Eisschnelllauf-Verband trennt sich von Sportdirektor

Sommertraining der deutschen Eisschnelläufer

Konsequenzen des offenen Konflikts

Eisschnelllauf-Verband trennt sich von Sportdirektor

Mathias Kulik ist nicht mehr Sportdirektor der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Es ist das vorläufige Ende einer Auseinandersetzung mit dem kommissarischen Präsidenten Matthias Große.

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft und ihr bisheriger Sportdirektor Matthias Kulik gehen künftig getrennte Wege. Wie der kommissarische DESG-Präsident Matthias Große am Freitag (14.08.2020) in Berlin mitteilte, habe Kulik die Kündigung wegen "eines indiskutablen Fehlverhaltens über Monate" zum 31. Januar 2021 erhalten. Kulik habe dem Verband nachweislich Schaden zugefügt, so Große. Kulik war am Freitag (14.08.2020) für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Seinglanz folgt auf Kulik

Matthias Kulik, Sportdirektor der DESG

Matthias Kulik, Ex-Sportdirektor der DESG

Die Aufgaben des Sportdirektors wird die frühere Chemnitzer Eisschnellläuferin Nadine Seidenglanz übernehmen, die rund zehn Jahre lang Erfahrungen im Management der Sportart in den Niederlanden sammelte. Die Stelle des Sportdirektors kann erst ausgeschrieben werden, wenn der erwartete Rechtsstreit der DESG mit Kulik beendet ist. In einem laut Große nur vierminütigen Personalgespräch mit dem bisherigen Sportdirektor per Videocall sei keine einvernehmliche Lösung gefunden worden.

"Ich sehe einer möglichen rechtlichen Auseinandersetzung gelassen entgegen und werde alles dafür tun, weiteren Schaden von der DESG abzuwenden", erklärte Große den Mitgliedern.

Disput schwelt schon länger

Zwischen Große und Kulik hatte es Spannungen gegeben, seitdem Große vor Beginn der abgelaufenen Weltcupsaison wegen angeblich "verbandsschädigender Aussagen" aus dem DESG-Betreuerstab gestrichen worden war. Mit Blick auf die Präsidentenwahlen am 19. September versuchte Große mit weiteren Aktionen, Mitglieder, Aktive und Verantwortliche von seinen Konzepten zu überzeugen. So sollen Sportler künftig für jeden Olympia-Startplatz 2022 und 2026 mit 5.000 Euro motiviert werden.

DESG: Große entlässt auch Kulik

Sportschau 14.08.2020 01:23 Min. Verfügbar bis 14.08.2021 ARD Von Lars Becker

Matthias Große, Präsident der DESG

Matthias Große, Präsident der DESG

Zudem wird es in seiner Initiative "Kufenträume" pro Platz 4.000 Euro für den Verein und 1.000 Euro für den Landesverband geben. Die Summe werde von seiner Immobilien-Firma und dem Hauptsponsor des Verbandes gemeinsam aufgebracht, erklärte der Lebensgefährte von Olympiasiegerin Claudia Pechstein. All dies würde aber nur im Falle von Großes Wahl zum DESG-Präsidenten wirksam werden.

Der bisherige Vizepräsident Uwe Rietzke hat angekündigt, sich bei der Mitgliederversammlung nicht mehr der Wahl zu stellen. Für die Marketing-Aktivitäten der DESG wird künftig der frühere Top-Langstreckler Frank Dittrich verantwortlich zeichnen. "Wir haben da bisher ein miserables Bild abgegeben", sagte Große.

Stand: 14.08.2020, 09:34

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