Olympia-Arzt Wolfarth besorgt: Teststrategie könnte Wettbewerb verzerren

Der leitende Olympia-Arzt Prof. Dr. Bernd Wolfarth.

Olympische Spiele | Peking

Olympia-Arzt Wolfarth besorgt: Teststrategie könnte Wettbewerb verzerren

Anders als Alpinchef Wolfgang Maier hält der leitende Arzt der deutschen Olympia-Mannschaft, Bernd Wolfarth, Manipulationen bei den Corona-Tests rund um die bevorstehenden Winterspiele in Peking für "eher unwahrscheinlich".

Angesichts der strikten Einreisebedingungen in China hält Wolfahrt es aber "für gegeben, dass eine gewisse Wettbewerbsverzerrung entstehen kann." Und zwar dann, "wenn Athleten und Athletinnen jetzt noch positiv getestet werden und aufgrund dieses Positiv-Tests nicht einreisen können."

DSV-Alpinchef Wolfgang Maier hatte am Wochenende die Befürchtungen geäußert, dass in Peking Manipulationen durch Corona-Tests möglich sein könnten. Gleichzeitig forderte er eine Vereinheitlichung von Kriterien wie dem CT-Wert.

Einreisevorgaben nicht neu

Die Vorgaben für eine Einreise seien "eigentlich sehr klar und nichts, was für Olympia neu gesetzt wurde, sondern Teil der Zero-Covid-Politik der chinesischen Regierung", sagte Wolfarth bei einer digitalen Presserunde des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig am Dienstag (11.01.2022).

"Bei der Einreise werden negative PCR-Tests abverlangt und dafür wurde der CT-Wert von 40 in den Raum gestellt", erklärte Wolfarth. Es handele sich um eine "andere Herangehensweise als in Europa, sie wurde aber klar kommuniziert." Der CT-Wert gibt theoretisch an, wie ansteckend ein Corona-Infizierter ist. Je niedriger der Wert ist, als desto ansteckender gilt eine Person. In Deutschland gilt man ab einem Wert von über 30 als nicht mehr infektiös.

Deutsch-Chinesisches Gremium kann Fälle prüfen

Da Tests eben auch nach Wochen noch leicht positiv, die betroffenen Personen aber nicht mehr ansteckend sein können, sei es wichtig, dass ein Gremium aus chinesischen und internationalen Fachleuten gebildet wurde, so Wolfarth. Dieses soll derartige Fälle prüfen und über eine Einreise der Person nach China entscheiden.

Test-Manipulationen vor Ort "eher unwahrscheinlich"

Es werde mehrfach getestet und gebe "immer nochmal die Möglichkeit, entsprechende Kontrolluntersuchungen zu beantragen". Das sei auch schon bei den Sommerspielen in Tokio im vergangenen August so gewesen.

DSV-Alpindirektor Maier: "Finde es unverantwortlich, dass man uns nach China schickt" Sportschau 08.01.2022 06:53 Min. Verfügbar bis 08.01.2023 Das Erste

dpa | Stand: 11.01.2022, 17:08

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