Bob-Dominator Friedrich knackt Uralt-Rekord

Bob- und Skeleton-WM

Bob-Dominator Friedrich knackt Uralt-Rekord

Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich hat schon wieder Bobgeschichte geschrieben. Nachdem er als erster Pilot alle Weltcuprennen im Zweierbob gewann, legte er bei der WM in Whistler nach und knackte mit seinem fünften WM-Titel in Folge einen 58 Jahre alten Rekord.

Friedrich fuhr im kanadischen Whistler in der Nacht zum Sonntag (03.03.2019) mit Anschieber Thorsten Margis zu Gold und ist nun zum fünften Mal in Folge Weltmeister im kleinen Schlitten. Eine solche Serie gelang in der langen Geschichte des Sports zuvor einzig dem Italiener Eugenio Monti (1957 bis 1961).

Der Doppel-Olympiasieger aus Pirna hatte nach vier Läufen - davon drei Lauf- und vier Start-Bestzeiten - 0,59 Sekunden Vorsprung vor dem Zweiten Justin Kripps, der mit Cameron Stones fuhr. Der zuletzt angeschlagene Nico Walther (Oberbärenburg ) trat mit Anschieber Paul Krenz überraschend stark auf und holte als Dritter eine weitere Medaille für den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD), schon 0,89 Sekunden trennten ihn von Friedrich. Vierer-Weltmeister Johannes Lochner (Stuttgart/+1,51) enttäuschte mit Christopher Weber dagegen als Achter.

Spies: "Fast nicht zu glauben"

"Wir haben am Start gezeigt, wo die Harke hängt. Und wir haben im letzten Durchgang einen Lauf hingezimmert, wo einfach keiner eine Chance hatte", sagte Familienvater Friedrich. Bundestrainer Rene Spies jubelte im Ziel: "Das ist ein überragendes Ergebnis für uns, es passt zu den Olympischen Spielen und zu dieser Saison. Es ist eigentlich fast nicht zu glauben." Friedrichs deutlicher Sieg ist besonders hoch zu bewerten, weil der Sachse seinen Dauerrivalen auf dessen Heimbahn niederrang. Justin Kripps, in Pyeongchang 2018 zeitgleich mit Friedrich Olympiasieger im Zweier, konnte dieses Mal selbst auf vertrautem Eis nicht mithalten und musste sich mit WM-Silber begnügen.

Friedrich egalisiert Uralt-Rekord

Der Sachse, einst nur Spezialist für den kleinen Schlitten, ist auf dem besten Weg zum erfolgreichsten Bobsportler aller Zeiten. Er ist bereits Olympiasieger im Zweier und Vierer, Weltmeister und auch Gewinner des Gesamt-Weltcups in beiden Bobs.

Francesco Friedrich - der Überflieger im Eiskanal

Francesco Friedrich ist seit 2013 der überragende deutsche Bob-Pilot. In Whistler sicherte er sich zum fünften Mal in Folge den Weltmeistertitel im Zweierbob. Bilder einer famosen Karriere.

Pilot Francesco Friedrich mit Anschieber David Friedrich 2010 beim Training in Altenberg.

2010 verbuchte Francesco Friedrich seine ersten größeren Erfolge im Europacup. Damals noch mit Bruder David als Anschieber. Beide waren einst von der Leichtathletik zum Bobsport gewechselt.

2010 verbuchte Francesco Friedrich seine ersten größeren Erfolge im Europacup. Damals noch mit Bruder David als Anschieber. Beide waren einst von der Leichtathletik zum Bobsport gewechselt.

Francesco Friedrich wird zum Überflieger im deutschen Bobsport. Nach seinem ersten WM-Einzel-Titel 2013 in St. Moritz darf er sich mit seinem Anschieber Jannis Bäcker ins Goldene Buch der Stadt Pirna eintragen.

Jubelschrei - 2015 setzt Friedrich seine Goldserie bei Weltmeisterschaften fort. Er gewinnt in Winterberg Gold im kleinen Schlitten und im Team.

2017 - der erste "Doppelsieg" - der Sachse Friedrich räumt den Weltmeistertitel im Zweier- und Viererbob ab. Im Vierer ist er dabei zeitgleich mit Johannes Lochner (l.).

2018 - Weltmeister war er schon oft, doch jetzt ist Friedrich auch Olympiasieger. Doppel-Olympiasieger. In Pyeongchang gewinnt er im kleinen Schlitten zeitgleich mit dem Kanadier Kripps. Im Viererbob steht er mit seiner Crew allein ganz oben.

Die Olympiasiege haben das Selbstvertrauen und die Ruhe, die Friedrich schon immer ausgestrahlt hat, noch einmal gesteigert. Er fährt auf der Überholspur und gewinnt erstmals beide Gesamt-Weltcups.

Heim-Trainer Gerd Leopold, Anschieber Thorsten Margis und Bundestrainer Rene Spies feiern zusammen mit dem Ausnahmepiloten Francesco Friedrich Ende Februar in Calgary.

Der Plan für Whistler war es, den Uralt-Rekord von Eugenio Monti (Italien) zu knacken. Monti fuhr von 1957 bis 1961 fünf Zweierbob-WM-Titel in Serie ein. Mit einem Sieg wollte Friedrich gleichziehen...

Der Traum ging in Erfüllung. In der Nacht zum Sonntag (03.03.2019) feierte der überragende Bob-Pilot gemeinsam mit seinem Anschieber Thorsten Margis den fünften WM-Titel in Serie.

Fokus liegt jetzt schon auf dem Vierer

Der Weltmeistertitel war gerade erst eingetütet, da dachte Margis schon an den Vierer und machte eine vorsichtige Kampfansage für die Königsklasse: "Im Vierer ist es nicht ohne, da will ich nicht unbedingt in seiner Haut stecken mit 154 Stundenkilometern. Unser Vierer ist unheimlich schnell, es wird nicht am Material liegen, nicht am Start, es wird daran liegen, wie er in der Bahn mit dem Gerät klarkommt. Ich bin mir sicher, dass er das gut hinkriegt." Immerhin fuhr Friedrich in diesem Winter fünf Weltcupsiege im Viererbob ein und siegte mit dem großen Gefährt erstmals auch im Gesamt-Weltcup.

Zeiten der weiteren WM-Entscheidungen

  • 3. März, 20.30 Uhr (MEZ) - Zweierbob, Frauen (3. und 4. Lauf)
  • 4. März, 01.00 Uhr (MEZ) - Team
  • 7. März, 18.00 Uhr (MEZ) - Skeleton, Männer (1. und 2. Lauf)
  • 7. März, 21.30 Uhr (MEZ) - Skeleton, Frauen (1. und 2. Lauf)
  • 8. März, 18.00 Uhr (MEZ) - Skeleton, Männer (3. und 4. Lauf)
  • 8. März, 21.30 Uhr (MEZ) - Skeleton, Frauen (3. und 4. Lauf)
  • 9. März, 02.00 Uhr (MEZ) - Viererbob (1. und 2. Lauf)
  • 10. März, 02.00 Uhr (MEZ) - Viererbob (3. und 4. Lauf)

Thema in B5 Sport, 03.03.2019, 8.55 Uhr

sst/dpa/sid | Stand: 03.03.2019, 07:24

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