Herrmann im Biathlon-Sprint knapp am Podest vorbei

Biathlon - Herrmann wird bei Eckhoff-Sieg Fünfte Sportschau 20.12.2019 01:47 Min. Verfügbar bis 20.12.2020 Das Erste

Weltcup in Annecy

Herrmann im Biathlon-Sprint knapp am Podest vorbei

Von Wolfram Porr

Die Ergebniskrise bei den deutschen Biathletinnen hat sich auch beim Weltcup in Annecy fortgesetzt. Beim Sieg der Norwegerin Tiril Eckhoff deutete aber zumindest Denise Herrmann an, dass sie wieder dran ist an der Weltspitze.

Zwei Schießfehler, das war einer zu viel für Denise Herrmann. Die Weltmeisterin in der Verfolgung zeigte im 7,5-Kilometer-Sprint in Annecy-Le Grand-Bornand aber deutlich ansteigende Form und kam mit einer herausragenden Laufzeit und nur 29,7 Sekunden Rückstand auf die Siegerin noch auf den fünften Platz. Nur vier Starterinnen waren im Ziel schneller als die 31-Jährige vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal: Die Norwegerin Tiril Eckhoff siegte trotz eines Fehlers beim Liegendschießen in 2:27,0 Minuten vor der Französin Justine Braisaz (0 Fehler/+ 6,2 Sekunden) und der Tschechin Marketa Davidova (0/+ 20,5).

Schwächen beim Stehendschießen

Die insgesamt 99 Starterinnen hatten in den Savoyer Alpen vor allem mit dem starken Regen zu kämpfen. Herrmann ließ sich davon zunächst überhaupt nicht beeindrucken und führte nach dem Liegendschießen. Zu diesem war auch Franziska Preuß noch ganz vorne mit dabei. Die 25-Jährige vom SC Haag lag an dieser Stelle nur knapp sieben Sekunden hinter ihrer Teamkameradin, die mit ihren zwei Fahrkarten beim Stehendschießen einen möglichen Weltcupsieg vergab.

Und auch Preuß leistete sich stehend zwei Fehler - damit war die realistische Chance auf einen Top-Ten-Platz vertan. "Ich war ganz schnell komplett durchnässt. Es war schwer, das auszublenden. Aber ich hab's probiert. Das Schießen ärgert mich schon ein bisschen, aber auf ein Neues dann morgen!", sagte sie im ZDF. In der Endabrechnung reichte es immerhin noch zu einem ordentlichen zwölften Rang (2/+ 57,6).

Nach Hochfilzen: Herrmann konsultierte Mentaltrainer

Herrmann hatte beim Interview nach dem Rennen sogar ein Lächeln im Gesicht: "Mit dem Zweier bin ich natürlich nicht zufrieden", sagte sie. Das Desaster von Hochfilzen, als sie sowohl in den Einzelrennen wie auch in der Staffel miserabel schoss, scheint sie aber gut verarbeitet zu haben: "Ich habe die Woche nochmal mit meinem Mentaltrainer telefoniert und gute Gespräche geführt, um am Schießstand nicht zu viel nachzudenken."

Hettich überrascht positiv - schwarzer Tag für Hammerschmidt

Erfreulich war das Abschneiden der jungen Janina Hettich vom Ski Club Schönwald. Die 23-Jährige qualifizierte sich mit einem 23. Rang (1/1:25,9) für die Verfolgung (Samstag, 15.00 Uhr im Liveticker) und war damit drittbeste Deutsche. Marion Deigentesch (2/2:01,7) auf Platz 49 ist am Samstag ebenfalls noch mit dabei. Vanessa Hinz (4/2:21,5) als 64. und bei ihrem unglücklichen Comeback mit sechs Schießfehlern auch Maren Hammerschmidt (6/3:37,6) schafften es nicht.

Zu den Geschlagenen zählten neben den Deutschen aber unter anderen auch die im Weltcup führende Italienerin Dorothea Wierer (2/1:19,5 Minuten) und Olympiasiegerin Hanna Oeberg aus Schweden (2/1:04,9).

wp | Stand: 20.12.2019, 15:32

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