Biathlon-Damen weiter im Tief - Staffel nicht in Top Ten

Denise Herrmann

Weltcup in Hochfilzen

Biathlon-Damen weiter im Tief - Staffel nicht in Top Ten

Einen Tag nach dem desaströsen Sprint-Ergebnis haben die deutschen Damen in Hochfilzen einen weiteren rabenschwarzen Tag erwischt. Bei der Staffel über 4x6 Kilometer am Samstag (14.12.19) wurden sie nur Zwölfte - die nächste historische Pleite. Der Sieg ging an Norwegen.

Die deutschen Damen enttäuschten auch am zweiten Tag des langen Biathlon-Wochenendes in Hochfilzen. In der Bestzung Karolin Horchler, Denise Herrmann, Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand wurde das deutsche Quartett nur Zwölfte - von 21 gestarteten Teams. Bislang galt die Olympia-Pleite in Sotschi 2014 mit Rang elf als schwächstes Resultat.

Der Plan des deutschen Trainerstabs, die Staffel mit Horchler und Herrmann gleich zu Beginn nach vorne zu bringen, ging damit nicht auf. Franziska Preuß, Schlussläuferin der viertplatzierten Staffel am Wochenende zuvor in Östersund, nahm wegen einer kurzfristigen Erkrankung nicht teil. Der Sieg ging an Norwegen (Karoline Offigstad Knotten, Ingrid Landmark Tandrevold, Tirill Eckhoff, Marte Olsbu Roiseland) vor Russland und der Schweiz.

Biathlon aus Hochfilzen - die Analyse und Stimmen zur Damen-Staffel Sportschau 14.12.2019 08:31 Min. Verfügbar bis 14.12.2020 Das Erste

Herrmann in Führung - und dann drei Strafrunden

Dabei hatte Startläuferin Horchler ordentlich begonnen. Nach nur insgesamt zwei Nachladern beim Liegend- und Stehendschießen übergab sie als Achte auf Herrmann - etwa 18 Sekunden hinter den zu diesem Zeitpunkt führenden Russinnen. Die ehemalige Langläuferin holte den Rückstand in der Loipe schnell auf, ging nach einem tadellosen Liegendschießen sogar kurzzeitig in Führung, verpatzte aber komplett das Stehendschießen: Drei Mal musste sie in die Strafrunde. Als 13. und mit einem Rückstand von eineinhalb Minuten übergab Herrmann auf Hinz, während sich vorn die Italienerinnen und Russinnen ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten. "Das könnte wahrscheinlich meine Oma besser", kommentierte Herrmann ihre Leistung.

Biathlon aus Hochfilzen - die Staffel der Damen Sportschau 14.12.2019 01:16:37 Std. Verfügbar bis 14.12.2020 Das Erste

Keine der deutschen Damen blieb beim Schießen fehlerlos

Mit Hinz (insgesamt vier Nachlader) vergrößerte sich der Rückstand auf zwei Minuten auf die Russinnen, die sich inzwischen absetzen konnten. Auch Hildebrand leistete sich als Schlussläuferin drei Nachlader. Am Ende belegte das deutsche Quartett mit einem Rückstand von mehr als drei Minuten Rang zwölf - hinter Nationen wie USA oder Kanada. Auf der Schlussrunde gab Russland noch den sicher geglaubten Sieg aus der Hand. Roiseland ging mit einem starken Finish als Erste über die Zielline.

Hinz - "Schlagen irgendwann eiskalt zurück" Sportschau 14.12.2019 01:02 Min. Verfügbar bis 14.12.2020 Das Erste

"Es ist der Wurm drin"

Bereits am Freitag (13.12.19) waren die Skijägerinnen nicht in Schwung gekommen, hatten im Sprint-Wettkampf ihr schwächstes Ergebnis in der Weltcup-Geschichte eingefahren. Beste war Herrmann mit Platz 41 gewesen. "Es ist der Wurm drin. Die Mädels wollten es besser machen. Es war verkrampft, es war nicht locker. Wir müssen schnellstmöglich in die Spur kommen. Die Trainer sind jetzt gefordert", sagte Bernd Eisenbichler, der neue sportliche Leiter der Biathlon-Sparte. "So kann es nicht weitergehen."

Trost von Dahlmeier

Laura Dahlmeier, die ihre Karriere im Sommer beendet hat, schickte via Facebook Grüße und baut die Mannschaft darin auf. "Ihr wisst, wie es geht, denkt einfach zurück. Ich weiß, ihr könnt es und ihr wisst es auch! Unterstützt euch, vertraut in euch, kämpft gemeinsam, gewinnt gemeinsam. Wir alle glauben an euch, weil ihr alle so viel Talent habt. Ihr seid großartig!"

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eei | Stand: 14.12.2019, 12:42

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