Eisschnelllauf-Präsidentin Teeuwen zurückgetreten

Eisschnelllauf - Präsidentin der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft, Stefanie Teeuwen

Eisschnelllauf-Präsidentin Teeuwen zurückgetreten

Die Deutsche Eisschnelllauf-Geimeinschaft steht kurz vor den deutschen Meisterschaften in Inzell ohne Führung da. Präsidentin und Vize-Präsident haben hingeworfen. Nach Sportschau-Informationen aus finanziellen Gründen.

Paukenschlag bei den deutschen Eisschnellläufern: kurz vor den deutschen Meisterschaften in Inzell ist Stefanie Teeuwen als Präsidentin der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) zurückgetreten. Neben Teeuwen zog sich auch Vizepräsident Hubert Graf zurück. Nach Sportschau-Informationen haben beide Konsequenzen aus finanziellen Problemen des Verbandes gezogen.

Schatzmeister Wallisch: "Überrascht worden"

Den Teeuwen-Rückzug teilten DESG-Vizepräsident Uwe Rietzke und Schatzmeister Dieter Wallisch am Donnerstagabend in einer Erklärung mit. "Als Spitzensportlerin im Eisschnelllauf blieb Stefanie Teeuwen dem Sport auch nach ihrer aktiven Zeit bis heute treu. Frau Teeuwen bedankt sich bei allen, die sie auf ihrem Weg unterstützt und begleitet haben", heißt es in der Mitteilung. Der Verband nannte zunächst keine Gründe für den Rücktritt der 50-Jährigen. "Wir sind selbst von ihrer Entscheidung überrascht worden", sagte Wallisch. Nach ARD-Informationen zogen sich sowohl Teeuwen als auch Graf wegen Finanzproblemen des Verbandes zurück. Die DESG steht seit 2018 ohne Hauptsponsor da.

Zu den weiteren Schritten erklärte Rietzke, dass das verbleibende Präsidium nun entsprechende Schritte einleiten und bis Ende nächster Woche dazu kommunizieren will.

Teeuwen war seit 2016 im Amt

Teeuwen, die früher selbst Eisschnellläuferin war, hatte das Amt seit 2016 inne. In ihre Zeit waren die medaillenlosen Olympischen Spiele 2018, der Rücktritt von Sportdirektor Robert Bartko und Cheftrainer Jan van Veen sowie die mutmaßliche Verwicklung eines Berliner Eisschnelllauf-Trainers in den Blut-Doping-Skandal der "Operation Aderlass" gefallen.

Scholt: "Keine leichte Amtszeit"

Ralf Scholt

Ralf Scholt: "Wenig Rückendeckung"

"Vom Zeitpunkt her ist der Rücktritt überraschend. Wenn man aber die Stimmung im Verband kennt, verwundert der Schritt nicht", kommentiert ARD-Experte Ralf Scholt den Rücktritt. "Insgesamt hatte Teeuwen keine leichte Amtszeit aber auch wenig Rückendeckung vom Verband. Hinzu kamen unglückliche Auftritte in der Auseinandersetzung mit Claudia Pechstein."

Pechstein bringt Lebensgefährte ins Spiel

Nach dem Rücktritt meldete sich sogleich auch Pechstein zu Wort. Auf Facebook brachte die derzeit in Polen trainierende Berlinerin ihren Lebenspartner Matthias Große als Kandidaten ins Spiel. "Aus meiner Sicht kann es nur EINEN neuen Präsidenten geben:- sehr erfolgreicher Unternehmer aus Berlin, - begleitet mich seit 10 Jahren auf meinem Weg gegen die Unrechtssperre, - geradlinig, klar & leistungsorientiert! Sein Name: Matthias Große !!!", postete Pechstein.

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Sportdirektor Kulik "ganz zurückhaltend"

DESG-Sportdirektor Matthias Kulik reagierte "ganz zurückhaltend" und erklärte: "Es ist das gute Recht von Claudia, diese Meinung zu artikulieren. Aber es geht hier um politische Entscheidungen im Sinne des Verbandes."

Wer übernimmt? Es droht ein Hauen und Stechen

Für Scholt ist nach dem Teeuwen-Rücktritt völlig unklar, wer den Posten übernehmen könnte. „Im Verband gibt es sehr starke, unterschiedliche Kräfte, da spielt Ost-West auch noch eine große Rolle. In Berlin ist eine starke Fraktion, Bayern ist ein großer Verband, Thüringen ist sportlich stark, hat aber nicht so viele Stimmen, auch Nordrhein-Westfalen will eine Rolle spielen. Bei der letzten Wahl hat sich schon niemand aufgedrängt, das wird schwer, da jetzt jemanden zu finden“, sagte der ARD-Experte.

dh/dpa | Stand: 08.11.2019, 07:53

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