der WM in Heerenveen vom Erfurter Andreas Behr betreut. Chancen auf eine Medaille über 1.000 Meter sieht Dufter auch bei der WM, schränkte aber ein: "Die ersten beiden Plätze sind unschlagbar. Alles was dahinter ist, ist offen. Mit einer guten Performance kann man aber weit nach vorn kommen."

Neun Deutsche bei WM - zwei mit Hoffnungen

Insgesamt gehen neun Deutsche bei den Titelkämpfen an den Start. Die fünfmalige Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat sich für vier Rennen qualifiziert. Zum WM-Auftakt läuft Pechstein am Donnerstag die 3.000 Meter, Medaillenchancen hat die 48-Jährige aber keine. Der Erfurter Patrick Beckert - der WM-Dritte des Vorjahres – darf sich über 10.000 Meter ebenso Hoffnungen auf Edelmetall machen. Ebenso wie Dufter, für den es die letzten Titelkämpfe unter deutscher Fahne sein könnten.

EM-Bronze im Eisschnelllauf - Joel Dufter wird Dritter bei Sprint-Europameisterschaft Sportschau 17.01.2021 07:44 Min. Verfügbar bis 17.01.2022 Das Erste

Das deutsche WM-Aufgebot:

500 Meter: Nico Ihle, Joel Dufter - Katja Franzen, Anna Ostlender
1.000 Meter: Ihle, Dufter - Franzen, Ostlender, Josephine Heimerl
1.500 Meter: Stefan Emele - Mareike Thum
3.000 Meter: Claudia Pechstein, Thum
3.000 Meter: Patrick Beckert - Pechstein
10.000 Meter: Beckert
Teamverfolgung Damen: Pechstein, Thum, Heimerl
Massenstart: Emele - Pechstein, Thum

Zeitplan der WM in Heerenveen
DatumDisziplin
11. Februar, 14.50 Uhr3.000 m Frauen
11. Februar, 16.01 Uhr5.000 m Männer
12. Februar, 15.10 UhrTeamverfolgung Frauen
12. Februar, 15.33 UhrTeamverfolgung Männer
12. Februar, 16.13 Uhr500 m Männer
12. Februar, 16:56 Uhr500 m Frauen
13. Februar, 15.13 Uhr1.000 m Frauen
13. Februar, 16.02 Uhr1.000 m Männer
13. Februar, 16.54 UhrMassenstart Frauen
13. Februar, 17.11 UhrMassenstart Männer
14. Februar, 12.35 Uhr1.500 m Frauen
14. Februar, 13.32 Uhr1.500 m Männer
14. Februar, 14.28 Uhr5.000 m Frauen
14. Februar, 15.35 Uhr10.000 m Männer

dpa/rei | Stand: 10.02.2021, 09:35

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