DSV-Quartett enttäuscht und gibt Kristallkugel aus der Hand

Biathlon: DSV-Athletinnen enttäuschen mit Platz zwölf Sportschau 04.03.2021 01:36 Min. Verfügbar bis 04.03.2022 Das Erste

Weltcup in Nove Mesto

DSV-Quartett enttäuscht und gibt Kristallkugel aus der Hand

Von Wolfram Porr

Die deutsche Biathlon-Staffel Frauen hat beim Weltcup im tschechischen Nove Mesto ihr schlechtestes Saisonergebnis eingefahren. Es gewann das Quartett aus Schweden, das den Deutschen damit auch die kleine Kristallkugel wegschnappte.

Ohne Denise Herrmann, aber mit der WM-Silbermedaille im Gepäck ging das DSV-Quartett (Maren Hammerschmidt/Vanessa Hinz/Janina Hettich/Franziska Preuß) optimistisch ins letzte Staffelrennen des Winters. Es winkte sogar die kleine Kristallkugel - denn nach vier Rennen führte Deutschland diese Wertung an.

Doch an diesem Tag hatten die Skijägerinnen keine Chance gegen die starke Konkurrenz und landeten abgeschlagen auf dem enttäuschenden zwölften Rang. Das bisher schlechteste Staffelergebnis der Geschichte hatten die Deutschen beim Weltcup im Dezember 2019 in Hochfilzen ebenfalls als Zwölfte abgeliefert.

Es haperte sowohl in der Loipe als auch am Schießstand. Davon zeugen insgesamt zehn Nachlader und der doch beträchtliche Rückstand auf die Siegerinnen (+ 1:57,7 Minuten).

Zweikampf um den Tagessieg zwischen Schweden und Belarus

Die kamen aus Schweden. In der Besetzung Mona Brorsson/Hanna Öland/Linn Persson/Elvira Öberg sicherten sie sich im Zielsprint gegen die überraschend starke Staffel aus Belarus den Sieg und damit auch die kleine Kristallkugel in der Staffelwertung, knapp vor dem DSV-Team.

So sehen Siegerinnen aus: Die schwedische Frauenstaffel

So sehen Siegerinnen aus: Die schwedische Frauenstaffel

Lange hatten die Norwegerinnen das Tempo an der Spitze bestimmt. Nachdem Ida Lien auf Position drei aber in die Strafrunde musste, lief zunächst alles auf einen Dreikampf zwischen Schweden, Belarus und Italien und in der Schlussrunde dann auf das Duell Schweden gegen Belarus hinaus, das die Skandinavierinnen letztlich für sich entschieden.

Hammerschmidt kann in der Loipe nicht mithalten

Startläuferin Maren Hammerschmidt zeigte zunächst ein starkes und schnelles Liegendschießen ohne Nachlader und ging als Drittplatzierte in die zweite Runde. In der Loipe verlor sie dann aber einige Plätze. Läuferisch kann sie in dieser Saison nicht mit den Besten mithalten.

Zwei Nachlader beim Stehendschießen ließen sie sogar bis auf den 13. Platz zurückfallen. Beim Wechsel auf Vanessa Hinz hatte die deutsche Staffel bereits 41,8 Sekunden Rückstand auf die zu diesem Zeitpunkt führenden Norwegerinnen.

"Der Rückstand und die Platzierung sind wirklich schlecht. Da bin ich überhaupt nicht zufrieden mit meiner Performance", sagte sie im ZDF.

Hinz verliert weiter an Boden

Auch für Vanessa Hinz lief es nicht rund. Beim Liegendschießen setzte sie gleich ihre ersten beiden Schüsse daneben. Weil sie dann auch noch beim Nachladen Schwierigkeiten hatte, ging sie nur als 16. und mit bereits mehr als einer Minute Rückstand auf die zweite Laufrunde. Auch Stehend benötigte sie wieder zwei Nachlader. Im Endergebnis bedeutete das: Nur Platz 13 und 1:48 Minuten Rückstand auf die Spitze beim zweiten Wechsel.

"Es war heute komplett der Wurm drin in meinem Wettkampf. Ich habe dauernd gedacht, 'ich muss, ich muss', aber ich war total verunsichert", sagte die Schlierseerin. "Wir wollten die kleine Kristallkugel seit langem mal wieder gewinnen. Umso ärgerlicher ist es."

Hettich und Preuß auf verlorenem Posten

Janina Hettich kam nach drei Nachladern liegend zumindest beim Stehendschießen fehlerfrei durch. Viel gutmachen konnte sie aber auch nicht. Nur weil die Norwegerin Ida Lien in Führung liegend in die Strafrunde musste, wurde der Abstand der DSV-Staffel nach ganz vorne nicht noch größer, als er ohnehin schon war.

Erst Franziska Preuß machte mit zwei schnellen Schießserien und nur einem Nachlader noch einmal ein wenig Boden gut. Ihr Rückstand war da aber natürlich schon viel zu groß, um noch eine Topplatzierung herauslaufen zu können. "Man hat es schon bei Maren gesehen, dass es zäh wird. Dann konnten wir die Lücke nicht schließen, und da ist die Lockerheit oft weg", sagte Preuß. "Ich bin dann eigentlich recht befreit rangegangen und mit meinem Rennen schon zufrieden."

Bundestrainer Steirer: "Schlecht von vorne bis hinten"

Die Trainerkritik nach einem der schlechtesten deutschen Damen-Staffelergebnisse der Biathlon-Geschichte fiel dann allerdings schonungslos aus: "Viel Positives fällt mir nicht dazu ein. Das war von vorne bis hinten schlecht", sagte Biathlon-Trainer Florian Steirer.

Stand: 04.03.2021, 17:17

Biathlon | Weltcupstand Herren

NameP
1.Johannes Thingnes Bö1052
2.Sturla Holm Laegreid1039
3.Quentin Fillon Maillet930
4.Tarjei Bö893
5.Johannes Dale843

Biathlon | Weltcupstand Damen

NameP
1.Tiril Eckhoff1152
2.Marte Olsbu Röiseland963
3.Franziska Preuß840
4.Hanna Öberg826
5.Dorothea Wierer821
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