Rücktritte, Verletzungen, Babyglück - das passierte im Sommer

Laura Dahlmeier nach Sprint bei Biathlon-WM in Hochfilzen (10.02.2017)

Rückblick

Rücktritte, Verletzungen, Babyglück - das passierte im Sommer

Die neue Wintersportsaison steht in den Startlöchern. In den zurückliegenden Monaten ist aber einiges bei den Aktiven geschehen. Wir geben einen Überblick.

Die Monate zwischen März und November sind eigentlich Wintersport-freie Zeit. Doch so ganz von der Bildschwäche verschwinden die Athleten natürlich nicht. Hier gibt es einen neuen Trainer, dort tritt ein Spitzenathlet zurück. Und manchmal steht auch die Familienplanung vor dem nächsten Weltcup-Sieg. Wir haben einige der Ereignisse nach Monaten sortiert hier zusammengetragen.

April

Horngacher folgt auf Schuster

Spekuliert wurde schon lange darüber, seit Anfang April ist es nun auch offiziell: Stefan Horngacher ist neuer Bundestrainer der deutschen Skisprung-Herren und damit Nachfolger von Werner Schuster. Der 49-Jährige hatte bis vor drei Jahren Co-Trainer von Schuster gearbeitet und war seit Wochen der Topfavorit auf den Bundestrainer-Posten. Nach seinem erfolgreichen Engagement in Polen - er führte Kamil Stoch u.a. zum "Grand Slam" bei der Vierschanzentournee - kehrte der Österreicher nun zum Deutschen Skiverband (DSV) zurück.

Schwaiger künftig Chef der Alpin-Herren

Auch die deutschen Ski-alpin-Herren haben einen neuen Übungsleiter. Nach dem doch überraschenden Rücktritt von Mathias Berthold am Saisonende ist der DSV recht schnell in den eigenen Reihen fündig geworden. Abfahrts-Disziplintrainer Christian Schwaiger übernimmt fortan die Verantwortung über das gesamte Team und soll nach seinen Erfolgen in den Speeddisziplinen auch die Techniker wieder zu alter Stärke führen. Das sich der Österreicher auch auf diesem Gebiet auskennt, hat er in der Vergangenheit in der Zusammenarbeit mit Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch bewiesen.

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Mai

Dahlmeier beendet mit 25 Jahren ihre aktive Karriere

Bereits am Ende der abgelaufenen Saison kamen bei Laura Dahlmeier Zweifel an der Fortsetzung ihrer Karriere auf. Ein Winter mit vielen Verletzungen, Infekten und schwächebedingten Zwangspausen, aber auch mit zwei weiteren WM-Medaillen und zwei Weltcup-Siegen lagen da gerade hinter ihr. Im Mai dann die Entscheidung für das Ende. Mit Laura Dahlmeier verlieren die deutsche Biathlon-Frauen binnen eines Jahrzehnts zum zweiten Mal ihre dominierende Athletin im Alter von nur 25 Jahren (Magdalena Neuner beendete 2012 im gleichen Alter ihre Karriere). Seit Oktober studiert Dahlmeier in München Sport.

Olympiasieger Greis trainiert die Polen

Neue Aufgabe für den dreifachen Turin-Olympiasieger Michael Greis. Der 42-Jährige wird Trainer der polnischen Biathlon-Damen und soll diese auf die Winterspiele 2022 in Peking vorbereiten. Zuvor war Greis Cheftrainer der US-Männer, legte das Amt jetzt aber nach nur einem Jahr wieder nieder. Allerdings hat sich der polnische Verband eine Exit-Option gesichert. Sollten die Ergebnisse nicht den Vorstellungen entsprechen, kann die Zusammenarbeit nach jeder Saison beendet werden.

Koukalova hängt Gewehr an den Nagel

Mit Gabriela Koukalova hat eine weitere große Biathletin im Mai ihre Karriere beendet. Bereits seit zwei Jahren war die Tschechin nicht mehr im Weltcup unterwegs, ihr letzter Start war im März 2017 in Oslo. Danach hatte sie Verletzungssorgen an der Achilessehne und der Wadenmuskulatur. Zudem sorgte sie mit ihrer Autobiografie für einige Kontroversen in Tschechien. Einen offiziellen Rücktritt gab es von der Gesamtweltcupsieger des Winters 2015/16 aber nicht, lange Zeit hielten sich Spekulationen über eine Rückkehr. Nun hat sich die 29-Jähirge für einen Schlusstrich entschieden: "Ich bin überzeugt davon, dass es an der Zeit ist, eine weitere Etappe in meinem Leben zu beginnen."

Siegerehrung zum Damen-Einzel der Biathlon-WM

Einst sportliche Kontrahentinnen, nun gemeinsam in den "Vorruhestand": Gabriela Koukalova (li.) und Laura Dahlmeier hier bei der Biathlon-WM 2017 in Hochfilzen. (Archiv)

Juni

Saisonaus für Wellinger

Bittere Nachricht für Andreas Wellinger: Der Olympiasieger von Pyeongchang 2018 stürzt beim Sprunglehrgang im österreichischen Hinzenbach und zieht sich eine komplexe Knieverletzung mit Abriss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zu. Damit ist die anstehende Saison für den 23-Jährigen gelaufen bevor sie begonnen hat. Auch wenn eine Rückkehr im Frühjahr 2020 möglich zu sein scheint. "Wir müssen das alles abwarten. Es ist so, dass wir da auf Nummer sicher gehen müssen. Das entscheiden die Ärzte, gemeinsam mit den Trainern. Aktuell sind wir da gut im Plan", erklärt DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger am Rande der Einkleidung im Oktober.

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Biathlet Lesser mit Schlüsselbeinbruch

Glück im Unglück hingegen bei Erik Lesser: Der Biathlet stürzt am Pfingstmontag mit dem Fahrrad und zieht sich "nur" einen Schlüsselbeinbruch zu. Damit kann er sechs Wochen nicht oder nur sehr eingeschränkt trainieren. Während er in seinem Reha-Programm zahllose Kilometer auf dem Rad absolviert, kann er mit den Armen nicht viel machen. Bei seiner Wettkampf-Rückkehr im Rahmen der deutschen Meisterschaften in Ruhpolding stellt er dann auch fest, dass "der Bums im rechten Arm" noch fehlt. Bis zum Weltcup-Start Anfang Dezember in Östersund sollen aber auch diese Defizite aufgeholt sein.

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Juli

Skispringerin Vogt muss in diesem Winter zuschauen

Mit Carina Vogt hat es eine weitere Olympia-Goldmedaillengewinnerin böse erwischt. Wie bei DSV-Kollege Wellinger führt ein Sturz im Training zur folgenschweren Verletzung. Auch sie wird den Weltcup-Winter nach ihrem Kreuzbandriss aus der Reha heraus verfolgen. Das neue Ziel für Vogt ist nun die Heim-WM 2021 in Oberstdorf.

Stand: 18.10.2019, 10:30

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