Eisschnelllauf - Außerordentliche Mitgliederversammlung zur Große-Wahl

Eisschnelllauf-Weltcup in Erfurt

Gespräche mit umstrittenenen DESG-Präsidenten-Kandidaten

Eisschnelllauf - Außerordentliche Mitgliederversammlung zur Große-Wahl

Lange standen sich die Spitze der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft und Claudia Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große spinnefeind gegenüber. Nun könnte der Berliner doch DESG-Präsident werden.

Bei der sportlich und finanziell kriselnden Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) könnte es nun doch schon bald zur Wahl des umstrittenen Kandidaten Matthias Große zum neuen Präsidenten kommen. Der Verband vermeldete am Donnerstag (30.01.2020) ein Treffen zwischen DESG-Vize Uwe Rietzke, Schatzmeister Dieter Wallisch und dem Lebensgefährten der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein.

Die Eisschnelllauf-Gemeinschaft will ihre Mitglieder nun zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einladen. Ein Termin ist noch nicht fixiert.

Große verspricht Sponsoren und Förderer

Laut DESG-Presseaussendung hätten Rietzke und Wallisch die "'konstruktive und zukunftsorientierte' Unterredung" mit Große betont. Der Unternehmer aus Berlin hätte dabei "auch Möglichkeiten zur kurzfristigen Akquise von Sponsoren und Förderern ... mit dem Ziel einer nachhaltigen langfristigen Liquidität für den Verband" aufgezeigt.

DESG hat große finanzielle Probleme

Die DESG plagen massive Finanzprobleme, steht damit unter Zeitdruck. Das Gremium "DESG gemeinsam retten" hatte Mitte Januar mitgeteilt, "dass aus eigener Kraft allein aus dem Gremium heraus keine ausreichenden Lösungen gefunden werden können." Laut Rietzke könne die Lage bis "Mitte des Jahres" kritischer werden, er betonte jedoch: "Die DESG kommt bislang allen Zahlungsverpflichtungen nach."

Athletensprecher Geisreiter kritisiert Große-Bewerbung

Pechstein, die nach einem Zerwürfnis mit Eisschnelllauf-Bundesttrainer Erik Bowman seit diesem Winter mit dem polnischen Team trainiert, hatte ihren Lebensgefährten Große im November als Präsident der DESG ins Spiel gebracht. Zuvor war die bisherige Präsidentin Stefanie Teeuwen von ihrem Amt zurückgetreten. Im Verband und auch bei Sportlern hatte Große für seine präsidialen Ambitionen bisher kaum Rückendeckung. So kritisierte Athletensprecher Moritz Geisreiter "die einschüchternde und bedrohliche Wirkung Großes auf einige Athleten". Zudem kenne sich Große im Shorttrack nicht aus und die Nähe zu Pechstein könne zu Interessenkonflikten führen. Unterstützt wird Große dagegen von Olympiasiegerin Claudia Niemann-Stirnemann, "da er die Situation des Verbandes kennt".

Bisher ist Große der einzige Kandidat für das DESG-Präsidentenamt. Anfang Januar hatte er seine Bewerbung offiziell eingereicht. "Ich will das Schiff in ruhigere Fahrwasser bringen", erklärte Große.

Stand: 30.01.2020, 15:07

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