Kein Generationenwechsel im Eisschnelllauf in Sicht

Claudia Pechstein jubelt (imago images)

Pechstein siegt und siegt

Kein Generationenwechsel im Eisschnelllauf in Sicht

Rekord-Olympionikin Claudia Pechstein dominiert auch mit 49 Jahren die deutschen Meisterschaften. Das ist beeindruckend – aber auch beängstigend.

Und jährlich grüßt Claudia Pechstein – vom Siegerpodest der deutschen Meisterschaften. Die Berlinerin sammelte am vergangenen Wochenende ihre Titel 40 und 41, an der 42. Goldmedaille schrammte sie als Dritte durch einen Sturz im Massenstart nur knapp vorbei.

Pechstein: Mehr als 15 Sekunden Vorsprung über 5.000 Meter

So beeindruckend die Dominanz der Berliner Rekord-Eisschnellläuferin im deutschen Team ist, auf den Frauen-Nachwuchs wirft diese Pechstein-Dominanz kein gutes Licht. Pechstein ist bereits 49 Jahre und siegte am Wochenende in Inzell trotzdem mit großem Vorsprung. Über 3.000 Meter gewann die Berlinerin in 4:11,82 Minuten und war knapp fünf Sekunden schneller als ihre Berliner Teamkollegin Michelle Uhrig (4:16,27 Minuten), auf ihrer Paradestrecke über 5.000 Meter siegte Pechstein in 7:06,67 Minuten und distanzierte die 25-jährige Uhrig (7:22,26 Minuten) dabei um mehr als 15 Sekunden.

„Das stimmt mich negativ“

"Der Abstand zu den jungen Hühnern ist schon extrem", sagte Pechstein nach dem 5.000-Meter-Rennnen mit gemischten Gefühlen. "Das stimmt mich schon negativ, was den Nachwuchs angeht." Denn auch das gehört zur Wahrheit der Pechstein-Siegesserie bei deutschen Meisterschaften. International kann die neunfache Olympiamedaillengewinnerin kaum noch mit der Weltspitze mithalten. "In Holland wäre ich wohl schon seit 15 Jahren Rentnerin", sagte Pechstein und lächelte dabei.

Großes Ziel achte Olympiateilnahme

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Mit ihren Meistertiteln sicherte sich Pechstein auch locker ihr Ticket für die Mitte November in Polen beginnende Weltcupsaison. Dort möchte die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin ihrem großen Traum ihrer achten Olympia-Teilnahme einen Schritt näherkommen. Das Ziel ist anspruchsvoll: In Tomaszow muss Pechstein über 3.000 Meter mindestens Elfte werden, um das Starterfeld über 5.000 Meter eine Woche später in Stavanger zu erreichen. Wer dort unter die ersten acht kommt, hat das Ticket für Peking sicher. In den vergangenen beiden Jahren schaffte sie es über 3.000 Meter in sieben Rennen viermal in die Top elf, dreimal nicht. Über 5.000 Meter wurde Pechstein in den letzten drei Rennen einmal Achte.

Aber auch bei einer Olympia-Qualifikation hätte die Berlinerin nur sehr geringe Medaillenchancen. Und spätestens nach den Olympischen Spielen will die Rekord-Eisschnellläuferin dann die Schlittschuhe in die Ecke stellen.

Männer: Beckert und Dufter zu je zwei Titeln

Ähnlich dominant wie Pechstein bei den Frauen präsentierten sich bei den Männern Joel Dufter aus Inzell über 500 und 1.000 Meter sowie Patrick Beckert über 5.000 und 10.000 Meter. Ein Generationswechsel deutete sich aber auch hier nicht an. Der 26-jährige Dufter und der 31-jährige Beckert liefen zu jeweils zwei Titeln und tragen die größten Hoffnungen mit Blick auf die Olympischen Spiele. Beeindruckend bei den deutschen Meisterschaften Beckerts 10.000-Meter-Rennen: Der dreimalige WM-Dritte aus Erfurt drückte in 12:54,43 Minuten seinen Meisterschaftsrekord um zehn Sekunden und holte sich seinen 24. Titel.

dh/sid/dpa | Stand: 01.11.2021, 14:25

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