Deutsche Bob-Piloten als Gold-Favoriten zur WM

Francesco Friedrich, Candy Bauer, Martin Grothkopp und Thorsten Margis

Bob- und Skeleton-WM

Deutsche Bob-Piloten als Gold-Favoriten zur WM

In Whistler beginnt am Freitag die Bob-Weltmeisterschaft. Es könnten deutsche Festspiele werden. Als heißeste Gold-Favoriten stehen Francesco Friedrich und Mariama Jamanka am Start.

Im Weltcup waren Francesco Friedrich und Mariama Jamanka auf der Überholspur unterwegs. Der 28-jährige Friedrich vollbrachte dabei das Kunststück, erstmals in seiner Karriere beide Gesamt-Weltcups zu gewinnen. Er ist der erfolgreichste Bob-Pilot der vergangenen Jahre, krönte sich bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang zum Doppel-Olympiasieger und jagt in Whistler nicht nur Goldmedaillen, sondern auch den Uralt-Rekord von Eugenio Monti.

Der Plan - einholen und 2020 überholen

Monti fuhr von 1957 bis 1961 fünf Zweierbob-WM-Titel in Serie ein und gewann dann 1963 und drei Jahre später noch einmal. Die unglaubliche Serie von fünf Titeln hintereinander könnte Friedrich am Wochenende mit einem Sieg auf der Hochgeschwindigkeitsbahn in Whistler einstellen. "Wir müssen gewinnen, um gleichzuziehen. Dann bei der WM 2020 in Altenberg auf meiner Heimbahn, eine halbe Stunde von meinem Zuhause entfernt, will ich den sechsten Coup landen, damit ich den Rekord für mich allein in Anspruch nehmen kann", betonte Friedrich. Das beeindruckt auch Teamkollege Johannes Lochner: "Die Olympiasiege haben ihm ein gewisse Lockerheit gegeben, das merkt man in den Rennen."

Viele heiße Eisen im Feuer

Gerade im Zweierbob fuhr der 28-Jährige in dieser Saison in einer eigenen Liga, gewann als erster Pilot alle acht Weltcups. Mit Nico Walther und Johannes Lochner hat Deutschland weitere Erfolgs-Bobs am Start. Und bei den Frauen dominierten Mariama Jamanka und Stephanie Schneider die Konkurrenz. Gut möglich, dass Deutschland sämtliche Gold-Medaillen abräumt.

Spies warnt vor Lokalmatador Kripps

Cheftrainer René Spies bleibt trotz des Höhenfluges vorsichtig, warnt vor allem vor Justin Kripps, der einen Heimvorteil hat. Bei der WM-Generalprobe am vergangenen Wochenende hatte Kripps gegen die deutschen Bobs keine Chance. Alle drei deutschen Viererbobs steuerten ihr Gerät schneller als der Lokalmatador durch den Eiskanal.

Francesco Friedrich - der Überflieger im Eiskanal

Francesco Friedrich ist seit 2013 der überragende deutsche Bob-Pilot. In Whistler sicherte er sich zum fünften Mal in Folge den Weltmeistertitel im Zweierbob. Bilder einer famosen Karriere.

Pilot Francesco Friedrich mit Anschieber David Friedrich 2010 beim Training in Altenberg.

2010 verbuchte Francesco Friedrich seine ersten größeren Erfolge im Europacup. Damals noch mit Bruder David als Anschieber. Beide waren einst von der Leichtathletik zum Bobsport gewechselt.

2010 verbuchte Francesco Friedrich seine ersten größeren Erfolge im Europacup. Damals noch mit Bruder David als Anschieber. Beide waren einst von der Leichtathletik zum Bobsport gewechselt.

Francesco Friedrich wird zum Überflieger im deutschen Bobsport. Nach seinem ersten WM-Einzel-Titel 2013 in St. Moritz darf er sich mit seinem Anschieber Jannis Bäcker ins Goldene Buch der Stadt Pirna eintragen.

Jubelschrei - 2015 setzt Friedrich seine Goldserie bei Weltmeisterschaften fort. Er gewinnt in Winterberg Gold im kleinen Schlitten und im Team.

2017 - der erste "Doppelsieg" - der Sachse Friedrich räumt den Weltmeistertitel im Zweier- und Viererbob ab. Im Vierer ist er dabei zeitgleich mit Johannes Lochner (l.).

2018 - Weltmeister war er schon oft, doch jetzt ist Friedrich auch Olympiasieger. Doppel-Olympiasieger. In Pyeongchang gewinnt er im kleinen Schlitten zeitgleich mit dem Kanadier Kripps. Im Viererbob steht er mit seiner Crew allein ganz oben.

Die Olympiasiege haben das Selbstvertrauen und die Ruhe, die Friedrich schon immer ausgestrahlt hat, noch einmal gesteigert. Er fährt auf der Überholspur und gewinnt erstmals beide Gesamt-Weltcups.

Heim-Trainer Gerd Leopold, Anschieber Thorsten Margis und Bundestrainer Rene Spies feiern zusammen mit dem Ausnahmepiloten Francesco Friedrich Ende Februar in Calgary.

Der Plan für Whistler war es, den Uralt-Rekord von Eugenio Monti (Italien) zu knacken. Monti fuhr von 1957 bis 1961 fünf Zweierbob-WM-Titel in Serie ein. Mit einem Sieg wollte Friedrich gleichziehen...

Der Traum ging in Erfüllung. In der Nacht zum Sonntag (03.03.2019) feierte der überragende Bob-Pilot gemeinsam mit seinem Anschieber Thorsten Margis den fünften WM-Titel in Serie.

Starkes Skeleton-Team am Start

Mit der amtierenden Weltmeisterin und Olympia-Silbermedaillengewinnerin von Pyeongchang, Jacqueline Lölling, reist das deutsche Skeleton-Team nach Whistler. Die 24-Jährige war in der vergangenen Woche aus familiären Gründen aus Kanada abgereist, wird nach Informationen der SPORTSCHAU am Samstag (02.03.2019) ins Team zurückkehren. Deutschlands zweite Pilotin Tina Hermann (26) - Weltmeisterin von 2016 - zählt spätestens nach ihrem Überraschungs-Sieg beim Weltcup-Finale zu den Mit-Favoritinnen auf den WM-Titel.

Bei den Herren setzt Bundestrainer Dirk Matschenz auf Axel Jungk (27), Christopher Grotheer (26) und Alexander Gassner (29).

WM-Zeitplan

  • 2. März, 02.00 Uhr (MEZ) - Zweierbob, Herren (1. und 2. Lauf)
  • 2. März, 20.30 Uhr (MEZ) - Zweierbob, Frauen (1. und 2. Lauf)
  • 3. März, 02.00 Uhr (MEZ) - Zweierbob, Herren (3. und 4. Lauf)
  • 3. März, 20.30 Uhr (MEZ) - Zweierbob, Frauen (3. und 4. Lauf)
  • 4. März, 01.00 Uhr (MEZ) - Team
  • 7. März, 18.00 Uhr (MEZ) - Skeleton, Männer (1. und 2. Lauf)
  • 7. März, 21.30 Uhr (MEZ) - Skeleton, Frauen (1. und 2. Lauf)
  • 8. März, 18.00 Uhr (MEZ) - Skeleton, Männer (3. und 4. Lauf)
  • 8. März, 21.30 Uhr (MEZ) - Skeleton, Frauen (3. und 4. Lauf)
  • 9. März, 02.00 Uhr (MEZ) - Viererbob (1. und 2. Lauf)
  • 10. März, 02.00 Uhr (MEZ) - Viererbob (3. und 4. Lauf)

sst/dpa | Stand: 28.02.2019, 10:42

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