Bruno Massot: Missbrauchsopfern mehr Gehör verschaffen

Sarah Abitbol im Jahr 2001

Eiskunstlauf

Bruno Massot: Missbrauchsopfern mehr Gehör verschaffen

Mit den Missbrauchsvorwürfen gegen ihren Ex-Trainer hat die frühere Paarläuferin Sarah Abitbol ein Beben in Frankreichs Sportwelt ausgelöst. Paarlauf-Olympiasieger Bruno Massot zollt Abitbol großen Respekt für den Schritt.

Paarlauf-Olympiasieger Bruno Massot hat großen Respekt vor seiner Landsfrau Sarah Abitbol, die den Missbrauchsskandal im französischen Eiskunstlauf ins Rollen gebracht hat. "Sarah ist sehr mutig", sagte der 31-Jährige. "Das Ganze hat mich überrascht, ich war damals noch ein Kind und habe davon nichts mitbekommen", ergänzte Massot. Nach dem Rücktritt des Verbandspräsidenten Didier Gailhaguet erhoffe er sich ein anderes Klima.

Opfern den Rücken stärken

"Alle Frauen sollten über solche Erlebnisse reden können", sagte der Ex-Weltmeister, der vor Olympia 2018 auch die deutsche Nationalität angenommen hatte. "Solche Sachen werden immer wieder passieren, nicht nur im Eiskunstlauf, in allen Sportarten. Was sich ändern sollte, ist, dass die Opfer sprechen dürfen und man ihnen zuhört", forderte er.

Aljona Savchenko und Bruno Massot bei ihrer Goldkür in Südkorea.

Bruno Massot auf dem Eis mit Paarlauf-Partnerin Aljona Savchenko. (Archiv)

Offenbar nicht nur Eiskunstlauf betroffen

Die schweren Missbrauchsvorwürfe der ehemaligen Paarläuferin Abitbol gegen ihren Ex-Trainer hatten ein Beben in der französischen Sportwelt ausgelöst. Die heute 44-Jährige wirft ihrem ehemaligen Coach vor, sie Anfang der 1990er Jahre als Jugendliche mehrfach vergewaltigt zu haben. Im Zuge dessen wurden auch Missbrauchsvorwürfe von anderen Eiskunstläuferinnen bekannt. Auch Fälle aus anderen Sportarten wie Schwimmen wurden öffentlich.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hat inzwischen Vorermittlungen im Fall Abitbol eingeleitet.

Thema in: DLF Sport aktuell, 10.02.2020, Ab 22.50 Uhr

red/dpa | Stand: 10.02.2020, 14:00

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