Nach Doping-Skandal: Kein Biathlon in Russland bis 2022

Kongress des BIathlon-Weltverbands IBU im September 2018 in Porec

Nach Doping-Skandal

Nach Doping-Skandal: Kein Biathlon in Russland bis 2022

Der Biathlon-Weltverband IBU reagiert auf den Skandal um mutmaßliches russisches Staatsdoping. Bis mindestens 2022 werden keine Wettkämpfe in Russland stattfinden.

Das gab der Weltverband IBU bei der Veröffentlichung der Wettkampfkalender für die Saisons 2020/2021 und 2021/2022 bekannt. Auch in der Ende November beginnenden neuen Saison gibt es keine russischen Austragungsorte. Die IBU vergibt Wettkämpfe nur an Länder, die dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA entsprechen. Das ist bei den Russen nach wie vor nicht der Fall.

Nach dem Doping-Skandal hatte der russische Verband RBU im Dezember 2017 seinen Status als ordentliches IBU-Mitglied verloren. Seitdem werden die Russen als provisorisches Mitglied ohne Stimm-, Wahl- und Vorschlagsrecht geführt. Beim IBU-Kongress im September im kroatischen Porec war Russland im Bestreben nach einer vollumfänglichen Rückkehr gescheitert.

Der neue IBU-Präsident Olle Dahlin und ein Teil des Vorstandes werden in der kommenden Woche nach Moskau reisen. Bei einem Treffen mit dem russischen Verband sollen die Kriterien für eine erneute Vollmitgliedschaft aufgezeigt und ein Zeitplan festgelegt werden.

Der Doping- und Korruptionsskandal der IBU

Mittlerweile ermittelt auch die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Ex-IBU-Präsident Anders Besseberg. Es geht vor allem um die WM im Februar 2017 in Hochfilzen, die Korruptionsvorwürfe reichen aber bis 2012 zurück. Es sollen russische Dopingsünder gedeckt und 65 Doping-Proben vertuscht worden sein. Bei der Vergabe der WM 2021 im September 2016 an die russische Stadt Tjumen sollen Bestechungsgelder geflossen sein. Russische Wintersportler sollen auch bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi massiv gedopt gewesen sein.

IBU tritt Internationaler Doping-Testagentur bei

Rund um die Aufarbeitung der Krise um Korruption und Dopingvertuschung unterstreicht die IBU, wie ernst sie das Thema weiterhin nimmt. Wie angekündigt ist die IBU am Freitag (09.11.18) der International Testing Agency (ITA) beigetreten. "Unsere Zusammenarbeit mit der ITA zeigt erneut, dass wir ein stabiles und unabhängiges Anti-Doping-Programm bereitstellen möchten, um sauberen Biathlon-Sport zu gewährleisten", sagte Präsident Dahlin: "Der Schutz sauberer Athleten und die Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen sind für die IBU von zentraler Bedeutung." Die dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zugeordnete ITA mit Sitz in Lausanne wurde im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht und hat 2018 ihre Arbeit aufgenommen.

dpa/red | Stand: 09.11.2018, 08:43

Biathlon | Weltcupstand Damen

NameP
1.Dorothea Wierer904
2.Lisa Vittozzi882
3.Anastasiya Kuzmina870
4.Marte Olsbu Röiseland855
5.Hanna Öberg741

Biathlon | Weltcupstand Herren

NameP
1.Johannes Thingnes Bö1262
2.Alexander Loginow854
3.Quentin Fillon Maillet843
4.Simon Desthieux831
5.Arnd Peiffer802

Wintersport im TV

Heute
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
Darstellung: