Favorit Bö dominiert Biathlon-Sprint in Nove Mesto

Biathlon: Deutsche Sprinter verpassen Top 10 Sportschau 07.03.2020 01:08 Min. Verfügbar bis 07.03.2021 Das Erste

Weltcup in Nove Mesto

Favorit Bö dominiert Biathlon-Sprint in Nove Mesto

Von Wolfram Porr

Auch vor leeren Zuschauerrängen in Nove Mesto führte im Männer-Sprint kein Weg an den Topfavoriten vorbei: Johannes Thingnes Bö aus Norwegen gewann vor dem Franzosen Quentin Fillon Maillet und Tarjei Bö. Deutsche konnten sich nicht in den Top 10 platzieren.

Johannes Thingnes Bö hat den Kampf um den Sieg im Gesamtweltcup noch nicht aufgegeben. Der Norweger, der wegen der Geburt seines Sohnes im Januar ein paar Rennen verpasst hatte und die Konkurrenz an sich vorbeiziehen lassen musste, ist wieder auf Tuchfühlung zu den beiden vor ihm liegenden Franzosen Martin Fourcade und Quentin Fillon Maillet. Mit dem souveränen Sieg im 10-km-Sprint in Nove Mesto verkürzte Bö den Rückstand auf die beiden weiter. Dank einer wieder mal herausragenden Laufleistung und zwei fehlerfreien Schießeinlagen sicherte sich Bö Platz eins vor Fillon Maillet (0 Schießfehler/+22,8 Sekunden) und seinem Bruder Tarjei Bö (0/+1:01,1 Minuten).

Fourcade lässt Federn - Loginow abgeschlagen

Wie schon am Donnerstag bei den Frauen fand der Wettbewerb - aus Angst vor der Verbreitung des Coronavirus - vor leeren Zuschauerrängen statt. Sichtbaren Einfluss auf die Athleten hatte das aber nicht. So setzten sich mit den Bö-Brüdern und Fillion Maillet die Topfavoriten durch. "Es hat sich auf der Strecke nicht so anders für mich angefühlt. Am Schießstand war es dann allerdings schon besonders", sagte der Sieger im ZDF. Er hofft, dass die Fans bei der nächsten Station in Kontiolahti wieder dabei sein können.

So ähnlich äußerte sich auch der im Gesamtweltcup führende Franzose Martin Fourcade, der bis zum zweiten Schießen auf Podestkurs lag, sich dann aber einen Fehlschuss erlaubte und auf Rang sechs (1/+1:19,1) zurückfiel. Von den Topfavoriten hatte nur Weltmeister Alexander Loginow (Russland/3/+3:41,6) nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun.

Kühn bester Deutscher auf Rang elf

Johannes Kühn

Johannes Kühn

Das Gleiche gilt leider auch für die deutschen Skijäger. Bester war der bei der WM in Antholz nicht berücksichtigte Johannes Kühn (2/+ 1:45,7), der das Rennen als Elfter beendete. "Es war heute schwierig für jeden. Die Bedingungen am Stand waren sehr gut, deshalb sind meine zwei Fehler sehr ärgerlich", so Kühn im ZDF. Einen Platz hinter ihm landete Benedikt Doll (2/+ 1:44,4), der sich ebenfalls zwei Fahrkarten leistete, aber trotzdem nicht unzufrieden war: "Läuferisch bin ich gut durchgekommen. Übers Schießen habe ich mich geärgert. Die Fehler wären vermeidbar gewesen, aber alles in allem bin ich heute ganz zufrieden."

Schempp: "Bin erstmal zufrieden"

Mit der Startnummer 1 war zuvor Arnd Peiffer (1 Schießfehler/+ 1:50,0) ins Rennen gegangen. Der erfahrenste Deutsche hatte vor allem in der Loipe seine Probleme: "Das Rennen war Durchschnitt, würde ich sagen. Ich habe nicht gut geschossen. Insgesamt war es ein hartes Stück Arbeit, weil es wahnsinnig weich war. Man wird immer kaputter und der Ski immer schlechter." Ein zufriedenstellendes Comeback nach seiner formbedingten Zwangspause lieferte Simon Schempp (1/+2:09,4) ab. Der ehemalige Weltklasse-Biathlet kam mit einem Schießfehler auf Platz 21. "Es war ein sehr schweres Rennen, aber ich sehr zufrieden erstmal. Ich habe versucht, in Form zu kommen, um konstante Zeiten im Wettkampf bringen zu können. Das war heute ein bisschen besser, aber es fehlt schon noch ein Stück", sagte er. Er hoffe nun auf weitere Einsätze.

Das gilt auch für Philipp Horn (3/2:29,4), der außerhalb der Punkteränge landete. Roman Rees (1/+ 2:53,3) wurde nach fulminantem Start (Platz 15 nach dem Liegendschießen) am Ende noch auf Rang 44 durchgereicht - was aber sicher auch an der weicher werden Loipe lag.

Thema in: B5 aktuell, Sportnachrichten immer fünf Minuten vor der vollen Stunde

Stand: 06.03.2020, 18:52

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