Eisschnellläufer vor schwierigem Neuanfang

Patrick Beckert

Saisonstart

Eisschnellläufer vor schwierigem Neuanfang

Die nationalen Meistertitel sind bereits vergeben; am Wochenende starten die deutschen Eisschnellläufer in die neue Weltcup-Saison. Nach dem medaillenlosen Olympia-Winter geht um einen Neuanfang.

Am Freitag starten die deutschen  Eisschnellläufer beim Weltcup im japanischen Obihiro international in den Winter.

Wie ist die Lage im Verband?

Nach der Enttäuschung bei den Winterspielen in Pyeongchang stand die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) fast acht Monate ohne sportliche Führung da. Nun wurde der langjährige Shorttrack-Verantwortliche Matthias Kulik als neuer Sportdirektor vorgestellt, außerdem ist ein geschäftsführender, hauptberuflicher Vorstand geplant. Das Trainerteam besteht aus mehreren Personen, darunter Junioren-Bundestrainer Erik Bouwman. Dieser betreut auch den Olympiakader. 

Was ist der Saison-Höhepunkt?

Unumstrittener Höhepunkt sind die Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Inzell vom 7. bis 10. Februar 2019. Vor heimischem Publikum hoffen Altmeisterin Claudia Pechstein und Co. auf Edelmetall. Am 23./24. Februar folgt im niederländischen Heerenveen die Sprint-WM, Anfang März kämpfen die Allrounder in Kanada um WM-Gold im Mehrkampf. 

Was ist von den Deutschen zu erwarten?

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hält einen Finger vor den Mund

National weiterhin an der Spitze: Claudia Pechstein

Der Verband gibt sich zurückhaltend. Man habe jetzt "den Fokus auf einen professionellen Nachwuchsleistungssport gelegt", sagte Kulik dem SID: "Diese Weichenstellungen dauern aber einige Jahre, bis sie wirken. Sportler wachsen nicht auf Bäumen." Derzeit wolle man in Hinblick auf Peking 2022 erfolgreich arbeiten, das langfristige Hauptaugenmerk gehe aber in Richtung 2026 und darüber hinaus.

Realistische Chancen aufs Treppchen in dieser Saison haben der Langstreckenspezialist Patrick Beckert und 500-m-Vizeweltmeister Nico Ihle. Spannend ist die Frage, ob die 46-jährige Pechstein dem Alter weiterhin trotzen kann und wieder zu Top-Platzierungen in der Lage ist. Natiuonal hatte sei bei den Deutschen Meisterschaften ihre Titel 35 bis 37 geholt. Ihre Karriere beendet haben Moritz Geisreiter, Hubert Hirschbichler, Judith Dannhauer und Isabell Ost.

Auf wen muss man international achten?

Zuallererst auf die Niederlande, die mit 16 Medaillen bei Olympia überzeugten. Beckert  muss sich auf der Langstrecke etwa mit den Superstars Sven Kramer  und Jorrit Bergsma messen. Sprinter Nico Ihle bekommt es unter anderem mit Doppel-Olympiasieger Kjeld Nuis (1000 m und 1500 m) und dem norwegischen 500-Meter Olympiasieger Havard Lorentzen zu tun. Zu Pechsteins Gegnerinnen zählen neben den niederländischen Olympiasiegerinnen Esmee Visser und Carlijn Achtereekte auch weiter ihre tschechische Dauerrivalin Martina Sablikova.

Zeitplan

16. bis 18. November 2018: 1. Weltcup in Obihiro (Japan)
23. bis 25. November 2018: 2. Weltcup in Tomakomai (Japan)
07. bis 09. Dezember 2018: 3. Weltcup in Tomaszow Mazowiecki (Polen)
14. bis 16. Dezember 2018: 4. Weltcup in Heerenveen (Niederlande)
11. Januar: Europameisterschaft in Ritten (Italien)
01. bis 03. Februar 2019: 5. Weltcup in Hamar (Norwegen)
07. bis 10. Februar 2019: Einzelstrecken-Weltmeisterschaft in Inzell
23. bis 24. Februar 2019: Sprint-Weltmeisterschaft in Heerenveen (Niederlande)
02. bis 03. März 2019: Mehrkampf-Weltmeisterschaft in Calgary (Kanada)
09. bis 10. März 2019: 6. Weltcup in Salt Lake City (USA)

Thema im Programm: Wintersport im Ersten, Samstag, 17.11., ab 10 Uhr

sid/dko | Stand: 15.11.2018, 11:24

Darstellung: