Große neuer Präsident der Eisschnellläufer

Matthias Große

Mit deutlicher Mehrheit gewählt

Große neuer Präsident der Eisschnellläufer

Matthias Große ist neuer Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG). Er wurde mit deutlicher Mehrheit gewählt. Das Trainerteam soll nächste Woche bekannt gegeben werden. Nach Sportschau-Informationen wird Gunda Niemann-Stirnemann eine entscheidende Rolle spielen.

Der Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein ist auf der Mitgliederversammlung des DESG in Frankfurt/Main mit 70 Ja-Stimmen bei fünf Gegenstimmen und zwölf Enthaltungen in das Amt gewählt worden. "Es war eine Abstimmung nicht nur über eine Person, sondern über den neuen Weg der DESG", sagte Große nach seiner Wahl am Samstag (19.09.2020): "Es gilt jetzt, die Arbeit aufzunehmen, sich nicht feiern zu lassen und dafür zu sorgen, dass der Verband zu alter Stärke findet."

Zur Kritik an Große, dessen Führungsstil in den vergangenen Wochen nicht bei jedem gut ankam, wollte sich Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), nicht äußern. "Es liegt nicht bei uns, die Kritik an einzelnen Personen in unseren autonomen Mitgliedsorganisationen zu kommentieren", sagte Hörmann. Bisher sei dem DOSB "nichts zu Ohren gekommen, was uns in irgendeiner Form Sorgen macht".

Finanzielle Konsolidierung versprochen

Der Berliner Immobilienmakler Große war bereits am 18. Juni von den Vorstandsmitgliedern Uwe Rietzke und Dieter Wallisch zum kommissarischen Präsidenten der DESG ernannt worden. Der 52-Jährige versprach für den Fall seiner Wahl eine finanzielle Konsolidierung des klammen Verbandes und präsentierte auch schon einen neuen Hauptsponsor. Große will den Verband nach Jahren des sportlichen Abstiegs wieder zum Erfolg führen. Auch soll die Geschäftsstelle von München nach Berlin umziehen. "Wir brauchen eine Geschäftsstelle im Zentrum der Macht. Und das ist Berlin", hatte Große gesagt. Inzell in Oberbayern soll neuer sportlicher Hotspot des Verbandes werden.

Kommentar zum Eisschnelllauf: "Es muss wieder um den Sport gehen!" Sportschau 19.09.2020 02:18 Min. Verfügbar bis 19.09.2021 Das Erste

Niemann-Stirnemann im Trainerteam

Am nächsten Donnerstag will Große die leistungssportliche Konzeption des Verbands bekanntgeben. Dabei soll Gunda Niemann-Stirnemann eine zentrale Rolle spielen. Die dreifache Olympiasiegerin ist seit dem Sommer Frauen-Teamkoordinatorin.

Kritik von Transparency Deutschland

Sylvia Schenk, Sportexpertin von Transparency Deutschland, hatte zuletzt kritisiert, dass Große für den Fall seiner Wahl viel Geld versprochen hatte. "Wer wie Matthias Große im Spiegel-Interview den Eindruck erweckt, ein deutscher Sportverband sei käuflich und man müsse nur genug Leuten Pöstchen geben, damit ihn alle wählen, untergräbt die demokratische Struktur im deutschen Sport", sagte Schenk.

Eisschnelllauf-Weltcups in Heerenveen?

Die Eisschnelllaufsaison steht wegen der Corona-Pandemie auf wackligen Füßen. Anfang September hatte die Internationale Eislauf-Union bereits die ersten vier Weltcups abgesagt. Die ganze Saison der Kufensportler ist fraglich. Nach Sportschau-Informationen plant man jetzt mit der Idee, die Saison an vier Weltcupwochenenden in Heerenveen auszutragen - voraussichtlich im Frühjahr 2021.

red/sid | Stand: 19.09.2020, 16:21

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