Eisschnelllauf-EM: Pechstein Siebte über 3000 Meter, Dufter starker Fünfter

Sportschau 08.01.2022 12:14 Min. Verfügbar bis 08.01.2023 Das Erste

Eisschnelllauf | EM in Heerenveen

Pechstein mit Achtungserfolg bei Eisschnelllauf-EM

Stand: 08.01.2022, 10:16 Uhr

Für den großen Coup hat es nicht gereicht, doch Claudia Pechstein und Joel Dufter feiern Achtungserfolge bei den Europameisterschaften im Eisschnelllauf.

Claudia Pechstein formte mit den Händen ein Herzchen für die Fotografen und war einfach nur zufrieden. Einen Monat vor den Olympischen Winterspielen hat die Berlinerin mit Platz sieben über 3.000 Meter bei den Eisschnelllauf-Europameisterschaften im niederländischen Heerenveen einen Achtungserfolg gefeiert.

"Ich weiß, dass ich nicht mehr um Medaillen mitkämpfe, dann weiß ich auch, dass die 3.000 Meter nicht meine Strecke sind, aber ich weiß, dass ich ein gutes Rennen gemacht habe. Ich wollte beste Deutsche sein, das habe ich wieder geschafft", sagte die 49-Jährige.

Pechstein vor ihren achten Olympischen Spielen

Sportschau 08.01.2022 01:59 Min. Verfügbar bis 08.01.2023 Das Erste

Im direkten Duell mit ihrer Teamkollegin Leia Behlau setzte sich die fünfmalige Olympiasiegerin in 4:11,60 Minuten durch. Die Inzellerin lief in 4:14,20 Minuten die neuntbeste Zeit. Europameisterin wurde die Niederländerin Irene Schouten in 3:56,62 Minuten vor ihrer Landsfrau Antoinette de Jong (3:59,79) und Francesca Lollobrigida aus Italien (4:00,61).

Dufter wird Fünfter

Für die beste deutsche Platzierung sorgte zum Abschluss des ersten Wettkampftages Joel Dufter. Über 1.000 Meter lief der Sprintspezialist in 1:08,69 Minuten auf den fünften Platz. Thomas Krol (1:07,77), Kjeld Nuis (1:07,86) und Kai Verbij (1:07,94) sorgten für einen Dreifacherfolg der Gastgeber.

In der ersten Entscheidung des Tages hatten die deutschen Sprinterinnen im Team-Wettbewerb nur Platz vier unter vier Mannschaften belegt. Katja Franzen (Inzell), Sophie Warmuth (Erfurt) und Lea Sophie Scholz (Berlin) verloren das Duell über drei Runden in 1:32,29 Minuten gegen Belarus. Der Sieg ging an Polen in 1:27,26 Minuten vor Belarus (1:31,18) und Norwegen (1:31,43).

Die zweite Entscheidung des ersten Wettkampftages fand ohne deutsche Beteiligung statt. In der Mannschaftsverfolgung verzichtete die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) kurzfristig auf einen Start. Für den Erfurter Fridtjof Petzold sei ein Start im Team Pursuit nach einer Erkältung zwischen Weihnachten und Neujahr zu früh gekommen, sagte DESG-Sportdirektorin Nadine Seidenglanz. "Von daher haben wir gesagt, wenn wir kein repräsentatives Team schicken können, sagen wir ab", erklärte sie. Den Titel gewannen wie vor zwei Jahren die Niederländer.

EM-Auftakt ohne Russland

Russlands Eisschnellläufer steigen nach einer coronabedingten Zwangspause am zweiten Tag der Europameisterschaften in Heerenveen in den Wettkampf ein. Wie der nationale Verband am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, waren alle Corona-Tests vom Vortag negativ. Wegen mehrerer Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 war die gesamte Mannschaft seit ihrer Einreise in die Niederlande in Quarantäne.

Wegen des Corona-Ausbruchs hatten die EM am Freitag ohne russische Teilnehmer begonnen. Zuvor hatten die Top-Sprinter Pawel Kulischnikow, Artem Arefjew, Ruslan Muraschow und Wiktor Muschtakow offiziell aus gesundheitlichen Gründen auf eine EM-Teilnahme verzichtet. Sie würden "krankheitsbedingt" die EM verpassen, hatte Cheftrainer Dimitri Dorofejew erklärt. Arefjew als Fünfter und Muschtakow als Sechster des Weltcups zählten über 500 Meter zu den Medaillenkandidaten.

Nach Verbandsangaben hätten einige Athleten des Sprintteams zuletzt Fieber gehabt. Deren Gesundheitszustand habe sich nach den Allrussischen Wettkämpfen in Kolomna Ende Dezember verschlechtert. Anschließende Corona-Tests seien jedoch negativ ausgefallen.

Quelle: dpa

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