Doll mit perfektem Rennen zum Biathlon-Sprintsieg

Biathlon: Benedikt Doll gewinnt Weltcup-Auftakt in Frankreich Sportschau 19.12.2019 01:31 Min. Verfügbar bis 19.12.2020 Das Erste

Weltcup in Annecy

Doll mit perfektem Rennen zum Biathlon-Sprintsieg

Von Wolfram Porr

Biathlet Benedikt Doll hat beim 10-Kilometer-Sprint in Annecy-Le Grand-Bornand seinen zweiten Weltcupsieg gefeiert. Der 29-Jährige blieb am Schießstand fehlerfrei und konnte so auch Überflieger Johannes Thingnes Bö hinter sich lassen.

Sprint-Weltmeister war er schon. Sein Sieg, damals vor zwei Jahren im WM-Sprint 2017 in Hochfilzen, war gleichzeitig auch sein erster Weltcupsieg. In Annecy-Le Grand-Bornand stand Benedikt Doll nun ein zweites Mal ganz oben auf dem Podest dank eines perfekten Rennens ohne Fehler am Schießstand und mit einer starken Laufzeit.

Mit der Startnummer 16 ins Rennen gegangen, war Doll schon beim Liegendschießen ganz vorne mit dabei. Als er dann auch noch im Stehendschießen alle Scheiben traf, war klar, dass das heute ein Topergebnis werden würde. In der Endabrechnung siegte er vor dem Norweger Tarjei Bö (0 Fehler/+9,4 Sekunden) und dem Franzosen Quentin Fillon Maillet (0/+11,3).

Johannes Thingnes Bö diesmal "nur" Vierter

Von den Topfavoriten waren Martin Fourcade (Frankreich) sowie die Norweger Erlend Bjöntegaard und Tarjei Bö vor Doll gestartet. Während sich Fourcade mit zwei Schießfehlern früh aus der Spitzengruppe verabschiedete, blieben Bö und Bjöntegaard ebenfalls fehlerfrei, kamen aber nicht an die Zeit des Deutschen heran.

Nun hieß es warten, denn etliche Favoriten kamen erst noch, darunter auch Johannes Thingnes Bö. Der Norweger war in der Loipe erneut der Schnellste im Feld, patzte aber zweimal am Schießstand. Trotz zweier Strafrunden kam er mit nur 14,8 Sekunden Rückstand auf Doll noch auf Rang vier. Und so blieb es beim ersten Weltcupsieg für die deutschen Männer in diesem Winter.

"Acht Treffer am Schießstand sind ein bis zwei Fehler zu viel", so Bö nach dem Rennen. "Ich sehe am Ergebnis, dass ein Fehler weniger gereicht hätte. Es war also kein so schlechtes Rennen von mir, aber ich bin es anders gewohnt."

Topplatzierung kommt überraschend

"Die Leistungskurve geht steil bergauf, und das, obwohl ich mich heute früh nicht so gefühlt habe. Ich hätte nie gedacht, dass das heute für eine Topplatzierung reicht", sagte Doll im ZDF. "Mir hilft dieses Jahr die Routine. Ich hatte heute aber auch Glück am Schießstand." Vor wenigen Tagen in Hochfilzen hatte Doll in der Staffel das direkte Schlussläufer-Duell gegen Bö noch verloren. Diesmal behielt der Mann vom SZ Breitnau die Oberhand.

Von den weiteren deutschen Startern blieb keiner am Schießstand ohne Fehler. Johannes Kühn kam mit zwei Fehlern und 54,5 Sekunden Rückstand noch auf Rang 14, Arnd Peiffer wurde 21. (1/+ 1:10,3 Minuten), Philipp Horn (2/+ 1:13,0) 25.. "Insgesamt habe ich mich heute nicht so frisch gefühlt, konnte nicht so attackieren, wie ich es mir vorgenommen habe", so Peiffer im ZDF.

Nicht in die Top 30 schafften es Simon Schempp (1/+1:19,5) und Erik Lesser (3/2:53,0). Schempp qualifizierte sich immerhin für das Verfolgungsrennen am Samstag. Für Lesser ist nach Platz 82 das Weltcupwochenende in Frankreich schon beendet.

wp | Stand: 19.12.2019, 15:32

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