Titel-Neulinge und viel Redebedarf bei den Kufenflitzern

Michelle Uhrig

Eisschnelllauf-Meisterschaften in Inzell

Titel-Neulinge und viel Redebedarf bei den Kufenflitzern

Was waren das für verrückte Titelkämpfe bei den Deutschen Meisterschaften im Eisschnelllaufen in Inzell. Claudia Pechstein gewann konkurrenzlos, Michelle Uhrig jubelte genau wie eine Inlinerin über Premierengold und der Weg zur Weltspitze bleibt ein weiter.

Die von vielen Nebengeräuschen geprägten Deutschen Meisterschaften der Eisschnellläufer sind mit einer Überraschung zu Ende gegangen. Das abschließende Massenstartrennen in Inzell gewann am Sonntag (10.11.2019) überraschend Inlinerin Josie Hofmann.

Die Thüringerin, die im Sommer auf Inlinern unterwegs ist und seit der Saison 2016/17 im Winter Eisschnelllaufen trainiert, war die Schnellste. Die 22-Jährige aus Gera setzte sich vor Michelle Uhrig aus Berlin durch. Claudia Pechstein, die in den vergangenen fünf Jahren die Konkurrenz gewann, hatte diesmal mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun.

Doppel-Gold für Uhrig

Uhrig verpasste mit der Silbermedaille nur knapp einen Titel-Hattrick. Kurz vor dem Massenstartrennen hatte die 23-Jährige Gold über 1.500 Meter gewonnen. Es war erst ihr zweiter Sieg bei einer Deutschen Meisterschaft. Ihre Gold-Premiere hatte sie tags zuvor über 1.000 Meter gefeiert. Über die 1.500 Meter ließ Uhrig Mitfavoritin Roxanne Dufter aus Inzell hinter sich. Claudia Pechstein, die in Inzell ihre DM-Titel 38 und 39 gewann, war auf der Mittelstrecke nicht am Start.

Theater schon vor Saisonbeginn

Claudia Pechstein

Claudia Pechstein brachte ihren Lebenspartner Matthias Große als Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft ins Spiel.

Dennoch genoss die 47-Jährige nicht nur wegen ihrer beiden Titel am Freitag und Samstag viel Aufmerksamkeit bei den Meisterschaften. Viel mehr sorgte sie mit ihrem Vorstoß zum vakanten Präsidentenamt in der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft für Aufmerksamkeit. Nach dem überraschenden Rückzug von Präsidentin Stefanie Teeuwen brachte Pechstein ihren Lebensgefährten Matthias Große als Nachfolger ins Gespräch.

Hoffnungen ruhen auf den Etablierten

Mit Teeuwens Rücktritt geriet der sportliche Aspekt der Titelkämpfe ins Hintertreffen, obwohl junge Sportler Fortschritte nachwiesen. Dennoch sei der "Rückstand zur Weltspitze weiter groß", analysierte Bundestrainer Bouwman. So ruhen die größten Hoffnungen für die am kommenden Freitag in Minsk beginnende Weltcup-Saison neben Pechstein weiter auf den Etablierten wie Patrick Beckert, der sich über 5.000 und 10.000 Meter seine Titel 21 und 22 holte, sowie den Sprint-Champions Nico Ihle (1.000 Meter) und Joel Dufter (500 Meter).  

sst/dpa | Stand: 10.11.2019, 15:03

Darstellung: