Schipulin meldet sich mit Paukenschlag zurück

Sprintrennen in Kontiolahti

Schipulin meldet sich mit Paukenschlag zurück

Bei den Olympischen Spielen "ausgesperrt", im Weltcup überragend: Der Russe Anton Schipulin hat das erste Biathlonrennen nach den Olympischen Spielen gewonnen. Im finnischen Kontiolahti war Schipulin im 10-km-Sprintrennen mit einer fehlerfreien Leistung in 22:27,9 Minuten der Schnellste.

Anton Schipulin

Anton Schipulin gewinnt das Sprinntrennen in Finnland.

Schipulin, der wie so viele russische Athleten bei den Spielen in Pyeongchang nicht an den Start gehen durfte, feierte seinen elften Weltcupsieg. "Es war so schwer für mich während der Olympischen Spiele, dass ich nicht zugeschaut habe. Nur die Rennen meiner Schwester Anastasija Kuzmina habe ich gesehen. Ihre Medaille war eine Entschädigung für mich. Vom IOC weiß ich bis heute nicht, warum ich nicht bei Olympia dabei sein durfte", klagte Schipulin im Ziel am ZDF-Mikrofon.

Die Sperre galt nur für Olympia, nicht aber für die Weltcups, wo sich Schipulin eindrucksvoll zurückmeldete und 5,7 Sekunden schneller war als der Lette Andrejs Rastorgujevs. Quentin Fillon Maillet aus Frankreich landete auf dem dritten Platz.

Peiffer und Lesser knapp am Podest vorbei

Arnd Peiffer

Arnd Peiffer in der Mixed-Staffel

Bester deutscher Skijäger war Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer als Fünfter. "Im Laufen ging es mir erstaunlich gut und 90 Prozent Trefferquote sind auch nicht schlecht", sagte Peiffer nach seinem Rennen im ZDF. Für einen Platz auf dem Podium hätte Peiffer zehn Volltreffer gebraucht. Auf Treppchenkurs lag auch Erik Lesser - bis zum letzten Schuss. Die zehnte Scheibe blieb schwarz. Übrigens nicht zum ersten Mal. Und das wurmte den Thüringer, der letztendlich Siebter wurde, mächtig: "Wenn man die ersten vier trifft, dann liegt es nicht an der Belastung. Es war ein arschknapper Fehler. Das ärgert mich mittlerweile schon."

Schempp und Doll mit zwei Fehlschüssen

Bei Simon Schempp lief es wie schon zuletzt am Schießstand nicht rund. Im Liegend- und Stehendanschlag blieb je eine Scheibe stehen. Damit kam der Uhinger trotz einer bärenstarken letzten Runde nicht über Rang acht hinaus. Für Benedikt Doll platzten alle Träume auf eine Topplatzierung beim Stehendschießen. Nach fünf Volltreffern im Liegendanschlag lag er blendend im Rennen, doch bei seiner zweiten Schießprüfung verfehlte er zweimal die Scheibe und brach dann auch noch auf der Loipe ein. Doll verlor deutlich an Zeit und landete am Ende auf Platz 23 und damit knapp vor Roman Rees, der das Rennen als 27. beendete.

Schießdebakel für Kühn

Johannes Kühn kam auf dem schweren Kurs mit heftigen Anstiegen nicht klar. Er traf nur sechs von zehn Scheiben und landete weit abgeschlagen auf Rang 69.

Bö nutzt Fourcade-K.o. nicht

Johannes Tignes Bö

Johannes Tignes Bö

Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade hatte das Rennen kurzfristig absagen müssen. Den Franzosen, der zuletzt sechs Mal in Folge den Gesamtweltcup gewonnen hatte, machten Magen-Darm-Probleme einen Strich durch die Rechnung. Das war die große Chance für Johannes Thingnes Bö. Um ins Gelbe Trikot des Weltcup-Spitzenreiters zu schlüpfen, musste ein Sieg her. Acht Mal stand der Norweger in dieser Saison im Weltcup schon ganz oben auf dem Treppchen, doch im Sprint von Kontiolahti konnte Bö die Steilvorlage nicht nutzen. Er patzte beim Stehendschießen, musste zwei Mal in die Strafrunde und konnte diesen Rückstand auch mit einer gigantischen Laufleistung nicht wettmachen. Am Ende blieb Platz vier. Das heißt: Fourcade bleibt vorn, hat bei fünf noch ausstehenden Einzelrennen aber nur noch elf Punkte Vorsprung.

Thema in: Deutschlandfunk, 8. März, 22.50 Uhr

sst | Stand: 08.03.2018, 18:50

Biathlon | Weltcupstand Damen

NameP
1.Kaisa Mäkäräinen822
2.Anastasiya Kuzmina819
3.Darja Domratschewa804
4.Laura Dahlmeier730
5.Dorothea Wierer681

Biathlon | Weltcupstand Herren

NameP
1.Martin Fourcade1116
2.Johannes Thingnes Bö1027
3.Anton Schipulin697
4.Arnd Peiffer668
5.Lukas Hofer637
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