Bundestrainer Kirchner bleibt nach Biathlon-Fehlstart gelassen

Mark Kirchner

Weltcup

Bundestrainer Kirchner bleibt nach Biathlon-Fehlstart gelassen

Die erfolgsverwöhnten deutschen Biathleten haben sich einen Fehlstart in den Weltcup-Winter geleistet. In Panik verfällt Bundestrainer Mark Kirchner nach den Rennen in Östersund aber nicht. Der Blick geht nach vorn.

Die deutschen Biathletinnen standen traurig im dichten Schneetreiben von Östersund. Gerade einmal 5,3 Sekunden fehlten der Staffel des Deutschen Skiverbandes (DSV) um Denise Herrmann und Franziska Preuß zum Abschluss des Weltcups zum Podest. Der unglückliche Ausgang mit Rang vier im Rennen über 4 x 6 km passte jedoch ins Bild eines äußerst durchwachsenen Starts in den Winter für die erfolgsverwöhnten deutschen Biathleten. Anstatt der erhofften Podiumsplatzierungen gab es reichlich Pleiten. Vor allem die Schießleistungen waren mangelhaft.

Der indiskutable achte Platz der deutschen Männer-Staffel am Samstag (07.12.) war der Tiefpunkt einer Woche zum Vergessen. "Das ist ein Ergebnis, mit dem wir absolut nicht zufrieden sein können, wir waren nicht konkurrenzfähig", sagte Olympiasieger und Weltmeister Arnd Peiffer und fügte frustriert an: "Für mich war das eine katastrophale Woche." Nicht nur für ihn.

Arnd Peiffer beim Weltcup in Östersund

Arnd Peiffer erlebte ein Biathlon-Wochenende zum Vergessen (Archiv)

Bundestrainer Kirchner reagiert (noch) gelassen

Der Druck vor der zweiten Station in Hochfilzen (13. bis 15.12.) steigt, Bundestrainer Mark Kirchner sieht die Lage aber dennoch gelassen. "Ich bin nicht aufgeregt. Wir sind sicherlich nicht zufrieden mit der Woche, aber wir hatten die letzten Jahre auch schon schwierige Einstiege", sagte er im ZDF. Der Saison-Fehlstart werde das Team "nicht aus der Bahn werfen. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns steigern werden."

Das wird auch dringend nötig sein, um die Kritik trotz eines respektablen zweiten Platzes in der Single-Mixed-Staffel schnell verstummen zu lassen. Auch der Rücktritt von Aushängeschild Laura Dahlmeier könnte bei weiteren Fehlleistungen noch mehr zur Hypothek werden - auch wenn das Team von diesem Thema längst genervt ist. "Das ist Vergangenheit", hatte Kirchner sportschau.de schon vor Saisonstart gesagt.

Deutsche Frauenstaffel mit Achtungserfolg

Und die Gegenwart? Die offenbarte bislang noch viel Luft nach oben. Wenigstens konnte die deutsche Frauen-Staffel am Sonntag (08.12.) mit der Spitze mithalten. Zum großen Wurf reichte es für Herrmann, Preuß, Karolin Horchler und Vanessa Hinz dennoch nicht. 15,5 Sekunden fehlten letztendlich auf Sieger Norwegen, das vor der Schweiz (8,5 Sekunden zurück) und Schweden (10,2) triumphierte.

In den Einzelrennen der Männer steht ein sechster Platz von Johannes Kühn im Sprint als einziges Top-10-Resultat. Die Routiniers Benedikt Doll (24./16.), Simon Schempp (32./53.) und Erik Lesser (33./72.) verpassten die Spitzenplätze teils deutlich. "Im Männerbereich hat uns eindeutig das Schießen einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagte Kirchner.

Johannes Kühn

Johannes Kühn sorgte für das einzieg Top-Ten-Ergebnis bei den Männern.

Blick geht in Richtung Hochfilzen

Bei den Frauen sorgten nur Preuß und Herrmann im Sprint als Vierte und Sechste für Lichtblicke. Doch die Anlaufschwierigkeiten waren gerade bei Herrmann, die die "neue Frontfrau" (Kirchner) werden soll, nicht zu übersehen. "Weiter geht's. Da geht noch was", hakte Herrmann das Wochenende mit Blick auf die nächsten Rennen in Hochfilzen ab.

Nach vorn will sicher auch Kirchner blicken, nachdem die Lücke bei der Männer-Staffel riesig war. Lesser, Philipp Horn, Peiffer und Doll lagen nach 4 x 7,5 km und vier Strafrunden satte 3:23,1 Minuten hinter dem siegreichen Weltmeister Norwegen mit den Gebrüdern Tarjei und Johannes Thingnes Bö.

Thema in: DLF Sport aktuell, 09.12.2019, 22:50 Uhr

ten/sid/dpa | Stand: 09.12.2019, 16:00

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