Biathlon-Verfolgung: Doll hält Bös Druck nicht stand

Biathlon - Bö siegt, DSV-Starter überzeugen Sportschau 21.12.2019 01:00 Min. Verfügbar bis 21.12.2020 Das Erste

Weltcup in Annecy

Biathlon-Verfolgung: Doll hält Bös Druck nicht stand

Von Wolfram Porr

Mit einer beeindruckenden Laufleistung hat Johannes Thingnes Bö das 12,5-Kilometer-Verfolgungsrennen beim Biathlon-Weltcup in Annecy gewonnen. Der nach dem Sprint führende Benedikt Doll konnte dem Druck des Norwegers nicht standhalten.

Im vorletzten Rennen vor seiner angekündigten "Babypause" zeigte der Weltcupführende Bö der Konkurrenz noch einmal die Grenzen auf. Trotz eines Fehlers beim ersten Liegendschießen siegte der Überflieger am Ende ungefährdet mit 22,0 Sekunden Vorsprung vor dem in seiner französischen Heimat viel umjubelten Quentin Fillon Maillet, der zwar ohne Fehler am Schießstand blieb, aber in der Loipe nicht ganz mit Bö mithalten konnte.

Dritter wurde Vetle Sjaastad Christiansen (1 Fehler/+1:00,0 Minuten), der sich von Platz 13 nach vorne arbeiten konnte. Für Benedikt Doll sprang bei einem Rückstand von 1:23,8 Minuten immerhin noch Platz fünf heraus. Insgesamt drei Schießfehler verhinderten eine mögliche, noch bessere Platzierung. Damit war er bester Deutscher einer insgesamt starken DSV-Mannschaft.

Doll muss beim zweiten Schießen abreißen lassen

Der Sprint-Weltmeister hatte seine Führung bis zum zweiten Liegendschießen halten können. Dann fiel er aufgrund einer Strafrunde hinter die Bö-Brüder und Fillon Maillet zurück. Die ließen vorne nichts mehr anbrennen, bauten ihren Vorsprung auf Doll und die anderen Verfolger nach und nach weiter aus und blieben bis zum Finish vorne.

Die Entscheidung über den Tagessieg fiel beim letzten Schießen, als Bö alle fünf Scheiben in rekordverdächtiger Zeit abräumte und seinen Kontrahenten stehen ließ. Bis ins Ziel nahm Bö dem Franzosen dann weitere 20 Sekunden ab. Von hinten rauschte der Norweger Christiansen an Doll und Tarjei Bö vorbei und kam als Drittplatzierter noch aufs Podium.

Doll wirkte trotzdem nicht unzufrieden mit seiner Platzierung: "Ich hatte drei Schießfehler, aber zum Glück eben auch einen Puffer", sagte er im ZDF. Seine Schießleistung erklärte er mit dem Lärmpegel im Stadion, weswegen er sich nicht gut habe konzentrieren können: "Ich hab's unterschätzt. Es ist unfassbar laut hier. Morgen werde ich wieder meine Ohrstöpsel reintun."

Schempp, Peiffer und Horn glänzen

Simon Schempp

Simon Schempp

Sehr erfreulich war auch, was die übrigen Deutschen lieferten: Vor allem Simon Schempp zeigte endlich mal wieder eine richtig gute Leistung, und das sowohl auf der Strecke als auch am Schießstand. Der 31-Jährige aus Uhingen blieb ohne Schießfehler und arbeitete sich von Platz 32 auf Rang zehn vor, einen Platz hinter Arnd Peiffer, der auch nur eine Fahrkarte schoss: "Ich habe sehr viele Plätze gutgemacht. Über viermal null freut man sich immer", sagte Schempp: "Das gibt Auftrieb. Heute ist endlich mal die 100 Prozent am Schießstand gefallen. Und dann geht es weit nach vorne."

Vierter im Bunde war Philipp Horn, der sich vom 25. auf den 11. Platz (1/2:04,0) nach vorne arbeitete. Damit brachte der DSV vier Läufer unter die besten Elf - Hut ab! Johannes Kühn verspielte eine mögliche bessere Platzierung beim Stehendschießen. Insgesamt fünf Fehler warfen ihn von Rang acht auf Platz 23 (6/3:04,0) zurück.

wp | Stand: 21.12.2019, 13:55

Darstellung: