Rücktritte 2019: Diese Athleten verabschieden sich

Rücktritte 2019: Diese Athleten verabschieden sich

Große Erfolge, große Abschiede: Mit Felix Neureuther, Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal haben große Athleten ihre Karriere beendet. Ein Überblick.

Felix Neureuther

Er wird allen fehlen: Skistar Felix Neureuther war lange Jahre das Aushängeschild der deutschen Ski-Alpin-Männer. Nach dem letzten Slalom in Andorra hat der Garmisch-Partenkirchner seine Karriere beendet. "Es war genauso richtig für mich", sagte Neureuther nach seinem letzten Rennen. Vielleicht sehen wir ihn bald wieder. Vor der Kamera. Als TV-Experten. Neureuther jedenfalls würde gern "seinen Senf dazugeben".

Er wird allen fehlen: Skistar Felix Neureuther war lange Jahre das Aushängeschild der deutschen Ski-Alpin-Männer. Nach dem letzten Slalom in Andorra hat der Garmisch-Partenkirchner seine Karriere beendet. "Es war genauso richtig für mich", sagte Neureuther nach seinem letzten Rennen. Vielleicht sehen wir ihn bald wieder. Vor der Kamera. Als TV-Experten. Neureuther jedenfalls würde gern "seinen Senf dazugeben".

Wenige Tage nach Neureuther erklärte DSV-Cheftrainer Mathias Berthold, einer der besten Trainer im alpinen Ski-Zirkus, seinen Abschied. Er verlässt den DSV zum Saisonende. "Ich habe noch nie so einen guten Trainer gehabt", sagte Felix Neureuther über den 53-Jährigen. Während seiner Amtszeit ging es mit den deutschen Männern stetig bergauf.

Olympiasiegerin, Gesamtweltcupgewinnerin, Doppelweltmeisterin - Lindsey Vonn hat sich von der großen Alpin-Bühne, die sie bespielte wie keine Andere, verabschiedet. In ihrem letzten Rennen fuhr die schnelle US-Amerikanerin noch einmal aufs Podest. Ihren Abgang versüßte sich die 34-Jährige in der Königsdisziplin mit WM-Bronze.

Doppelolympiasieger, Weltmeister und 26-facher Weltcupsieger: 14 Jahre nach seiner ersten WM-Medaille verabschiedete sich der Norweger Aksel Lund Svindal bei der WM in Are mit Platz zwei in der Abfahrt von der großen WM-Bühne. "Ich bedaure nichts", sagte der 36-Jährige.

Robert Kranjec, Skiflugweltmeister von 2012, sagte beim Weltcup im slowenischen Planica "Servus" von den großen Schanzen der Welt. Der 37-Jährige hatte den Abschied über die sozialen Medien angekündigt. "Ich fliege durch die Erinnerungen und schönsten Momente meiner Karriere. Ich fahre ein letztes Mal meine geliebte Planica-Schanze hinunter und winke euch zum Abschied zu."

Familie statt Leistungssport: Snowboarderin Anke Wöhrer beendet ihre Karriere aus einem zuckersüßen Grund. "Ich habe ein Goldstück daheim. Meine Tochter ist das Schönste, was mir im Leben passiert ist. Ich möchte immer für sie da sein und höre deshalb auf", sagte die 33-Jährige, deren Sternstunde 2014 bei den Olympischen Spielen in Sotschi schlug. Sie gewann Olympia-Silber im Parallelslalom – damals noch als Anke Karstens.

Olympiamedaillen hat auch Rennrodlerin Tatjana Hüfner gesammelt - von 2006 bis 2014 einen kompletten Medaillensatz. Zudem Weltmeister- und Europameistermedaillen und viele Weltcupsiege. Im Februar beendete die 35-Jährige dann ihre Karriere, mit einem Rennen auf ihrer Heimbahn in Oberhof. Nach ihrer letzten Fahrt ins Tal sagte Hüfner: "Ich verspüre Dankbarkeit, nicht Wehmut."

Künftig ist nur noch ein Fourcade im Biathlon-Zirkus unterwegs. Simon Fourcade, der große Bruder vom einstigen Dominator Martin Fourcade, macht mit 34 Schluss. Seinen größten Erfolg feierte Simon Fourcade 2012 in Ruhpolding mit WM-Silber im Einzel. Ansonsten stand er fast immer im Schatten seines kleinen Bruders.

Nach Olympia hatten viele schon mit dem Rücktritt von Anastasyja Kuzmina spekuliert. Doch die Doppel-Mama machte weiter und war noch einmal so richtig erfolgreich. Bei der WM in Östersund gewann die 34-Jährige Gold im Sprint. In dieser Disziplin sicherte sie sich auch den Gesamt-Weltcup. 13 Jahre nach ihrem Weltcup-Debüt hört die Ausnahmeathletin aus der Slowakei auf.

Mitten in der Saison überraschte Michael Rösch mit einer emotionalen Abschiedsrede. Der Sachse, der in den vergangenen Jahren für Belgien startete, war bekannt und beliebt. In Ruhpolding sagte er Servus - mit vielen Tränen. Ganz verschwinden wird Rösch nicht. Bei den Staffelrennen will er die belgische Mannschaft unterstützen. Den größten Erfolg feierte Rösch, der lange als eines der größten deutschen Talente galt, 2006. Bei den Olympischen Spielen in Turin gewann er mit der Staffel Gold. 

Mit Anton Schipulin hat sich bereits kurz vor dem Jahresende 2018 ein Olympiasieger verabschiedet. Der Russe war die nicht abreißenden Dopinggerüchte um seine Person leid - und zog im Dezember überraschend den Schlussstrich unter seiner Karriere. "Ich habe keine Energie mehr, mich immer wieder gegen diese Vorwürfe zu wehren", sagte der 31-Jährige. Ganz vom Biathlon hat sich Schipulin allerdings nicht zurückgezogen. Bei der WM in Östersund war er als Experte für einen russischen TV-Sender im Einsatz.

Bereits mit 29 Jahren macht dieser Schwede Schluss. Biathlet Fredrik Lindström beendete seine Karriere zum Weltcupfinale in Oslo. Im starken und jungen schwedischen Team konnte sich Lindröm zuletzt kaum noch durchsetzen. Bei der WM kam er nur noch zu zwei Einsätzen. Dabei hielt Lindström in den letzten Jahren häufig die schwedische Fahne hoch. Zwei Einzel-WM-Medaillen, sieben Weltcup-Podestplätze und Olympiagold 2018 mit der Staffel feierte er. Hier jubelt er nach dem Sieg mit der Staffel beim Weltcup 2018 in Oberhof.

Abschied mit nur 23 - Snowboarder Johannes Höpfl macht Schluss. "Zum einen möchte man etwas Neues, auch wenn man erst 23 Jahre alt ist. Zum anderen merke ich aber auch die körperliche Belastung", sagte der zweimalige Olympia-Teilnehmer vom SC Passau. Höpfl kann sich vorstellen, zukünftig als Trainer für Snowboard Germany zu arbeiten.

Skispringer Andreas Stjernen hängte sein Sportgerät nach der Raw-Air-Tour an den Nagel. "Ich beende meine Karriere in meiner Heimat", so der Norweger, der beim Saisonfinale im slowenischen Planica nicht mehr am Start war. Seine bisher größten sportlichen Erfolge feierte er zusammen mit der norwegischen Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang und bei der Skiflug-Weltmeisterschaft 2018 in Oberstdorf. Dort holte das Team Gold.

Maxim Vylegzhanin, russischer Skilangläufer mit udmurtischer Herkunft, hat sich beim legendären Rennen über die 50-Kilometer-Distanz am Holmenkollen verabschiedet. Der 30-Jährige feierte im letzten Rennen seiner Karriere mit Platz zwei noch einmal einen Podestplatz. Zweimal olympisches Silber in Sotschi 2014 und Gold bei der WM 2015 in Falun sind die größten Erfolge, auf die er zurückblicken kann.

Und noch eine Alpin-Fahrerin, die aufhört: Die Schwedin Frida Hansdotter sagte ein Jahr nach ihrem Olympiagold im Slalom "Adjö". Bei ihrer letzten Fahrt beim Weltcupfinale in Soldeau trug sie eine traditionelle Tracht und verteilte Zimtschnecken. Bei der WM 2019 im heimischen Are verpasste sie zwar eine Medaille, dennoch sagte die 33-Jährige nach ihrem Abschied: "Ich habe alle meine Ziele erreicht. Es ist der richtige Zeitpunkt."

Last but not least: Werner Schuster. Der Bundestrainer der deutschen Skispringer (im Bild 2. von links) verabschiedete sich am letzten Skiflug-Wochenende in Plancia von der deutschen Mannschaft. Der Österreicher ist der Baumeister der Erfolge von Severin Freund über Andreas Wellinger und Stephan Leyhe bis hin zu Markus Eisenbichler. Unter Schuster flogen die Deutschen zu WM-Gold, Olympia-Gold, Weltcupsiegen und Gesamt-Weltcuperfolgen. Nun sagt er "Tschüssi" - und wird dem Deutschen Skiverband möglicherweise dennoch beim Aufbau einer Akademie zur Schulung von Führungskräften erhalten bleiben. Die Vertragsgespräche laufen derzeit.

Stand: 21.03.2019, 15:56 Uhr

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