Roeiseland gewinnt Biathlon-Verfolgung - Preuß Achte

Marte Olsbu Roeiseland (Norwegen) jubelt

Biathlon

Roeiseland gewinnt Biathlon-Verfolgung - Preuß Achte

Norwegischer Sieg in der Frauen-Verfolgung beim Biathon-Weltcup in Hochfilzen. Die beste Deutsche vergab einen vorderen Platz beim letzten Schießen.

Siebter Weltcupsieg für die Norwegerin Marte Olsbu Roeiseland. Die 30-Jährige gewann am Sonntag (13.12.2020) die 10-Kilometer-Biathlon-Verfolgung der Frauen in Hochfilzen. Mit zwei Fehlern lief die neue Weltcup-Gesamtführende von Rang vier im Sprint am Freitag noch ganz oben auf das Podest.

Zweite wurde Sprintsiegerin Dzinara Alimbekawa aus Belarus, die zwar ohne Schießfehler durchkam. Mit der 38.-besten Laufzeit musste sich die 24-Jährige aber geschlagen und auch das Gelbe Trikot abgeben. Auf Rang drei kam Julia Simon aus Frankreich mit drei Fehlern. Starke Vierte wurde die Schwedin Hanna Öberg, deren Fabel-Rennen nur knapp am Podest vorbeiführte. Nach Rang 29 im Sprint lief sie mit fehlerfreiem Schießen weit nach vorn. Beste Deutsche wurde Franziska Preuß als Achte. Die anderen DSV-Frauen kamen abgeschlagen ins Ziel.

Preuß verballert Podest beim letzten Schießen

Franziska Preuß beim Schießen in Hochfilzen

Franziska Preuß beim Schießen in Hochfilzen

Franziska Preuß ging nach ihrem dritten Platz im Sprint von Freitag (11.12.2020) in guter Position ins Rennen. Im ersten Liegendanschlag blieb sie fehlerfrei und konnte sich sogar auf Rang zwei verbessern. Ein Fehler im zweiten Liegendschießen warf sie auf Rang sieben zurück, Stehend konnte sie sich fehlerfrei auf Rang fünf verbessern. Doch mit zwei Strafrunden im zweiten Stehendanschlag war letztlich nur Rang acht drin.

So ärgerte sich die Ruhpoldingerin nach dem Wettkampf: "Beim Weltcup muss man mit einem Top-10-Platz immer zufrieden sein. Das letzte Schießen ärgert mich schon. Da war ich nicht ganz im Tunnel. Ich habe den Stadionsprecher gehört, das ist kein gutes Zeichen. Und dann habe ich den Fokus nicht mehr gefunden", sagte die 26-jährige Preuß im ZDF. Zuversichtlich blickt sie auf die kommende Woche: "Es war heute ohnehin schwer, auf das Podest zu kommen. Stehend war auch ein sehr guter Anschlag dabei. Das speichere ich ab, nächste Woche sind nochmal drei Rennen, dann schauen wir mal, wie es da geht."

Die anderen Deutschen verpassten die Top 20. Janina Hettich, die nach Rang 13 im Sprint mit einer Top-10-Hoffnung ins Rennen ging, kam Liegend zwar fehlerfrei durch, leistete sich Stehend aber zwei Fehler. So fiel sie auf Rang 24 zurück.

Herrmann: Probleme mit den Schienbeinen

Direkt hinter Hettich kam Denise Herrmann ins Ziel, die Verfolgungs-Weltmeisterin von Antholz lief nach Rang 32 im Sprint noch auf Platz 25. Herrmann hatte einen guten Start, nach fehlerfreiem ersten Schießen verbesserte sie sich auf Platz 23. Danach verballerte die Sächsin aber viel. Ein Fehler Liegend, drei Fehler Stehend, sie fiel auf Rang 35 zurück. Mit einem fehlerfreien letzten Schießen sprang letztlich Rang 25 raus. Die sonst so laufstarke Ex-Langläuferin hatte in dem Rennen zudem nur die neuntbeste Laufzeit.

Nach dem Rennen bei knapp Null Grad und einer weichen Piste sagte Herrmann: "Ich habe bei diesen Bedingungen immer mit meinen Schienbeinen zu kämpfen. Die sind dann auch schnell zugegangen, die Feinmotorik ist ausgefallen. Da fühlt man sich wie so ein Anfänger. Das macht es beim Schießen auch nicht leichter. Der Stehendanschlag ist nicht gerade entspannt." Herrmann zog ein selbstkritisches Zwischenfazit der ersten drei Weltcuprennen: "Ich bin nicht ganz beim 100 Prozent, da fehlt es einfach beim Schießen. Man merkt, wenn der Druck weg ist, dann treffe ich die Scheiben wieder. Mit Druck muss man aber umgehen können. Ich versuche jetzt, mit dem Kopf zweit Tage rauszugehen, damit ich nächste Woche frei von der Leber weg laufen kann. Beim Laufen merke ich, dass ich muskulär ein bisschen drüber bin. Das merke ich auch beim Puls."


Maren Hammerschmidt fiel nach Platz 33 im Sprint mit drei Fehlern auf Rang 38 zurück.

Hinz und Schneider nicht dabei

Aus dem deutschen Team hatten sich im Sprint von Freitag Vanessa Hinz als 62. und Sophia Schneider 80. nicht für die Verfolgung der besten 60 qualifiziert.

Mehringer: Weidel für Schneider in der kommenden Woche

Frauen-Disziplintrainer Kristian Mehringer zog trotzdem ein insgesamt positives Fazit. "Das war unsere beste Hochfilzen-Woche seit zwei Jahren. Gestern der vierte Platz in der Staffel war natürlich ein bisschen ärgerlich. Aber die Leistung der Mädels war trotzdem gut. Heute der achte Platz von Franzi war auch gut. Ärgerlich sind die zwei Fehler im Stehendschießen, insgesamt war es für die Franzi aber ein super Wochenende. Bei den anderen müssen wir der einen oder anderen ein bisschen Ruhe geben, damit sie sich auf das nächste Wochenende vorbereiten kann. Einfach mal nicht nachdenken, einfach mal laufen lassen. Dann werden wir von den anderen auch wieder gute Rennen sehen, damit wir zufrieden in die Weihnachtspause gehen können", sagte Mehringer.

In der kommenden Woche soll statt Schneider dann Anna Weidel nachnominiert werden. "Sophia Schneider wird Testwettkämpfe in Ruhpolding laufen, damit sie sich auf sich und ihre Leistung konzentrieren kann", so Mehringer.

Dirk Hofmeister | Stand: 13.12.2020, 12:16

Biathlon | Weltcupstand Herren

NameP
1.Johannes Thingnes Bö1052
2.Sturla Holm Laegreid1039
3.Quentin Fillon Maillet930
4.Tarjei Bö893
5.Johannes Dale843

Biathlon | Weltcupstand Damen

NameP
1.Tiril Eckhoff1152
2.Marte Olsbu Röiseland963
3.Franziska Preuß840
4.Hanna Öberg826
5.Dorothea Wierer821

Wintersport im TV

Heute
So.
Mo.
Di.
Mi.
Do.
Fr.
Darstellung: