Zwei Tausendstel fehlen Eisschnellläufer Beckert zu Bronze

Einzelstrecken-WM

Zwei Tausendstel fehlen Eisschnellläufer Beckert zu Bronze

Patrick Beckert hat bei der WM in Inzell die Bronzemedaille über die 10.000 Meter um zwei Tausendstelsekunden verpasst. Claudia Pechstein belegte in ihrem 50. WM-Rennen den siebten Platz über 5.000 Meter. Aus diesem Erfolg schöpfte die 46-Jährige nach ihrem juristischen Tiefschlag diese Woche neue Motivation: Sie will ihre Karriere auch im kommenden Winter fortsetzen.

Ein undankbarer vierter Platz bei einem Großereignis ist ja schon schlimm genug. Wenn man dann bei einer Heim-WM eine Medaille so knapp verpasst wie Beckert, dann ist das ein regelrechtes Drama. Der Erfurter Langstrecken-Spezialist kämpfte sich in 12:57,402 Minuten durch das 10.000-m-Rennen und musste sich trotz eines fulminanten Schlussspurts mit Rang vier zufriedengeben. Zu Bronze und dem Russen Danila Semerikow (12:57,400) fehlten Beckert zwei Tausendstelsekunden, was umgerechnet 2,5 Zentimeter bedeutet. "Was soll's? Ein starker Lauf. Ich habe alles gegeben", sagte Beckert nach dem Rennen. Gold ging an Sotschi-Olympiasieger Jorrit Bergsma (Niederlande/12:52,93) vor Landsmann Patrick Roest (12:53,34).

DESG droht die nächste WM ohne Medaille

Damit verpasste Beckert die Wiederholung seiner Erfolge aus den Jahren 2015 und 2017, in denen er WM-Bronze über die längste Einzelstrecke gewonnen hatte. Der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) droht ein Jahr nach den enttäuschenden Olympischen Spielen in Pyeongchang ein weiterer Saisonhöhepunkt ohne Medaillengewinn.

Pechstein macht weiter

"Ich bin exakt so schnell gelaufen, wie hier bei der WM vor acht Jahren. Das macht mich unheimlich stolz", sagte Pechstein nach ihrem ersten Einsatz bei der Einzelstrecken-WM in Inzell, dem Rennen über 5.000 Meter. Sie beendete es in 7:00,90 Minuten auf Platz sieben. Vor acht Jahren war sie mit derselben Zeit in Inzell noch WM-Dritte gewesen. Es war im 50. WM-Rennen bei ihrer 18. Einzelstrecken-WM die 47. Top-Ten-Platzierung für die 46 Jahre alte Berlinerin.

Sablikova stellt mit Sieg Rekord von Niemann-Stirnemann ein

Der Sieg ging wie schon über 3.000 Meter an Martina Sablikova, die in 6:44,85 Minuten die Olympiasiegerin Esmee Visser aus den Niederlanden (6:46,14 Minuten) auf Rang zwei verwies. Sablikova verbesserte damit ihren eigenen Bahnrekord gleich um sechs Sekunden. Die 32 Jahre alte Tschechin schloss mit ihrem insgesamt 19. WM-Titel zu Rekordweltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann aus Erfurt auf, die zwischen 1991 und 2001 elf Einzel- und acht Allround-WM-Titel erkämpft hatte.

Pechstein schafft Norm als Olympia-Kader

Angesichts des juristischen Tiefschlages zwei Tage vor der WM hatte Pechstein lange Zeit die Absage aller ihrer Starts erwogen. "Ich bin froh, dass ich angetreten bin. Wenn ich das nicht getan hätte, wäre ich zurückgetreten. Jetzt aber sage ich: Ich mache weiter", erklärte Pechstein, die damit als einzige der deutschen Eisschnellläuferinnen auch die Norm als Olympia-Kader (früher A-Kader) geschafft hat. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte am Dienstag Pechsteins Berufung zum Urteil vom 2. Oktober 2018 zurückgewiesen. Sie wisse nicht, ob sie "trotz des mir widerfahrenen Unrechts über genügend Kraft verfüge, meine Bestleistung abrufen zu können", hatte Pechstein mitgeteilt und auf die Rennen über 3.000 Meter und in der Team-Verfolgung verzichtet.

Claudia Pechstein

Claudia Pechstein

Ihle Achter über 1.000 Meter

Nico Ihle bleibt in Inzell ohne Medaille. Der 33 Jahre alte Vizeweltmeister von 2017 verpasste auch im WM-Rennen über 1.000 Meter auf Platz acht das Podest. In 1:08,40 Minuten war er aber zum Saisonhöhepunkt so schnell wie noch nie in diesem Winter. Sein Teamgefährte Joel Dufter landete in 1:08,66 Minuten auf Platz elf. Das Rennen dominierten die Niederländer gleich zu dritt: Europameister Kai Verbij siegte mit Bahnrekord von 1:07,39 Minuten vor Olympiasieger Kjeld Nuis und Thomas Krol. Ihle hatte an den ersten beiden WM-Tagen von Inzell mit dem Sprinter-Team als Vierter nur knapp das Podest verfehlt und war über 500 Meter Elfter geworden.

Thema in: B5 aktuell am 09.02.19, 16.55 Uhr

Stand: 09.02.2019, 17:46

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