Norwegens Staffel feiert souveränen "Heimsieg"

Biathlon-Staffel in Oslo

Norwegens Staffel feiert souveränen "Heimsieg"

Topfavorit Norwegen heißt der Sieger der letzten Männer-Staffel des Winters. Die Skandinavier siegten in Oslo vor Österreich und Russland. Das DSV-Quartett landete nach zu vielen Schießfehlern auf Rang fünf.

Für die Norweger war es der dritte Sieg im vierten Staffelrennen der Saison. Lars Helge Birkeland, Henrik L'Abee-Lund, Tarjei und Johannes Thingnes Bö ließen über die 4 x 7,5 Kilometer am Holmenkollen keinen Zweifel daran, dass sie ihren Heimweltcup gewinnen wollten. Mit lediglich drei Nachladern und einer starken Leistung in der Loipe durften sich die Norweger verdient feiern lassen. Die Österreicher (+ 50,3 Sekunden/5 Nachlader) fingen auf der Schlussrunde noch Russland (+ 56,9/4) mit Anton Schipulin ab und sicherten sich Platz zwei.

Johannes Thingnes Bö in Oslo

Johannes Thingnes Bö in Oslo

In der Besetzung Erik Lesser, Simon Schempp, Roman Rees und Arnd Peiffer war für das DSV-Quartett hinter Schweden nicht mehr als Rang fünf drin (+ 1:29,4 Minuten/9). Insgesamt neun Nachlader waren gegen starke Konkurrenten zu viel.

Lesser stark in der Loipe

Erik Lesser zeigte auf der für ihn gewohnten Startposition ein solides Rennen. Ein Nachlader beim Liegendschießen brachte ihn nicht aus der Ruhe. Lesser machte die knapp zehn Sekunden, die das kostete, auf der anschließenden Laufrunde rund um die Skisprungschanze am Holmenkollen wieder wett. Beim Stehendschießen brauchte er wieder sechs Kugeln für fünf Treffer, schoss aber diesmal so schnell, dass das kaum ins Gewicht fiel.

Schempp hält DSV-Staffel im Rennen

Simon Schempp

Simon Schempp

Nach einem kurzen Zwischensprint übergab Lesser sogar als Führender auf Simon Schempp. Hinter den Deutschen zu diesem Zeitpunkt: die Staffeln aus Russland, der Schweiz sowie die zeitgleichen Norweger und Ukrainer. Weil auch Schempp einen Nachlader benötigte, konnten sich die Russen mit Anton Babikow kurzzeitig etwas absetzen. Bei seinem zweiten Schießen war Schempp aber wieder dran. Mit einer schnellen Nuller-Serie brachte er die deutsche Staffel wieder in Führung.

Rees muss Norweger ziehen lassen

Die favorisierten Norweger und die heute starken Italiener mit Lukas Hofer übernahmen die Verfolgung. Schon bald war diese Trio beisammen. Alle kamen auch gemeinsam zum zweiten Wechsel. Für die DSV-Staffel bekam es nun Roman Rees mit Dominik Windisch und Tarjei Bö zu tun. Rees behauptete sich zunächst in der Loipe gegen die hochkarätigen Gegner, zeigte dann aber im Liegendschießen Schwächen, als er drei Nachlader benötigte und auf Rang vier zurückfiel.

"Das war natürlich nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich bin dann auch ein bisschen hektisch geworden", so Rees in der ARD. Windisch und Bö nutzten diese Schwäche, und auch die Slowenen mit Miha Dovzan zogen erstmal an dem Deutschen vorbei, der dann beim Stehendschießen alles traf. Dafür patzte nun Windisch, so dass Bö die Norweger in Führung brachte. Rees war nun wieder mit dem Russen und dem Slowenen praktisch gleichauf in der Verfolgung.

Peiffer mit Problemen am Schießstand

44 Sekunden nach Norwegen, neun Sekunden nach den Russen und zeitgleich mit den Slowenen ging Schlussläufer Arnd Peiffer auf die Strecke. Johannes Thingnes Bö brachte den Sieg für sein Team vor heimischem Publikum ganz sicher und ohne weiteren Nachlader ins Ziel. Anton Schipulin zeigte für die Russen eine gute Leistung am Schießstand. Dahinter entwickelte sich ein interessanter Vierkampf um die weiteren Plätze, denn auch die Schweden und die Österreicher waren inzwischen herangekommen.

Drei Nachlader beim Liegendstehen bedeuteten erstmal nur Platz sechs für die deutsche Staffel. Peiffer musste nun auf Fehler der Konkurrenten hoffen. Doch lediglich der Slowene tat ihm diesen Gefallen, so dass am Ende Platz fünf für die deutsche Staffel heraussprang, immerhin noch vor den Franzosen, die allerdings auf ihren Topmann Martin Fourcade verzichteten. "Ich bin natürlich nicht zufrieden", so Peiffer in der ARD. "Die anderen haben dann keine Fehler mehr gemacht. da war dann nicht mehr viel auszurichten."

Österreichischer Jubel im Ziel

Am spannendsten war am Ende der Kampf um die Plätze zwei bis vier. Der Österreicher Julian Eberhard verließ den Schießstand als Vierter, schnappte sich aber nacheinander noch den Schweden Fredrik Lindström und sogar den Russen Anton Schipulin, der mit viel Vorsprung in die Schlussrunde gegangen war. Platz zwei für Österreich, damit hätte zu Beginn der Staffel kaum jemand gerechnet.

Thema in: Wintersport im Ersten, 18.03.2018, ab 09.00 Uhr

wp | Stand: 18.03.2018, 16:03

Biathlon | Weltcupstand Damen

NameP
1.Kaisa Mäkäräinen822
2.Anastasiya Kuzmina819
3.Darja Domratschewa804
4.Laura Dahlmeier730
5.Dorothea Wierer681

Biathlon | Weltcupstand Herren

NameP
1.Martin Fourcade1116
2.Johannes Thingnes Bö1027
3.Anton Schipulin697
4.Arnd Peiffer668
5.Lukas Hofer637

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