Italien gewinnt Biathlon-Mixed - Deutsches Quartett abgeschlagen

Sportschau 30.11.2019 01:09:24 Std. Verfügbar bis 30.11.2020 Das Erste

Saisonauftakt in Östersund

Italien gewinnt Biathlon-Mixed - Deutsches Quartett abgeschlagen

Nach Rang zwei in der Single-Mixed-Staffel sind die deutschen Biathleten in der 4x-6-km-Mixed-Staffel leer ausgegangen. Beim Tagessieg von Italien kam das DSV-Quartett abgeschlagen ins Ziel.

Italien hat die erste Mixed-Staffel der Saison gewonnen. Beim 4x6-Kilometer-Rennen verwiesen Lisa Vittozzi, Dorothea Wierer, Lukas Hofer und Dominik Windisch mit insgesamt neun Nachladern das norwegische Quartett auf Rang zwei. Norwegen mit Ingrid Landmark Tandrevold, Tiril Eckhoff, Tarjei Bö und Johannes Thingnes Bö wurde mit 4,1 Sekunden Rückstand Zweiter. Auf Rang drei kam Gastgeber Schweden (+ 59,9 Sekunden). Das deutsche Quartett lief weit am Podest vorbei, wurde nur Siebter.

Horchler: "Ganz schön aufgeregt"

Die deutsche Startläuferin Karolin Horchler ging die erste Weltcup-Mixed-Staffel ihrer Karriere laufstark und solide an. Nach einem fehlerfreien ersten Schießen lag die 30-Jährige auf Rang zwei. Im Stehendanschlag musste sie drei Mal nachladen und fiel auf Rang sieben zurück. Als Siebte mit 52 Sekunden Rückstand übergab sie dann auch auf Denise Herrmann. "Ich war ganz schön aufgeregt", sagte die deutsche Meisterin nach dem Wettkampf in der ARD. "Es war eine große Ehre für mich, zu starten. Bis zum Stehendschießen habe ich es auch ganz gut gemacht. Dann kamen aber die Böen und die Schießfehler. Ich glaube aber, ich habe es insgesamt ganz ordentlich gemacht."

Herrmann übergibt als Zweite

Denise Herrmann

Denise Herrmann: "Freue mich, in Östersund laufen zu können"

Denise Herrmann als zweite Starterin aus dem deutschen Team, lief gegen die starke Italienerin Dorothea Wierer und Kaisa Mäkäräinen - die Sächsin konnte die Lücke nach vorn aber konsequent zulaufen. Verfolgungs-Weltmeisterin Herrmann blieb fehlerfrei beim Liegendanschlag, musste im Stehendschießen zweimal nachladen und übergab dank der deutlich besten Laufzeit als Zweite. Nach ihrer Runde war Herrmann zufrieden: "Liegend lief es richtig gut. Ich musste viel nach vorn laufen, konnte das aber gut machen. Stehend bei den beiden Nachladern kam dann der Wind dazu, da war es schwierig. Insgesamt bin ich aber zufrieden", sagte die 30-Jährige und fügte hinzu: "Ich freue mich immer, in Östersund laufen zu können. Ich mag die Strecken und der Schießstand hat es auch immer gut mit mir gemeint."

Vorn lief Wierer mit insgesamt nur einem Nachlader ein einsames Rennen. Die Italienerin übergab mit fast 40 Sekunden Vorsprung auf Lukas Hofer.

Schempp fällt weit zurück

Dritter aus dem deutschen Team war Simon Schempp, der Ruhpoldinger war für den mit Magen-Darm-Virus angeschlagenen Arnd Peiffer in die Staffel gerutscht. Der Massenstart-Weltmeister von 2017 fiel mit zwei Nachladern Liegend und drei Nachladern Stehend sowie der nur 13.-besten Laufzeit auf Rang fünf zurück.

Bei der Übergabe von Schempp auf Schlussläufer Benedikt Doll hatten die Deutschen rund zwei Minuten Rückstand auf Spitzenreiter Italien und mehr als 50 Sekunden auf die drittplatzierten Norweger. Im Ziel sagte Schempp frustriert: "Heute war es alles andere als zufriedenstellend. Ich glaube, ich habe mehr drauf. Es war aber sehr zäh auf der Strecke. Am Schießstand wäre es gut zu Schießen gewesen. Aber ich habe die Waffe nicht ruhig bekommen. Dann passieren schnell Fehler. Es war einfach schlecht geschossen."

Doll: Strafrunde und Sturz - "Gebrauchtes Rennen"

Auch Benedikt Doll erwischte nicht seinen besten Tag am Schießstand. Im Liegendanschlag musste er sogar in die Strafrunde, Stehend musste er einmal nachladen. Letztlich erreichte Doll das Ziel als Siebter. Da feierten die siegreichen Italiener schon mehr als zwei Minuten. Nach dem Wettkampf sagte der Schwarzwälder zu seinen Schießfehlern: "Ich bin echt gespannt, wo die Verlagerung war beim Schießen. Ich habe keinen großen Wind wahrgenommen. Es wollte aber nicht klappen." Zu den Problemen am Schießstand kam beim Sprint-Weltmeister von 2017 auch noch ein Sturz auf der letzten Runde. Dazu sagte Doll: "Ich bin das neue Skimodell gelaufen, das ist spritziger. Es ist aber auch anfällig für Spurrillen. In so eine bin ich gekommen und mir selbst über die Ski gelaufen. Am tiefsten Punkt der Abfahrt hab ich klassisch eingefädelt. Da ist der Schwung weg und es tut umso mehr weh. Es war ein ziemlich gebrauchtes Rennen."

Italien rettet knappen Vorsprung ins Ziel

Biathlon-WM, Single-Mixed-Staffel in Östersund

Lukas Hofer (Archivbild): "Froh, dass es so gelaufen ist."

Dominik Windisch, Schlussläufer der Italiener, büßte mit vier Nachladern seinen Vorsprung von 1:07 Minuten auf den norwegischen Verfolger Johannes Thingnes Bö zwar komplett ein. Letztlich rettete er aber 4,1 Sekunden ins Ziel. Und während sich die Deutschen über das Abschneiden ärgerten, freute sich für die Italiener Lukas Hofer: "Das Anschießen war wegen des Windes amüsant. Während des Rennens war es dann nicht so schlimm. Immer mal kamen Böen rein, es war aber besser als bei der Weltmeisterschaft. Ich bin froh, dass es so gelaufen ist. Ich hatte jetzt zwei Monate Probleme mit dem Rücken. Ein paar Probleme habe ich immer noch, aber das Schießen lief schon einmal ganz gut."

Biathlon aus Östersund - die Analyse zur Single-Mixed-Staffel Sportschau 30.11.2019 07:11 Min. Verfügbar bis 30.11.2020 Das Erste

dh | Stand: 30.11.2019, 16:08

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