Lesser Fünfter bei französischem Sieg in Biathlon-Verfolgung

Quentin Fillon Maillet bejubelt den Sieg in der Biathlon-Verfolgung von Soldier Hollow

Fillon Maillet siegt - Lesser und Doll in Top 10

Lesser Fünfter bei französischem Sieg in Biathlon-Verfolgung

Für das Podest hat es für Erik Lesser im letzten Einzelrennen vor der WM nicht gereicht. Beim Sieg des Franzosen Fillon Maillet verpasste der Thüringer die Top 3 wegen vieler Strafrunden - zufrieden dürfte er dennoch sein.

Lesser musste im 12,5-Kilometer-Rennen auf der traditionsreichen Olympiastrecke von 2002 nach Schießfehlern vier Mal in die Strafrunde. Das war für einen Rang auf dem Podest zu viel. Denn wer an diesem Samstag (16.02.2019) in Soldier Hollow bei Salt Lake City in die Top drei wollte, musste besser schießen: Der französische Tagessieger Quentin Fillon Maillet feierte den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere gänzlich fehlerfrei. Auf Rang zwei und drei kamen der Norweger Vetle Sjaastad Christiansen und der Franzose Simon Desthieux mit einer und drei Strafrunden.

Lesser: "Es hat sich schwer angefühlt"

Erik Lesser bei der Biathlon-Verfolgung, Männer, Soldier Hollow

Erik Lesser überquert die Ziellinie

Entsprechend selbstkritisch war Lesser, dem 1:55 Minuten auf den Sieg und 1:08 Minuten auf Rang drei fehlten, dann auch im Ziel. "Je zwei Fehler in den Stehendschießen sind nicht das, was ich mir vorstelle", sagte der Verfolgungs-Weltmeister von 2015 im ZDF. Zwei Erklärungen bot er für seine schwachen Auftritte bei den beiden Stehendanschlägen an. Zum einen sagte er, er hätte sich in dem Rennen auf rund 1.700 Metern Höhe läuferisch schwer getan. "Es hat sich schwer angefühlt. Und wenn man sich auf der Strecke so schwer tut, ist es schwer, am Schießstand die nötige Konzentration zu haben." Zum anderen bemängelte Lesser den auffrischenden Wind beim letzten Schießen, gerade als er und Mitverfolger Johannes Thingnes Bö an den Schießstand kamen. "Aber das soll keine Ausrede sein."

Bö wieder nicht auf das Podest

Mit der Reise nach Übersee kann der Thüringer aber dennoch zufrieden sein: In den Einzelrennen von Kanada und den USA lief er dreimal in die Top 10 und sammelte damit Selbstvertrauen für die Anfang März beginnende WM.

Wie Lesser patzte auch Weltcupspitzenreiter Johannes Thingnes Bö im letzten Schießen der Verfolgung. Der Norweger musste sogar dreimal in die Strafrunde, blieb letztlich aber noch vor Lesser und wurde am Ende Vierter. Nach Rang fünf im Sprint verpasste Bö damit zum zweiten Mal in Folge das Podest. Das war ihm zuvor in dieser Saison noch nicht passiert.

Doll in den Top 10 - DSV-Quintett mit 26 Strafrunden

Benedikt Doll wurde als zweitbester Deutscher mit fünf Strafrunden Neunter. Roman Rees, kam nach Rang drei im Sprint auf Platz 18. Philipp Nawrath verpasste mit vier Strafrunden als 22. die WM-Norm - Rees und Nawrath verhagelten sich mit je drei Strafrunden im letzten Schießen bessere Platzierungen. Johannes Kühn musste neun Mal in die Strafrunde und kam letztlich nur als 33. ins Ziel.

Kirchner: "Gut verkauft"

Bundestrainer Mark Kirchner  beim Training für den Sprint der Männer, Biathlon-Weltcup in Oberhof

Das Abschneiden im letzten Stehendanschlag bemängelte auch Bundestrainer Mark Kirchner: "Bis auf das letzte Schießen hatten wir mehr Licht. Das letzte Schießen hat uns aber nach zwischendurch sehr guten Platzierungen ins Hintertreffen geraten lassen", sagte Kirchner im ZDF. Nach den vier Einzelrennen von Soldier Hollow mit vier Podestplatzierungen für das deutsche Team ergänzte er: "Aber wir sind immer positiv. Wir haben uns hier sehr ordentlich verkauft."

Wer darf zur WM? Hoffnung für Nawrath

Nach dem letzten Einzelrennen vor der WM haben sechs deutsche Männer die WM-Norm geknackt: Arnd Peiffer, Johannes Kühn, Benedikt Doll und Roman Rees schafften es aufs Podest, Erik Lesser und Simon Schempp zusätzlich in die Top 8. Philipp Nawrath verpasste nach Rang 12 vom Sprint am Freitag mit Rang 21 seine zweite Podestplatzierung. Bundestrainer Kirchner machte dem 26-Jährigen aber dennoch Hoffnung auf die Titelkämpfe in Östersund. "Er ist einer, der uns unterstützt hat, gute Leistungen gezeigt hat und auch heute bis auf das letzte Schießen in den Top 15 unterwegs war. Wir werden den Vorschlag dem Verband unterbreiten, dass er mit zur WM kann. Er ist nah dran und wird in unserem Team auch weiterhin eine Rolle spielen", sagte Kirchner.

Thema in: MDR aktuell - Das Nachrichtenradio, 16.02.2018, 22:40 Uhr

dh | Stand: 16.02.2019, 22:50

Biathlon | Weltcupstand Damen

NameP
1.Dorothea Wierer904
2.Lisa Vittozzi882
3.Anastasiya Kuzmina870
4.Marte Olsbu Röiseland855
5.Hanna Öberg741

Biathlon | Weltcupstand Herren

NameP
1.Johannes Thingnes Bö1262
2.Alexander Loginow854
3.Quentin Fillon Maillet843
4.Simon Desthieux831
5.Arnd Peiffer802

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