Hettich bei Biathlon-Einzel knapp am Podest vorbei

Biathlon: Hettich überrascht Sportschau 22.01.2021 01:30 Min. Verfügbar bis 22.01.2022 Das Erste

Biathlon-Weltcup in Antholz

Hettich bei Biathlon-Einzel knapp am Podest vorbei

Von Dirk Hofmeister

Dieser verflixte letzte Schuss - Janina Hettich kann sich nach dem Biathlon-Einzel der Frauen in Antholz über ihr bestes Karriereergebnis freuen. Aber sie ärgert sich auch: Denn das Podest verpasste sie nur knapp.

Janina Hettich ist beim Biathon-Weltcup in Antholz zu ihrem besten Weltcupergebnis gelaufen. Im 15-Kilometer-Einzel wurde die Schönwalderin am Donnerstag (21.01.2021) starke Fünfte und damit beste Deutsche. Eine Strafminute - beim letzten Schießen blieb der allerletzte Schuss hängen - verhinderte aber einen Podestplatz.

Hauser feiert ersten Weltcupsieg - "Bisschen stolz"

Die Österreicherin Lisa Theresa Hauer auf dem Siegerpodest in Antholz.

Die Österreicherin Lisa Theresa Hauer auf dem Siegerpodest in Antholz.

Der Sieg ging an die Österreicherin Lisa Theresa Hauser, die ihre zuletzt aufsteigende Form mit dem ersten Weltcupsig ihrer Karriere krönte. Hauser, zuletzt in Oberhof dreimal Dritte, siegte trotz einer Strafminute mit einer Gesamtzeit von 42:29,3 Minuten. Nach dem Rennen freute sich Hauser im ZDF: "Man arbeitet so viele Jahre daran, dass man auch mal einen Weltcup gewinnen darf. Und ich kann mich jetzt auch dazu zählen. Ich bin unheimlich glücklich darüber - und das macht mich auch ein bisschen stolz. Ich habe am Schießstand nicht mehr den Druck, dass ich die Null bringen muss. Das Läuferische geht gerade richtig gut von der Hand", sagte die 27-Jährige.

Dschyma und Chevalier-Bouchet auf dem Podest

Platz zwei ging an die fehlerfreie Ukrainerin Yulia Dschyma (+ 43,7 Sekunden), Dritte wurde die Französin Anais Chevalier-Bouchet mit einer Strafminute (+ 1:04,0 Minuten). Mit einem fehlerfreien Auftritt wäre Hettich, deren beste Weltcupplatzierung bisher Rang zehn vom Hochfilzen-Massenstart in diesem Winter war, auf Rang zwei gelaufen.

Hettich: "Nicht getraut, abzudrücken"

"Der letzte Schuss hat mich schon geärgert, den hatte ich ewig im Ziel und hab mich nicht getraut, abzudrücken", ärgerte sich Hettich nach dem Rennen im ZDF, konnte dem Rennen aber auch viel Positives abgewinnen: "Mit 19 Treffern bin ich super glücklich. Platz fünf im Weltcup, wenn mir das vor der Saison jemand gesagt hätte, das hätte ich sofort genommen."

Deigentesch und Hinz zu halber WM-Norm - "kann es nicht glauben"

Die anderen Deutschen verpassten die Top 10 - einen Achtungserfolg erzielten aber Marion Deigentesch (eine Strafminute nach Schießfehlern) und Vanessa Hinz (zwei Strafminuten). Deigentesch, die aus dem zweitklassigen IBU-Cup aufstieg und ihren ersten Weltcup seit einem Jahr erlebte, lief als Elfte zu ihrem besten Weltcupergebnis und sagte nach dem Rennen ganz ungläubig: "Das hätte ich mir nie träumen lassen. Mein letzter Einzel ist schon wieder drei Jahre her. Ich war heute super nervös, wie das laufen wird. Dann habe ich gleich den ersten daneben geschossen. Ich war froh, dass ich die anderen 19 getroffen habe. Jetzt bin ich einfach heilfroh, ich kann es immer noch nicht glauben."

Hinz wurde Zwölfte - nach zuletzt mehreren Ergebnissen jenseits der Top 30 ein Erfolg. Sie sagte glücklich: "Ich bin sehr erleichtert. Ich habe zum einem gemerkt, wie gut mir die Strecke liegt. Da ist eine Harmonie drin, das gefällt mir einfach gut. Ich hab natürlich auch mal gezweifelt, dafür war meine Saison bisher auch noch nicht gut. Das Ergebnis heute gibt mir viel Selbstbewusstsein." Beide knackten damit die halbe WM-Norm.

Herrmann und Preuß abgeschlagen

Denise Herrmann (vier Strafminuten) als 17., Franziska Preuß (vier Strafminuten) als 33. und Maren Hammerschmidt (drei Strafminuten) als 46. hatten dagegen deutlichen Rückstand zu den vorderen Plätzen.

Herrmann, die beim bisher einzigen Einzel der Saison im November in Kontiolahti noch Zweite war, sagte nach dem Wettkampf: "Das Laufen ging extrem gut. Der Schießstand ist nicht mein allerliebster Schießstand, da passieren mir immer ein paar Fehler mehr. Mit vier Fehlern im Einzel, da kommst Du nicht mehr nach vorn. Mir passiert zurzeit immer der eine Fehler zu viel. Ich hoffe, dass wir das zur WM in den Griff bekommen. Der Leistungszenit kommt jetzt zum richtigen Zeitpunkt, da heißt es, gesund bleiben und dann volle Attacke zur WM."

Zu viele Fehler für Favoritinnen Eckhoff, Oeberg und Co.

Neben Herrmann und Preuß schafften es auch weitere Favoritinnen nicht aufs Podest. Lokalamatadorin Dorothea Wierer, vor einem Jahr bei der WM in Antholz noch Weltmeisterin, wurde mit zwei Schießfehlern knapp Vierte. Deutlich abgeschlagen kamen allerdings die Norwegerinnen Tiril Eckhoff (vier Strafminuten) und Marte Olsbu Roeiseland (vier Strafminuten) als 18. und 31. sowie die Schwedin Hanna Oeberg (drei Strafminuten) als 29. ins Ziel.

Stand: 22.01.2021, 09:44

Biathlon | Weltcupstand Herren

NameP
1.Johannes Thingnes Bö871
2.Sturla Holm Laegreid839
3.Johannes Dale720
4.Quentin Fillon Maillet678
5.Tarjei Bö663

Biathlon | Weltcupstand Damen

NameP
1.Tiril Eckhoff803
2.Hanna Öberg765
3.Marte Olsbu Röiseland759
4.Lisa Theresa Hauser679
5.Dorothea Wierer639
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