Gold, Silber und Bronze - die Höhepunkte des Wintersport-Wochenendes

Dorothea Wierer (Mitte), an ihren Seiten sind Denise Herrmann (l.) und Marte Olsbu Roiseland (r.)

Wintersport im Überblick

Gold, Silber und Bronze - die Höhepunkte des Wintersport-Wochenendes

Zweimal Gold für die deutschen Rodler und die erlösende Silbermedaille für Denise Herrmann bei der Biathlon-WM in Antholz - dies und viel mehr waren die Höhepunkte des Wintersport-Wochenendes.

Biathlon-WM: Herrmann erlöst DSV mit Silber in der Verfolgung

Biathletin Denise Herrmann hat dem DSV die erste Medaille bei der WM in Antholz beschert. Die 31-Jährige verpasste zwar mit einem "arschknappen" Fehler beim allerletzten Schuss die mögliche Titelverteidigung. Für die Sächsin und den DSV lautete das Motto aber: Nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen! Am Freitag war sie im Sprint beim Sieg der Norwegerin Marte Olsbu Röiseland trotz drei Schießfehlern noch Fünfte gewesen. Auch Franziska Preuß, Vanessa Hinz und Karolin Horchler enttäuschten nicht, auch wenn sie die Medaillenränge verpassten.

Bei den Männern konnte es ihr Arnd Peiffer nicht nachmachen. Der Routinier im DSV-Team zeigte bei der Männer-Verfolgung zwar sowohl am Schießstand (nur ein Fehler) als auch in der Loipe eine gute Leistung. Zu Bronze fehlten dem 32-Jährigen aber 30 Sekunden. Neuer Weltmeister in der Verfolgung wurde der Franzose Emilien Jacquelin. Auf den Plätzen landeten der Norweger Johannes Thingnes Bö und Sprint-Weltmeister Alexander Loginow (Russland). Loginow hatte sich am Samstag etwas überraschend WM-Gold im Sprint geholt. Die Franzosen Quentin Fillon Maillet und Martin Fourcade mussten sich mit Silber und Bronze begnügen. Peiffer und Philipp Horn belegten die Plätze sieben und acht.

Ski alpin: Starker Dreßen, schlappe Frauen

Der Deutsche Thomas Dreßen siegt bei der Abfahrt in Saalbach.

Nichts zu holen gab es für die deutschen Alpin-Frauen beim Weltcup im slowenischen Kranjiska Gora: Im Riesenslalom belegte die einzige deutsche Starterin Lena Dürr nach schwachem zweiten Durchgang Platz 23. Es siegte die erst 18-jährige Neuseeländerin Alice Robinson, die bereits zum Saisonauftakt in Sölden überraschend triumphiert hatte.

Im Slalom schafften es einen Tag später zwar drei deutsche Damen in den zweiten Durchgang. Sowohl Lena Dürr als auch Marina Wallner schieden im Finale aber aus, so dass beim Sieg der Slowakin Petra Vlhová lediglich Christina Ackermann als 24. ein paar Weltcuppunkte holen konnte.

Die Männer hatten ein rennfreies Wochenende, nachdem sie am Donnerstag und Freitag in Saalbach-Hinterglemm ihre Speedrennen bestritten hatten. Thomas Dreßen gewann dort seine zweite Weltcup-Abfahrt in Folge und belegte einen Tag später einen fantastischen dritten Rang im Super-G. Das Rennen gewann der Norweger Aleksander Aamodt Kilde, der dadurch auch die Führung in der Weltcup-Gesamtwertung übernahm.

Skifliegen am Kulm: Geiger verpasst zweimal knapp das Podest

Karl Geiger in Bad Mitterndorf

Karl Geiger in Bad Mitterndorf

Erstmals in diesem Winter fand im österreichischen Bad Mitterndorf ein Skiflug-Wochenende statt. Spektakuläre Bilder und weite Sätze, bei denen einem der Atem stockt, sind in dieser Sportart garantiert. Und so war es auch am Kulm: Die Tagessieger hießen Piotr Zyla (Polen) und - im zweiten Wettbewerb, der wegen starken Windes abgebrochen werden musste - Stefan Kraft (Österreich). Karl Geiger (Oberstdorf) hatte beide Male Pech. Zwar schaffte er mit Rang vier und sechs seine bisher besten Ergebnisse im Skifliegen. Zweimal reichte es aber auch ganz knapp nicht aufs Podium.

Constantin Schmid (Oberaudorf) als Siebter im ersten Springen und Stephan Leyhe (Willingen) sorgten ebenfalls für gute laune bei Bundestrainer Stefan Horngacher und dem Team.

Rodeln: Zwei WM-Titel für das deutsche Team

Eggert/Benecken rasen bei Rodel-WM zu Gold

Die erfolgsverwöhnten deutschen Rodler haben bei der WM in Sotschi/Russland ihre Vormachtstellung in dem Sport abgeben müssen. Die Zielvorgabe von sieben Medaillen wurde verpasst. Immerhin wurden aber zwei WM-Titel gewonnen.

Für das Highlight aus deutscher Sicht sorgten auf der Olympiabahn von 2014 einmal mehr die deutschen Medaillengaranten im Doppelsitzer. Den Titelgewinn des Thüringer Duos Eggert/Benecken, die den dritten WM-Titel nacheinander holten, feierte das deutsche Team ausgelassen. Zumal die größten Konkurrenten aus dem eigenen Lager, Tobias Wendl/Tobias Arlt, zwei dritte Plätze beisteuerten, einen davon im Sprint. Außerdem gab es Gold für die Mannschaft mit Julia Taubitz, Johannes Ludwig und den Doppelsitzern Toni Eggert/Sascha Benecken. Beim Sieg vor Lettland und den USA profitierte das deutsche Team allerdings von der Disqualifikation der favorisierten Russen.

Bei den Frauen holte Julia Taubitz (Oberwiesenthal) wie schon im Vorjahr in Winterberg Einzel-Silber. Trotz Bahnrekords verpasste sie ihr erstes WM-Gold in Abwesenheit von Titelverteidigerin Nathalie Geisenberger knapp. Ohne Medaille blieben dagegen die Männer im Einzel: Felix Loch (Berchtesgaden) konnte seinen Titel nicht verteidigen, landete nur auf Rang neun. Johannes Ludwig (Oberhof), der nach dem ersten Lauf noch auf Medaillenkurs lag, gab eine Topplatzierung noch aus der Hand und wurde Vierter.

Bob: EM-Bronze für Hafer/Hammers

Die Bobpiloten Christoph Hafer und Christian Hammers

Christoph Hafer und Christian Hammers

Die Bob-Europameisterschaft in Sigulda war, wie es scheint, nicht für alle Piloten ein Saison-Highlight. Francesco Friedrich und sein Anschieber Martin Grothkopp jedenfalls verzichteten auf die Teilnahme im EM-Rennen. Sie hatten tags zuvor im nur zum Weltcup zählenden ersten Wettbewerb Platz zwei belegt und waren anschließend abgereist, um sich lieber auf die Weltmeisterschaften vorzubereiten. So konnten am Sonntag Christoph Hafer und Christian Hammers Bronze gewinnen. Der Sieg ging an die lettischen Lokalmatadoren Oskars Kibermanis/Matiss Miknis.

Skeleton: Lölling verpasst EM-Medaille, gewinnt aber Gesamtweltcup

Skeleton-Fahrerin Jaqueline Lölling in Aktion

Jacqueline Lölling hat beim Weltcupfinale in Sigulda ihren Vorsprung in der Gesamtwertung knapp verteidigt und die große Kristallkugel gewonnen. Der 25-Jährigen von der RSG Hochsauerland reichte dafür ein achter Platz im letzten Saisonlauf, der gleichzeitig der EM-Lauf war. Den Titel holte Jelena Nikitina aus Russland.

red | Stand: 16.02.2020, 17:20

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